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Laura Bisch (Foto: SWR3)

Nach 64 Tagen im All sind die beiden US-Astronauten Bob Behnken und Doug Hurley von der Internationalen Raumstation ISS auf die Erde zurückgekehrt. Es war der erste Mal, dass ein privates Unternehmen Astronauten zur ISS und wieder zurückbrachte. Ein Meilenstein.

Im Namen der Teams von SpaceX und Nasa willkommen zurück auf dem Planeten Erde. Danke, dass Sie mit SpaceX geflogen sind.

So begrüßte das SpaceX-Kontrollzentrum die Astronauten nach der Landung.

Alles lief nach Plan: Die Kapsel des Raumfahrzeugs „Crew Dragon“ des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX tauchte am Sonntag vor der Küste des US-Bundesstaates Florida in den Golf von Mexiko ein.

"Thanks for flying @SpaceX." 📍 Current Location: Planet Earth A 2:48pm ET, @AstroBehnken and @Astro_Doug splashed down, marking the first splashdown of an American crew spacecraft in 45 years. #LaunchAmerica https://t.co/zO3KlNwxU3

Astronauten Bob und Doug geht es gut

Hurley und Behnken wurden zur Gewöhnung an die Erdanziehungskraft auf einer Trage aus der Kapsel geholt und zeigten sich lächelnd mit dem Daumen nach oben. Als die Lukentür geöffnet wurde, sagte Behnken:

Vielen Dank, dass Sie die schwierigsten und wichtigsten Teile der menschlichen Raumfahrt erledigt haben – uns in den Orbit und nach Hause zu bringen.

Bob Behnken, Astronaut

Und auch Hurley zeigte sich glücklich: „Ich bin einfach stolz darauf, ein kleiner Teil dieses Unterfangens zu sein, mit einer privaten Firma Menschen sicher zu und von der Raumstation zu fliegen“, sagte er nach der geglückten Landung.

Was passierte bei der Landung genau?

Behnken und Hurley hatten die Kapsel „Endeavour“ am Samstag von der ISS abgedockt. Die Reise zurück zur Erde dauerte 21 Stunden. Für die sichere Rückkehr zur Erde verlangsamten autonome Triebwerke sowie Fallschirme die kegelförmige Kapsel.

US-Astronaut Doug auf dem Weg zur ISS. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Joel Kowsky/NASA/dpa)
US-Astronaut Doug vor der Abreise zur ISS. picture alliance/Joel Kowsky/NASA/dpa

Die Geschwindigkeit wurde von fast 28.157 Stundenkilometern im Orbit auf rund 560 Kilometer pro Stunde für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre abgebremst. Schließlich schlug die Kapsel mit 24 Stundenkilometern auf dem Wasser auf. Die Kapsel sollte schließlich von einem gemeinsamen Bergungsteam von SpaceX und der US-Raumfahrtbehörde Nasa per Hubschrauber an Land gebracht werden.

Today, history was made. @AstroBehnken & @Astro_Doug returned to Earth aboard @SpaceX's Crew Dragon Endeavour, completing their #LaunchAmerica @Commercial_Crew mission and ushering in a new era of human spaceflight: https://t.co/uPa3srrXp4 https://t.co/sP7sxPQXbf

Sichere Landung ist ein Meilenstein für private Raumfahrt

Die planmäßige Wasserlandung am Sonntagabend war ein wichtiger abschließender Test dafür, ob Tesla-Chef Elon Musks Raumfahrtunternehmen Astronauten in den Orbit und wieder zurückbringen kann. Bislang hatte das kein Privatunternehmen geschafft. „Dies war ein großartiger Tag für die Nasa und ein großartiger Tag für die Vereinigten Staaten von Amerika“, erklärte der Nasa-Chef Jim Bridenstine während einer Pressekonferenz. „Heute haben wir wirklich Geschichte geschrieben.“ Aber auch Musk war sichtlich begeistert. Bei einer anschließenden Pressekonferenz sagte er, über diesen Meilenstein könne sich die ganze Menschheit freuen.

"No matter where you are on planet Earth, this is a good thing." @SpaceX CEO @ElonMusk reflects on the success of the #LaunchAmerica mission and what it means for commercial space capability: https://t.co/qYjBRd2GPO

Nachdem der Start zuvor wegen schlechten Wetters mehrfach verschoben werden musste, waren Behnken und Hurley am 31. Mai vom Kennedy-Space-Center der Nasa aus ins All gestartet. Es war das erste Mal seit neun Jahren, dass vom Boden der USA aus Menschen ins All aufbrachen, denn 2011 hatte die Nasa ihr Shuttle-Programm eingestellt. Seither hatten die USA ihre Astronauten mit Hilfe des russischen Raumfahrtprogrammes zur ISS gebracht.

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