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Björn Widmann (Foto: SWR3)

Seit Montag sind die Grenzen in die meisten europäischen Länder wieder geöffnet, Reisen ist wieder möglich. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt jetzt: Vorsichtig bleiben.

In Europa kehrt in der Corona-Pandemie immer mehr Normalität zurück. Seit Montagmorgen ist die Reisewarnung für 27 Länder Geschichte, die Grenzen zum Beispiel nach Frankreich, Österreich oder Italien sind wieder offen. Deswegen fordert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Reisende dazu auf, weiter vorsichtig zu sein. Jeder müsse sich überlegen, ob es jetzt eine weite Reise sein müsse, sagte Spahn am Sonntagabend im Bericht aus Berlin.

„Muss ich jetzt nach Lissabon, oder kann das vielleicht auch noch ein wenig warten“, fragte Spahn. Dabei erinnerte Spahn vor allem an Tirol: Von dort aus hat sich das Virus im Winter nach ganz Europa ausgebreitet. „Jetzt darf nicht Ballermann sozusagen das nächste Ischgl werden.“ Party feiern sei seiner Meinung nach dieses Jahr weniger angesagt, sagte Spahn.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)
Warnt vor zu viel Leichtsinn im Urlaub: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Fast alle Einreiseverbote in Europa aufgehoben

Nicht nur das feierwillige Ballermann-Partyvolk darf wieder reisen, sondern auch für Pendler und Ausflügler ist Reisen in Europa seit Mitternacht in der Nacht zum Montag wieder einfacher. Die Bundespolizei hat die Grenzkontrollen an allen deutschen Übergängen auf Anordnung von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) beendet. Drei Monate lang kontrollierten Grenzschützer die Einreise nach Deutschland wegen der Corona-Pandemie.

Auch viele andere Länder in Europa haben ihre Grenzkontrollen beendet. Nur in Finnland und Norwegen gelten die Einreiseverbote in bestimmten Fällen weiterhin. Wer nach Großbritannien einreist, muss zwei Wochen in Quarantäne. Deswegen gilt die Reisewarnung für diese Länder erst einmal weiter.

Frankreich lockert Corona-Maßnahmen weiter

In Frankreich sind die Corona-Beschränkungen mit dem Wegfall der Grenzkontrollen weiter gelockert worden. In Paris und Umgebung dürfen zum Beispiel alle Restaurants und Cafés wieder öffnen. Außerdem dürfen die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen landesweit wieder Besuch empfangen. Ab dem 22. Juni sollen auch die meisten Schulen wieder öffnen.

Präsident Emmanuel Macron sagte am Sonntag in einer Fernsehansprache, dass ein „erster Sieg gegen das Virus“ errungen worden sei. Das Coronavirus hatte sich in Frankreich in den letzten Tagen deutlich langsamer verbreitet. Auch die Sterberate ist auf einen neuen Tiefstand gesunken: In 24 Stunden wurden nur neun Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet – so wenige wie seit Beginn der Corona-Statistik Mitte März nicht mehr.

Spanien zieht am Sonntag nach

Am Montag durften bereits 11.000 Urlauber aus Deutschland wieder nach Spanien einreisen. Genauer gesagt nach Mallorca. Dort sind sie am Montagmittag gelandet.

Der Rest des Landes ist für Touristen aus Deutschland erst ab Sonntag wieder zugänglich. Dann will Spanien seine Grenzen auch wieder öffnen. Eigentlich hatte die Regierung in Madrid dafür den 1. Juli im Auge – wegen der guten Entwicklung wurde der Termin aber auf den 21. Juni vorgezogen.

Reisen außerhalb von Europa weiter schwierig

Was Reiseziele außerhalb von Europa angeht, bleibt es bis Ende August schwierig. Bis dahin gelten die offiziellen Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes für mehr als 160 Staaten erst einmal weiter. Davon betroffen sind auch bei Deutschen beliebte Reiseziele wie Türkei, Nordafrika, Südostasien und die USA.

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