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Die Bilder brannten sich ins kollektive Gedächtnis: wütende, teils bewaffnete Menschen vor – und später dann im US-Kapitol in Washington. Jetzt gab es zum ersten Mal eine Haftstrafe für einen Angreifer.

Acht Monate Gefängnis – so lautet das Urteil für einen Mann aus Florida, der im Januar das US-Kapitol mit anderen stürmte. Der Richter machte deutlich: Der Angeklagte habe nicht an einem Protest teilgenommen, sondern an einem Angriff auf die Demokratie. Der 38-Jährige entschuldigte sich für die Tat. Er schäme sich dafür. Zuvor hatte er gestanden, am 6. Januar die Senatskammer gestürmt zu haben.

Staatsanwaltschaft: Tat war geplant

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte die Tat geplant hat. Dafür spreche, dass er am 6. Januar schon in Florida Seil, Schutzbrille und Handschuhe in seinem Gepäck hatte. Das zeigen Videoaufnahmen. Als der 38-Jährige damals die Senatskammer stürmte, posierte er für Selfies in einem Trump-Shirt.

Vergleich bewahrt Hodgkins vor längerer Haftstrafe

Eigentlich hatte die Staatsanwaltschaft 18 Monate Haft für den Kapitol-Stürmer gefordert. Dass er nun zehn Monate weniger ins Gefängnis muss, verdankt er einem Vergleich. Der Deal war: Er bekennt sich im schwersten Anklagepunkt – nämlich die Behinderung des laufenden Betriebs im Kapitol – für schuldig. Dafür werden die anderen Punkte gegen ihn fallen gelassen.

Urteil mit Signalwirkung?

Das aktuelle Urteil könnte zukunftsweisend sein. Denn insgesamt wurden mehr als 500 Menschen im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol verhaftet. Es ist gut möglich, dass sich diese Angeklagten an diesem Prozess orientieren werden – und sich womöglich für einen Vergleich ebenfalls schuldig bekennen werden.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 30. Juli, 05:29 Uhr - SWR3 Nachrichten

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