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AUTOR/IN
Tim Stobbe (Foto: SWR3)

Tausende Menschen sind in London gegen US-Präsident Trump und seine Politik auf die Straße gegangen. Bunt und laut protestierten sie – und Trump? Der sah nur eine „kleine“ Demo und jede Menge Fake News.

Tausende Demonstranten haben in London ihrem Unmut über den Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump Luft gemacht. Sie ließen am Dienstag einen Protestballon in Form eines riesigen Trump-Babys in Windeln in die Luft steigen. Nicht weit davon entfernt – am Trafalgar Square – bauten sie einen knapp fünf Meter großen sprechenden Donald-Trump-Roboter auf, der mit heruntergelassener Hose auf einer Goldtoilette sitzt. Andere verkauften Klopapier mit Trumps Gesicht darauf oder protestierten mit Schildern, auf denen stand „Trump ist eine Gefahr für die Welt“.

Labour-Chef bei Anti-Trump-Demo

Die Organisatoren warfen Trump Sexismus und Rassismus vor. Als Redner war auch der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, dabei. Bei vielen Themen wie Einwanderung und Klimaschutz nahm er ziemlich genau die jeweils gegenteilige Position zu Trump ein. Aus Protest war er dem Staatsbankett zu Ehren Trumps am Montagabend im Buckingham-Palast fern geblieben.

Trump wiederum hat die Berichte über die Massenproteste gegen ihn als Fake News bezeichnet. Er sagte bei einer Pressekonferenz, viele Menschen würden auf den Straßen jubeln, er habe nur eine ganz kleine Demonstration gesehen. Anderslautende Berichte seien – so ungern er es sage – Fake News.

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Unabhängig von seiner Person, seiner US- und seiner Außenpolitik hatte Trump noch kurz vor seinem Besuch für Unruhe in Großbritannien gesorgt. Denn kurz vor seiner Landung zu seinem üblicherweise eher unpolitischen Staatsbesuch hat er sich in die britische Innenpolitik eingemischt: Er würde einen harten Brexit im Oktober in Kauf nehmen und Boris Johnson gäbe seiner Meinung nach einen guten Nachfolger für Theresa May ab.

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