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Svenja Maria Hirth (Foto: SWR3)

Auch der zweite Testflug endet in einer Panne: Wieder ist eine SpaceX-Rakete explodiert. Trotzdem sehen die Ingenieure den Flug als Erfolg.

Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat einen neuen Rückschlag hinnehmen müssen. Der Testflug des neuen „Starship“-Raketenprototyps SN9 endete in Flammen. Dabei schien nach dem gelungenen Start zunächst alles nach Plan zu verlaufen.

Die Rakete erreichte die angestrebte Flughöhe von gut zehn Kilometern, schwebte einen Moment lang in der Luft und setzte dann zum Rückflug an. Doch wegen eines technischen Defekts stürzte das unbemannte „Starship“ scheinbar wie ungebremst auf dem Testgelände zu Boden und ging in einem Feuerball auf. Der Testflug hatte etwa sechseinhalb Minuten gedauert.

SpaceX-Ingenieur John Insprucker sagte nach der Explosion, man habe eine Menge guter Daten gesammelt und das vorrangige Ziel erreicht, Kontrolle über die Rakete und den Wiedereintritt in den Unterschallbereich zu demonstrieren.

Wir müssen bloß noch etwas an der Landung arbeiten. Alles in allem ein toller Flug – und eine Erinnerung daran, dass dies ein Testflug war.

SpaceX-Ingenieur John Insprucker

Rakete soll irgendwann zu Mond und Mars

Mit den Testflügen will SpaceX einzelne Teile der Rakete testen. Nach den Plänen von SpaceX-Gründer Elon Musk soll die Rakete eines Tages Fracht und Menschen zu Mond und Mars befördern.

Das schwierige dabei: Sie soll komplett wiederverwendbar werden. Um das zu erreichen, muss sie in der Luft ein Wendemanöver vollführen und anschließend wieder kontrolliert auf dem Boden landen.

SpaceX-Rakete explodierte bereits bei erstem Testflug

Bereits im Dezember explodierte ein Prototyp einer neuen SpaceX-Rakete während eines Testfluges bei der Landung.

So lief der erste Testflug der „Starship“-Rakete ab

Der 50 Meter hohe Prototyp der „Starship“-Rakete sollte bei seinem Test im südlichen Texas eine Höhe von 12,5 Kilometern erreichen. Offiziell gab es keine Bestätigung von SpaceX über die tatsächliche maximale Flughöhe. Die Rakete soll aber der Nachrichtenagentur AP zufolge recht nah an die Marke von 12,5 Kilometern gekommen sein.

Der Start erfolgte problemlos. Nachdem die Rakete eine Zeit lang in den Himmel gestiegen war, wurden ihre drei Antriebe nach etwa fünf Minuten nacheinander abgeschaltet. Danach sei die Rakete dann planmäßig auf die Seite gekippt, um dann im freien Fall wieder zur Erde zurückkehren zu können. Um den massiven Prototypen vor der Landung abzubremsen, seien seine drei Triebwerke wieder angeworfen worden. Trotzdem explodierte die Rakete bei der Landung, weil sie offenbar zu schnell am Boden aufkam. SpaceX teilte auf Twitter eine Videoaufnahme der Landung.

Starship landing flip maneuver https://t.co/QuD9HwZ9CX

Testflug war damals auch schon ein Erfolg: „Mars, wir kommen!“

Trotz der explosiven Landung freut sich SpaceX-Gründer Elon Musk über den Testflug und twitterte: „Mars, wir kommen!“

Die neue Rakete „Starship“ soll nämlich schon in ein paar Jahren Menschen zum Roten Planeten bringen. So stellt es sich Musk zumindest vor. Deshalb zeigt sich der Unternehmer auch zufrieden. Denn durch den neuen Testflug konnten „alle Daten, die wir brauchten“ gewonnen werden. So sei etwa der Druck im Treibstofftank niedrig gewesen, wodurch die Rakete zu schnell gelandet sei, teilte Musk auf Twitter mit.

Fuel header tank pressure was low during landing burn, causing touchdown velocity to be high & RUD, but we got all the data we needed! Congrats SpaceX team hell yeah!!

SpaceX-Prototypen werden immer besser

Die neue Rakete ist eine deutliche Weiterentwicklung früherer Prototypen, die nicht höher gekommen waren als 150 Meter.  Bei solchen Testflügen gehe es vor allem darum, dazuzulernen, teilte SpaceX vorab auf seiner Website mit.

„Starship“ gehört zu den oberen Raketenstufen von Musks geplanter Raumfahrtflotte. Die ersten bemannten Flüge damit sollen irgendwann mit Hilfe einer unteren Raketenstufe namens „Super Heavy“, die noch in Entwicklung ist, erfolgen. Insgesamt wäre die fertige Rakete inklusive Zusatz-Rakete etwa 120 Meter hoch und damit 9,4 Meter höher als die „Saturn V“ der Nasa, die für die Mondflüge Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre zum Einsatz kam.

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