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Christian Spöcker
Christian Spöcker (Foto: SWR3, privat)

Forscher verlangen von Behörden und der Politik, endlich mehr gegen Extremwetter zu tun. Für die nächsten Jahre sehen sie bei diesem Thema düster: Es werde immer schlimmer.

Deutsche Behörden unternehmen viel zu wenig, um die Menschen vor den Folgen von Starkregen zu schützen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der TU Kaiserslautern. Die meisten Städte und Gemeinden würden das Thema lieber ausblenden, wirft ihnen der Forscher Theo Schmitt vor, der an der Studie beteiligt gewesen ist. Das sei vor allem bei kleineren Gemeinden der Fall. „Das ist fahrlässig“, kritisiert Schmitt.

Paderborn

Neues Tief im Anmarsch Unwetter: Ein Toter in RLP, viele Verletzte nach Tornados in NRW

Auch in Bayern gibt es Schäden durch Sturmtief „Emmelinde“. Die nächsten Gewitter sind in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg für diesen Montag angekündigt.

Warnung: Überall in Deutschland droht Extremwetter

Kaum eine Stadt oder Gemeinde sei für den Fall vorbereitet, dass enorme Mengen an Wasser Straßen, Unterführungen, Keller, Tiefgaragen und U-Bahnschächte überfluten könnten. Sowas könne innerhalb von wenigen Minuten passieren, warnte Schmitt, als er die Studie am Montag vorstellte. Außerdem könne Extremwetter grundsätzlich überall in Deutschland auftreten, wie an Wetterdaten zu sehen sei.

Forscher: Extremes Wetter wird demnächst schlimmer

Der Experte warnt, dass sich Wetterextreme schon in den nächsten Jahren verschlimmern werden. „Sie werden an immer mehr Orten, immer häufiger und heftiger auftreten.“

Ahrtal

Flutkatastrophe im Ahrtahl Koblenzer Bürgermeisterin verteidigt Leitstelle

134 Menschen sind bei der Flutkatastrophe allein in Rheinland-Pfalz im Ahrtal gestorben. Die Aufarbeitung läuft und bringt unglaubliche Details ans Licht: Ein Fax hätte womöglich schlimmeres verhindern können – doch es fehlte. Nun verteidigt die Koblenzer Bürgermeisterin das Vorgehen der Leitstelle.

Experte: Das müssen Städte und Gemeinden gegen Starkregen tun

Schmitt fordert, dass die höheren politischen Ebenen eine Ansage machen, also in diesem Fall die Bundesländer und der Bund: Sie sollten seiner Meinung nach Städte und Gemeinden dazu verpflichten, dass sie in Zukunft Warnkarten erstellen. Auf ihnen solle zu sehen sein, welche Gefahren und Risiken dort drohen. Dazu gehöre eine Beschreibung, wie die Erdoberfläche dort beschaffen sei, welches Gefälle sie habe und welcher Menge an Wasser die Kanalsysteme gewachsen seien.

„Was wir dringend brauchen, ist eine systematische Analyse der örtlichen Gefahrenlage – eine ‚Übersetzung‘ von Regenmengen in die konkrete lokale Gefahr einer Überflutung“, erklärte Schmitt.

Altenburg

Bei den Menschen nach der Flut Katastrophe im Ahrtal: Flucht mit drei Kindern vor dem Wasser

Die Flut im Ahrtal nahm der Familie Gemein alles. Auch Monate nach der Katastrophe ist ihr Alltag noch weit von der Normalität entfernt.

Studie: Bauen wie bisher geht nicht mehr

Er und seine Kollegen fordern außerdem, dass Deutschland ein bundesweit funktionierendes Frühwarn- und Informationssystem auf die Beine stellt. Auch die Vorschriften fürs Bauen könnten nicht so bleiben wie bisher: Behörden müssten sie an Starkregen und Hochwasser anpassen.

Die TU Kaiserslautern hat die Studie zusammen mit der Bundeswehr-Uni München erstellt.

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Christian Spöcker (Foto: SWR3, privat)

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