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Bei Auseinandersetzungen mit Jugendlichen wurden am Wochenende fünf Polizisten verletzt. Ein angedachtes Verweilverbot kommt nicht – aber die Freitreppe wird gesperrt.

In der Stuttgarter Innenstadt war es am späten Samstagabend zu Ausschreitungen gekommen. Weil sich rund 600 vorwiegend junge Menschen nicht an die Abstandsregeln und das dort ab 22 Uhr geltende Alkoholverbot gehalten hatten, griff die Polizei ein.

Vor Feiertagen und an Wochenenden ist die Freitreppe abgeriegelt

Da die Freitreppe offenbar Ausgangspunkt der Auseinandersetzungen war, sperrt die Stadt Stuttgart die Freitreppe zum Kleinen Schlossplatz an Freitagen und Samstagen sowie vor Feiertagen, teilte die Stadt Stuttgart am Dienstag mit. Die Regelung gelte ab sofort.

‼️ Die Freitreppe zum kleinen #Schlossplatz in #Stuttgart wird ab sofort an Freitagen und Samstagen sowie vor Feiertagen jeweils zwischen 20 Uhr und 6 Uhr des Folgetags gesperrt. ℹ️ Alle Infos: https://t.co/QatIB39bzF https://t.co/1KWbZxd1By

Zum ersten Mal wird die Freitreppe am Mittwoch gesperrt, dem Abend vor dem Feiertag Fronleichnam am Donnerstag.

Erstmal keine Verweilverbote

Auf ein Verweilverbot an bestimmen Plätzen will die Stadt aber vorerst verzichten.

Mit der Sperrung der Freitreppe will die Stadt Stuttgart die Auswirkungen für alle anderen Bürgerinnen und Bürger sowie Besucherinnen und Besuchern so gering wie möglich halten. Laut Ordnungsbürgermeister Maier wären bei einem Verweilverbot in Teilen des Cityrings auch diejenigen betroffen, die sich friedlich und ordnungsgemäß verhalten würden. Daher wolle die Stadt zunächst von einem Verweilverbot absehen.  

In der Nacht auf Sonntag wurden fünf Polizisten verletzt, eine Polizistin musste ihren Dienst abbrechen. Sechs Menschen wurden vorübergehend festgenommen. Laut Polizei wurden Anzeigen wegen Beleidigung und Körperverletzung erteilt.

Strobl: Verhalten von Störenfrieden absolut inakzeptabel

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) äußerte sich zu den Ausschreitungen in Stuttgart. In einer schriftlichen Erklärung zeigte er zunächst Verständnis, „dass es die Menschen nach der langen Durststrecke ins Freie zieht“. Doch das, was auf der Freitreppe passierte, nannte er „unverständlich und absolut inakzeptabel“.

Es gilt klipp und klar: Wir nehmen es nicht hin, dass Störenfriede in der Stuttgarter Innenstadt gegen Recht und Gesetz verstoßen und Polizistinnen und Polizisten massiv beleidigen und gar verletzen.

Strobl danke in dem Statement den Polizistinnen und Polizisten für ihre hervorragende Arbeit. Den verletzten Beamten wünschte er schnelle und gute Genesung.

Stimmung in der Stuttgarter Innenstadt kippte gegen Mitternacht

Gegen 23 Uhr am Samstagabend seien vermehrt junge Menschen zur Freitreppe gekommen, so Polizeisprecher Jens Lauer im SWR. Die Stimmung sei aggressiver geworden. Nachdem die Polizei mit Lautsprecherdurchsagen die Menge aufforderte, die Corona-Regeln einzuhalten, seien unvermittelt Flaschen geflogen. Um die Situation unter Kontrolle zu bringen, habe man entschieden, die Freitreppe zu räumen.

Polizisten in Schutzausrüstung laufen durch die Stuttgarter Innenstadt (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)

Nachrichten Polizeisprecher beschreibt, was in der Nacht in Stuttgart passiert ist

Dauer

Sechs Festnahmen in Stuttgart – Anzeigen wegen Beleidigung und Körperverletzung

Außerdem hatte die Polizei kurzzeitig die Zufahrtswege rund um den Schlossplatz und zur Königstraße gesperrt. Die jungen Menschen wurden aufgefordert, den Platz zu räumen und sich in Richtung Hauptbahnhof zu bewegen. Dabei soll es zu weiteren Flaschenwürfen, Auseinandersetzungen und Beleidigungen gekommen sein.

Gegen 2 Uhr hatte sich die Lage deutlich beruhigt. Bei anschließenden Überprüfungen stellten die Einsatzkräfte laut Polizeibericht „diverse Sachbeschädigungen im Bereich der Königstraße“ fest.

Eine zerbrochene Bierflasche liegt auf dem Schlossplatz. In der Nacht gab es rund um den Schlossplatz Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)
Eine zerbrochene Bierflasche liegt auf dem Schlossplatz und zeugt von den Krawallen, die es in der Nacht dort gegeben hat. picture alliance/dpa | Christoph Schmidt

Seit 27.Mai keine Ausgangssperre mehr in Stuttgart

Bereits in der Nacht zum Samstag hatte es an gleicher Stelle Zusammenstöße zwischen der Polizei und rund 250 Personen gegeben.

Seit 27.Mai müssen Stuttgarter erstmals seit Wochen nicht mehr um 22 Uhr zu Hause sein. Das Alkoholverbot an vielen öffentlichen Plätzen in Stuttgart besteht allerdings weiter.

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