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Laura Bisch (Foto: SWR3)

Zuerst spielte das Wetter nicht mit und der ursprüngliche Starttermin musste verschoben werden. Dann – am Samstag – war es so weit: Nach fast neunjähriger Pause sind wieder Astronauten von den USA aus zur Raumstation ISS geflogen. Nun sind sie dort.

Die US-Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley kamen am Sonntag (Ortszeit) nach rund 20 Stunden Flug mit der SpaxeeX-Raumkapsel „Crew Dragon“ auf der ISS an, wie die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa und das vom Unternehmer Elon Musk gegründete private Raumfahrtunternehmen SpaceX mitteilten.

This is the first time in human history @NASA_Astronauts have entered the @Space_Station from a commercially-made spacecraft. @AstroBehnken and @Astro_Doug have finally arrived to the orbiting laboratory in @SpaceX's Dragon Endeavour spacecraft. https://t.co/3t9Ogtpik4

„Es war uns natürlich eine Ehre, ein ganz kleiner Teil dieses Ganzen zu sein“, sagte Hurley nach der Ankunft an der ISS, wo bereits die Raumfahrer Christopher Cassidy, Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner auf ihre Kollegen gewartet hatten. „Es ist wunderbar, die USA wieder in das Business bemannter Raumflüge zurückzubringen, und wir sind einfach nur froh, an Bord dieser großartigen Struktur zu sein“.

Start hatte verschoben werden müssen

Da einzige, was nicht nach Plan gelaufen war, war der Starttermin gewesen: Eigentlich hatte es schon am Mittwoch so weit sein sollen – für diesen Tag war der erste bemannte Flug geplant. Aber wegen des schlechten Wetters und der damit verbundenen Risiken war es dann erst am Samstagabend so weit gewesen – dann aber erfolgreich.

Welcome to a new era of human spaceflight 🚀👨🏼‍🚀 In case you missed it: @AstroBehnken & @Astro_Doug left Earth at 3:22pm ET on our #LaunchAmerica mission with @SpaceX. Tune in to NASA TV for continuous coverage as the crew travels to the @Space_Station: https://t.co/mzKW5uV4hS https://t.co/TC5b6qre6F

Die beiden US-Astronauten Behnken und Hurley sollen auf der ISS nun mehrere Wochen verbringen. In einem Videoclip, der nach dem Strart des „Crew Dragon“ entstanden ist, gaben die beiden Astronauten den Namen ihrer Kapsel bekannt: Endeavour.

Welcome aboard the @SpaceX Crew Dragon spacecraft! In this video from space, @AstroBehnken and @Astro_Doug reveal the name of their capsule: Endeavour. Take a look inside as the crew continues their journey to the @Space_Station: https://t.co/K9S5mejONx https://t.co/mvH8UhE5FW

Alles lief nach Plan: Erleichterung bei Nasa und SpaceX

Nur Minuten nach dem Start der Crew-Dragon-Raumkapsel vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral am Samstag sprengte die Falcon-9-Rakete die erste Stufe ab, die selbstständig zur Erde zurückflog und sicher auf einer Plattform im Atlantik landete. Weit über der Erde trennte sich die Kapsel von der zweiten Raketenstufe und begann die Reise zur ISS.

Ein Meilenstein für die US-Raumfahrt

Für die USA ist der Start ein Meilenstein in der Raumfahrt, denn erstmals seit neun Jahren hoben Astronauten wieder von amerikanischem Boden aus ab. Seit dem Ende der Space-Shuttle-Flüge im Jahr 2011 waren sie auf russische Sojus-Kapseln angewiesen, um Astronauten zur ISS zu transportieren. Mit so einer Kapsel ist auch der deutsche Raumfahrer Alexander Gerst im All gewesen.

US-Präsident Donald Trump, der sowohl am Mittwoch als auch am Samstag anwesend war, zeigte sich begeistert.

Es ist unglaublich, die Kraft, die Technologie. Das ist ein Schritt hin zu dem Ziel, Menschen zum Mars zu fliegen.

Donald Trump, US-Präsident

Nearly 4 years ago President @realDonaldTrump told America and the world: “We stand at the birth of a new millennium, ready to unlock the mysteries of space.” Now, the United States is once again launching American Astronauts into space on American rockets from American soil! https://t.co/E6GRNL2wwT

Aber der Flug ins All ist auch für Tesla-Chef Elon Musk, der SpaceX gegründet hat, ein großer Erfolg: Der Unternehmer ist ein Pionier bei der Entwicklung wiederverwendbarer Raketen, die Raumflüge preiswerter und damit häufiger machen sollen. Zudem ist es das erste Mal, dass Amerikaner mit einem Privatunternehmen ins All fliegen. Bisher hat SpaceX nur Fracht zur ISS transportiert.

Weitere Missionen geplant – nicht nur mit SpaceX

Bereits kommendes Jahr soll aber auch ein Konkurrent Amerikaner ins All bringen. Dann will der Flugzeughersteller Boeing seinen CST-100 Starliner ins All schießen. Die US-Weltraumbehörde Nasa hat an beide Unternehmen fast acht Milliarden Dollar vergeben, damit sie konkurrierende Systeme entwickeln.

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