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Die Welt steht momentan Kopf wegen des Coronavirus. Diverse Großveranstaltungen wurden deshalb abgesagt – auch im Sport. So geht es die nächsten Monate weiter.

DFL: 1. und 2. Bundesliga sollen am 16. Mai weitergehen

Der Spielbetrieb in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga wird am 16. Mai mit dem 26. Spieltag fortgesetzt. Das haben die 36 Profivereine auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga in Frankfurt beschlossen. Die Politik hatte zugestimmt, dass die seit Mitte März wegen der Corona-Krise ausgesetzte Saison in beiden Ligen mit Spielen ohne Publikum zu Ende gespielt werden kann.

Die Bundesliga-Saison ist seit Mitte März ausgesetzt, neun Spieltage sind noch zu absolvieren. Die DFL strebt an, diese bis zum 30. Juni durchziehen zu können. Sie hatte von ihrer „Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb“ ein umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept vorgelegt, um die Ansteckungsgefahr unter Spielern und Betreuern zu minimieren. In einer ersten Testreihe hatte es bei 1.724 Tests in der 1. und 2. Liga zehn Coronavirusfälle gegeben.

Saisonabbruch im französischen Fußball – Paris ist Meister

Die französische Ligue 1 hat als erste der europäischen Topligen die Fußballsaison wegen der Corona-Krise vorzeitig abgebrochen. Tabellenführer Paris St. Germain mit dem deutschen Trainer Thomas Tuchel wurde entsprechend zum Meister erklärt, mit dem SC Amiens und dem FC Toulouse müssen die beiden letztplatzierten Teams absteigen.

Coronavirus-Infektionen beim 1. FC Köln

Trotz drei positiver Coronavirus-Tests beim 1. FC Köln hat Sportchef Horst Heldt ein Fehlverhalten innerhalb der Mannschaft zurückgewiesen. „Niemand aus unserem Team hat sich leichtsinnig verhalten. Fakt ist: Wir haben drei Infizierte und über 50 Nicht-Infizierte in unserer Testgruppe. Insofern gehen wir davon aus, dass die Regeln und Maßnahmen am Geißbockheim wirken“, sagte Heldt der Bild am Sonntag. Am Freitag war bekanntgeworden, dass zwei Spieler und ein Betreuer der Rheinländer positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

Insgesamt sehe man die Fälle als Beweis dafür, dass das von der Deutschen Fußball Liga ausgearbeitete Hygienekonzept greife, sagte der Geschäftsführer des Vereins, Alex Wehrle, dem Sender Sky. Das Gesundheitsamt habe das Konzept als tragfähig bewertet.

In 14-tägige Quarantäne müssen nur die drei Infizierten. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte das Vorgehen des Vereins: Wer mit Covid-19 trainiere, riskiere Schäden an Lunge, Herz und Nieren. Fußball solle Vorbild sein, nicht Brot und Spiele, schrieb er bei Twitter. Die Bundesligisten hatten am Donnerstag mit Coronavirus-Tests bei allen Spielern und Betreuern begonnen, sie hoffen auf die Genehmigung für den Liga-Start noch im Mai.

Köln-Profi Birger Verstraete hält die Maßnahmen für leichtsinnig. „Wir sollten vorerst nicht unter Quarantäne gestellt werden, und das ist ein bisschen bizarr“, sagte der belgische Mittelfeldspieler dem TV-Sender VTM. Beim 1. FC Köln waren zwei Spieler und ein Betreuer positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Der Physiotherapeut ist der Mann, der mich und andere Spieler wochenlang behandelt hat. Und mit einem der beiden fraglichen Spieler habe ich am Donnerstag im Fitnessstudio ein Duo gebildet“, sagte Verstraete in dem Interview, über das Het Laatste Nieuws berichtete.

Es sei daher „nicht ganz richtig“, dass kein anderer aus dem Team der Kölner mit den Betroffenen in Kontakt gekommen sei. Der 26-Jährige rechnet mit weiteren Infektionen. „Ich denke auch daran, dass sich das Virus verbreitet hat“, sagte Verstraete. Ihm stehe der Sinn derzeit nicht nach Fußball. Eine schnelle Wiederaufnahme der Saison hält Verstraete für „naiv“. Die Gesundheit seiner Familie und seiner Freundin seien für ihn „von größter Bedeutung“. Dies würden auch viele andere Spieler so sehen. „Fußball ist nicht das Wichtigste“, betonte der Belgier. Er könne sich vorstellen, dass viele Profis bei einer anonymen Befragung für einen Abbruch der Spielzeit votieren würden.

Nachdem der 1. FC Köln nach diesem Interview jegliches Fehlverhalten zurückgewiesen hatte, ruderte auch Verstraete zurück und entschuldigte sich für sein Vorgehen. Nach den Tests habe er in einem Interview über seine persönlichen Sorgen vor einer Ansteckung seiner zur Risikogruppe gehörenden Freundin berichtet.

„Dabei habe ich mich an einigen Stellen falsch ausgedrückt, so dass in der Übersetzung ein missverständlicher Eindruck entstanden ist, der mir leid tut. Statt aus der Emotion heraus ein Interview zu geben, hätte ich den Kontakt zu unserem Arzt suchen und mir meine Fragen erklären lassen müssen“, sagte der 26-jährige Belgier in einer Mitteilung des Fußball-Bundesligisten.

Hertha suspendiert Spieler Kalou nach Video-Veröffentlichung

Hertha BSC hat seinen Profi Salomon Kalou nach dessen Internetvideo mit brisanten Aufnahmen aus der Spielerkabine mit sofortiger Wirkung suspendiert. Zuvor hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) das Video auf das Schärfste verurteilt.

Die Bilder von Salomon #Kalou aus der Kabine von Hertha BSC sind absolut inakzeptabel. Hierfür kann es keine Toleranz geben – auch mit Blick auf Spieler und Clubs, die sich an die Vorgaben halten, weil sie die Ernsthaftigkeit der Situation erfasst haben.

In dem am Montag veröffentlichten Video war der 34-Jährige zu sehen. Das Video zeigte, wie bei seinem Teamkollegen Jordan Torunarigha eine Probe für einen Corona-Test genommen wird. Während der ganzen Video-Sequenz gibt Kalou immer wieder Mitspielern oder Vereinsmitarbeitern die Hand. Bereits am Montagnachmittag war das Video nicht mehr online verfügbar.

So reagieren die Fans auf Kalous Patzer und das Hygiene-versprechen des DFL:

Fröhliches Händeschütteln bei Hertha Kalou suspendiert – und im Netz tobt die Häme

„So sieht für abgehobene Fussballer fairplay für die Gesellschaft aus“ – die Aktion von Salomon Kalou (Hertha BSC) passt für viele so gar nicht zum Hygiene-Versprechen der Fußball-Bundesliga.  mehr...

Zwei positive Coronavirus-Tests bei Borussia Mönchengladbach

Bei den Coronavirus-Tests in der Bundesliga sind auch zwei Teammitglieder von Borussia Mönchengladbach positiv getestet worden. Laut einem Medienbericht haben sich ein Spieler und ein Physiotherapeut angesteckt. Beide befänden sich in häuslicher Quarantäne, der Trainingsbetrieb gehe jedoch mit den übrigen Spielern weiter.

DFL erhält Mediengelder

Die DFL hat sich zudem mit „fast allen Medienpartnern“ auf eine Vorauszahlung der noch ausstehenden TV-Prämien geeinigt. „Wir haben intensive Gespräche geführt, die waren geprägt von Respekt“, sagte DFL-Chef Christian Seifert dazu. „Mit einer Ausnahme wurden mit allen Partnern Einigungen erzielt. Es wurden auch Vereinbarungen getroffen, wie damit umzugehen ist, sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden können. Klar ist auch: Sollte die Saison nicht wieder starten, greifen gewisse Mechanismen zur Rückzahlung.“

Große TV-Partner sind zudem ARD und ZDF sowie Eurosport, der die Rechte an den Internet-Streamingdienst DAZN sublizenziert hat. Es ging um die Zahlung der vierten und letzten Rate der Fernsehgelder, Medienberichten zufolge rund 300 Millionen Euro. Die finanziell gefährdeten Profiklubs der Fußball-Bundesliga und der 2. Liga sind damit trotz der Corona-Krise nicht mehr akut von der Pleite bedroht.

Fußball-EM der Frauen und Männer

Nach der Verschiebung der Männer-Fußball-EM ins Jahr 2021 aufgrund der Corona-Krise wird auch die Frauen-Fußball-EM ein Jahr später als geplant stattfinden. Wie die Europäische Fußball-Union (UEFA) am Donnerstag mitteilte, wird das Turnier in England aufgrund der Terminkollisionen vom 6. bis 31. Juli 2022 ausgetragen.

Die WM der Männer in Katar findet zwar im selben Jahr statt, allerdings im Winter. Ursprünglich sollte die 13. EM der Frauen vom 7. Juli bis 1. August 2021 im Mutterland des Fußballs ausgetragen werden. Die EM-Qualifikation ist aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen, der Rekordeuropameister Deutschland liegt mit der Idealausbeute von zwölf Punkten aus vier Spielen in der Gruppe I auf Rang zwei hinter Irland (5 Spiele, 13 Punkte). Die für diesen Sommer angesetzte Männer-EM in zwölf Ländern soll vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 stattfinden.

Handball

Die Saison in der Handball-Bundesliga wurde abgebrochen. Meister ist in dieser Saison der THW Kiel. Trotzdem haben die Rhein-Neckar Löwen am Wochenende in Kronau erstmals seit dem 7. März wieder trainiert.

Unsere Spieler sind alle Berufssportler und damit auf ihren Körper angewiesen. Sie haben dann auch eine gewisse Sorgfaltspflicht und müssen sich fit halten.

Trainer Martin Schwalb in einer Vereinsmitteilung

Nachdem den Profifußballern das Training in der Coronavirus-Krise schon zuvor ermöglicht gewesen war, hatte das Bundesland Baden-Württemberg dies zum 11. April auch anderen Berufsathleten unter strengen Auflagen erlaubt. Die Regeln sehen unter anderem vor, dass die Gruppen nicht mehr als fünf Spieler umfassen dürfen.

Formel 1

Die Formel 1 will ihre wegen der Coronavirus-Pandemie verschobene Saison mit einem Rennen in Österreich am 5. Juli starten. Ziel seien 15 bis 18 Rennen mit einem Saisonfinale im Dezember in Abu Dhabi, teilte die Rennserie am Montag mit.

Basketball

Die Entscheidung der Politik, dem Profi-Fußball die Fortsetzung der Saison ab Mitte Mai zu erlauben, ist auch in der Basketball-Bundesliga mit Freude zur Kenntnis genommen worden. „Erst einmal ist das eine gute Nachricht für den ganzen Sport“, sagte Marko Pesic, Geschäftsführer der Basketballer von Bayern München. „Aber natürlich hilft uns das auch.“

Die Basketball-Bundesliga wurde ausgesetzt, sie will ihre Saison ab Anfang Juni in einem Abschlussturnier mit zehn Mannschaften in München zu Ende bringen. Nach der Erlaubnis für den Profi-Fußball hoffen die Basketballer nun auch auf einen positiven Bescheid der Politik für ihre Pläne.

Eishockey

Im Eishockey ist die Saison bereits abgesagt. Auf bis zu 20 Millionen Euro beziffert DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke die Umsatzverluste durch den Abbruch vor den Play-offs. Zudem sucht die Liga einen neuen Hauptsponsor, die Beiträge zur Berufsgenossenschaft steigen deutlich an. Insider rechnen damit, dass neun der 14 DEL-Klubs in ihrer Existenz gefährdet sind, wenn die neue Spielzeit nicht wie geplant im September mit Zuschauern beginnen kann. Denn: Der Ticketverkauf macht gut 60 Prozent der Einnahmen aus.

Volleyball

Die Volleyball-Bundesliga (VBL) hat die Saison am 12. März bei Frauen und Männern abgebrochen. Durch die Entscheidung werden in diesem Jahr keine Meistertitel vergeben. Außerdem entschied der Vorstand, dass es aufgrund der außergewöhnlichen Situation keine Regelabsteiger aus der 1. Bundesliga geben wird. Über die Vergabe der Startplätze im Europapokal soll eine Regelung entscheiden, die gemeinsam mit dem Deutschen Volleyball-Verband (DVV) erarbeitet wird.

Olympische Sommerspiele

Auch die Olympischen Spiele wurden auf Druck einiger Sportler hin auf das kommende Jahr verschoben. Die Sommerspiele in Tokio sind nach aktuellem Stand für den Zeitraum vom 23. Juli bis 8. August 2021 geplant.

Im Fall einer andauernden Epidemie sollen sie nach Veranstalterangaben abgesagt werden. Die Spiele könnten nicht über 2021 hinaus verschoben werden, sagte Japans Chef-Organisator Yoshiro Mori der Zeitung Nikkan Sports. „In diesem Fall werden sie abgesagt.“

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