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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

Große Frauen und Männer sprechen auf dem Sterbebett große Worte – denkt man. Die Wahrheit ist oft nicht ganz so toll.

„Signore ti amo“ (Herr, ich liebe dich) soll Benedikt XVI. am vergangenen Samstagmorgen auf Italienisch gesagt haben, kurz bevor er verschied. So will es ein Bediensteter vernommen haben, der zu dieser Zeit an Benedikts Bett stand.

Sprach Benedikt seine letzten Worte auf Italienisch oder Deutsch?

Letzte Worte berühmter Leute faszinieren viele. Manche meinen, darin die Quintessenz eines Lebens geäußert zu sehen. Oder gar einen Augenschein vom Jenseits zu erhaschen. Doch letzte Worte sind oft ganz anders. Und viele sind umstritten.

So wie die von Benedikt: Einem anderen Bericht zufolge soll Benedikt nämlich auf Deutsch „Jesus, ich liebe dich“ gesagt haben. Historiker raten in solchen Fällen zu Misstrauen.

Aber schauen wir uns andere letzte Worte an. Die Katholische Nachrichtenagentur hat einige der Schillerndsten zusammengestellt:

  • „Mehr Licht“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Goethe (1749 bis 1832) soll sich „mehr Licht“ gewünscht haben. Klingt jedenfalls gut. An anderer Stelle heißt es dagegen, er habe zu seiner Schwiegertochter gesagt „Frauenzimmerchen, gib mir dein Pfötchen.“ Laut seinem Diener Krause stieg Goethe ganz zuletzt noch eine Etage tiefer und verlangte schlicht nach seinem Nachttopf.

  • „Scheiße“ (Walt Whitman)

Der amerikanische Dichter (1819 bis 1892) hatte sich angeblich seit Jahren seine letzten Worte zurechtgelegt. Im entscheidenden Moment fielen sie ihm jedoch nicht mehr ein. So ging Whitman mit einem ziemlich irdischen Fluch in die ewigen Jagdgründe.

  • „Zeig den Leuten meinen Kopf – er ist es wert, dass sie ihn sehen“ (Georges Danton)

Das soll der berühmte französische Revolutionär (1759 bis 1794) auf dem Schafott gesagt haben, bevor seine Revolution auch ihn fraß. Ob es stimmt? Zuzutrauen wäre es ihm.

  • „Schade, schade, zu spät“ (Ludwig van Beethoven)

Für was es dem großen deutschen Komponisten (1770 bis 1827) der Wiener Klassik zu spät war, werden wir wohl nicht erfahren – doch für was wäre es in dieser Situation nicht zu spät?

  • „Do jitt et nix zo kriesche“ (Konrad Adenauer)

Der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik (er lebte von 1876 bis 1967) war Kölner durch und durch. Die Übersetzung seiner letzten Worte: „Da gibt es nichts zu heulen.“

  • „Gott wird mir verzeihen; es ist sein Beruf“ (Heinrich Heine)

Ob der Dichter (1797 bis 1856) wirklich in seinen allerletzten Momenten diesen coolen Spruch vom Stapel gelassen hat? Oder vielleicht eher so einen oder zwei Tage vorher?

  • „Was soll ich mit Ihnen reden? Ich habe demnächst einen Termin mit Ihrem Boss“ (Marlene Dietrich)

Die große deutsche Schauspielerin (1901 bis 1992) war für ihre Berliner Schnauze berühmt. Die behielt sie dann wohl bis zum Schluss.

  • „Herr Pfarrer, in wenigen Minuten werde ich mehr wissen als Sie“ (Alfred Delp)

Das hat der berühmte Hitler-Gegner und Widerständler (1907 bis 1945) vor seiner Hinrichtung zu dem anwesenden Pfarrer gesagt.

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