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Der zweijährige Julen ist laut spanischen Medien noch am selben Tag gestorben, an dem er in den Brunnenschacht gefallen ist. Das habe die Obduktion ergeben, berichtet die spanische Zeitung „Málaga Hoy“.

Julen starb wohl an Schädel-Hirn-Trauma

Nachdem der Junge tot aus dem Bohrloch in der Nähe von Málaga geborgen war, wurde die Leiche des Kindes noch am Samstag obduziert. Die Tageszeitung „Málaga Hoy“ berichtete
unter Berufung auf Kreise, die Obduktion habe ergeben, dass der zweijährige Julen an dem Tag starb, an dem er in das Loch gefallen war.

Demnach starb der Junge an einem Schädel-Hirn-Trauma. In den kommenden Tagen werden weitere Ergebnisse der Obduktion erwartet.

Retter hatten bis zuletzt gehofft, Julen lebend zu finden

In der Nacht zum Samstag waren erfahrene Bergarbeiter zu der Stelle vorgedrungen, an der der kleine Julen vermutet wurde. Bis zuletzt hatten die Retter noch gehofft, den Zweijährigen lebend zu finden.

#Julen ist tot. Die Helfer fanden den leblosen Körper des Zweijährigen gegen 1:30 Uhr im Bohrloch nahe #Totalan. https://t.co/Vmh6Z00e6G

Der Moment, als die Grubenretter das tote Kind aus dem Rettungstunnel holten, sei für alle Beteiligten enorm belastend gewesen, sagte Francisco Delgado vom regionalen Feuerwehrverband.

Zweijähriger fiel in illegales Bohrloch

Der Zweijährige stürzte nach Angaben seiner Familie am 13. Januar in der Nähe der andalusischen Gemeinde Totalán in das illegal gegrabene, 110 Meter tiefe Bohrloch. Die Familie war zum Picknicken dort.

Da das Bohrloch sehr schmal ist, musste ein paralleler Rettungsschacht gegraben werden. Dabei kam es immer wieder zu Problemen wegen teils sehr harter Gesteinsschichten.

Sprengungen sorgten immer wieder für Verzögerungen

Die entscheidende Phase des Einsatzes dauerte gut 30 Stunden. Rodriguez Gómez de Celis, ein Vertreter der spanischen Regierung in Andalusien, verteidigte die Rettungskräfte. Sie waren kritisiert worden, dass der Einsatz zu lange gedauert hätte, weil er falsch geplant worden sei. Das harte Gestein habe die Arbeiten aber immer wieder verzögert, sagte Gómez de Celis.

Nach Angaben der Behörden, seien die Helfer am Freitag nur noch knapp zweieinhalb Meter von der Stelle entfernt gewesen, an der der Junge vermutet wurde. Um diese letzte Distanz zu überwinden, waren jedoch vier Sprengungen nötig, um das Gestein zu zerkleinern. Für jede Sprengung benötigten die Helfer rund zwei Stunden.

Die Eltern des Zweijährigen harren an der Unglücksstelle aus. Viele Menschen unterstützen sie. (Foto: dpa/picture-alliance)
Die Eltern des Zweijährigen warteten an der Unfallstelle auf eine gute Nachricht der Retter. Viele Menschen unterstützten sie. dpa/picture-alliance

Eltern verloren erst vor einem Jahr Julens Bruder

Psychologen betreuen die Eltern. Sie hatten erst vor einem Jahr einen Sohn verloren, er war an einem plötzlichen Herzstillstand gestorben.

Justiz ermittelt gegen Grundstücksbesitzer

Die Justiz ermittelt gegen den Besitzer des Grundstückes, der den illegalen Brunnen in Auftrag gegeben hatte. Der Vertreter der Zentralregierung in Andalusien, Gómez de Celis, rief alle Grundstücksbesitzer dazu auf, Bohrlöcher dieser Art zu verschließen.

Umweltschützer schätzen, dass es in Spanien rund eine Million dieser Brunnenschächte gibt – vor allem im trockenen Süden des Landes. Viele Spanier zapfen ohne Erlaubnis das Grundwasser an, zum Beispiel um landwirtschaftliche Flächen zu wässern. Auch wenn am Tag nach der Bergung die Trauer um Julen im Vordergrund steht – eine Debatte über illegale Brunnenschächte steht Spanien nun bevor.

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