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Sie ist nicht mehr als zehn Millimeter groß und schwarz-weiß gemustert: die Asiatische Tigermücke. In Teilen Süddeutschlands ist sie auf dem Vormarsch. Deshalb werden im Südwesten derzeit Maßnahmen zur Bekämpfung hochgefahren.

Eine offene Regentonne, vollgelaufene Topfuntersetzer und ein Sammelsurium von Gießkannen – hier fühlt sich die Asiatische Tigermücke wohl und legt ihre Eier ab. Im Gegensatz zur Rheinschnake, die im Wesentlichen in Überschwemmungsgebieten vorkommt, bevorzugt die Tigermücke nämlich künstliche Wasserbehältnisse als Brutstätte.

So gehen Städte im Südwesten gegen Tigermücken vor

Nachdem in der Gegend um Weil am Rhein im feuchtwarmen Oberrhein-Gebiet immer wieder asiatische Tigermücken aufgetaucht sind, verteilt das Ordnungsamt Gifttabletten an die Bürger. Diese sind für Menschen harmlos, für die Tigermücken aber tödlich.

So sieht sie aus: die Asiatische Tigermücke. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Gustavo Amador/epa efe/dpa)
So sieht sie aus: die Asiatische Tigermücke. picture alliance/Gustavo Amador/epa efe/dpa

Die Stadt und das Gesundheitsamt bitten die Bürger deshalb um Unterstützung vor allem im Neubaugebiet Melm. Die dortigen Haushalte werden mit einem Faltblatt und einer Packung sogenannter Bti-Tabletten zur Behandlung möglicher Brutstätten versorgt.

Der biologische Wirkstoff Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) kommt in einer Sprayflasche mit Wasser gelöst zum Einsatz und ist für Tiere und Menschen unbedenklich – für die Mückenlarven aber tödlich. Das damit behandelte Wasser kann deshalb weiter verwendet werden.

Auch das pfälzische Ludwigshafen verstärkt den Kampf gegen das Insekt – das Coronavirus habe damit aber nichts zu tun, hieß es von der Stadt:

Corona-Viren werden von Stechmücken nicht übertragen. Allerdings wird die Entwicklung der Mücke durch die Klimaextreme begünstigt – zum Beispiel durch hohe Temperaturen. So können über der Wasseroberfläche abgelegte Eier auch den Winter überstehen.

Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut warnt deshalb, man müsse vermeiden, dass sich ein neuer Überträger in Deutschland etablieren kann.

Was kann jeder gegen Tigermücken tun?

Es gibt Insektenfallen, speziell für die Asiatische Tigermücke: Sie sehen aus wie dunkle, mit Wasser befüllte Plastiktöpfe zum Anbringen in Gebüschen und Bäumen. Ein Holzstab lädt die Weibchen zur Ablage der Eier ein. Das erleichtert Mückenfängern dann, diese zu entfernen.

In erster Linie geht es im Kampf gegen die Mücken aber um das Vermeiden unnötiger Wasseransammlungen. „Hier ist die Mithilfe der Bevölkerung notwendig“, sagt Norbert Becker von der Gesellschaft zur Förderung der Stechmückenbekämpfung in Speyer.

Wer die auffällig kontrastreichen Stechinsekten mit den fünf Ringen an den Hinterbeinen entdeckt, soll das bei den örtlichen Behörden melden.

Infektionen durch den Blutsauger hierzulande selten

Eine Ansteckung über die Tigermücke hierzulande hängt aber von vielen Bedingungen ab, wie Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut erläutert. Erst müsste ein Reisender einen Krankheitserreger mitbringen und von einem Blutsauger gestochen werden. In der Tigermücke müsste sich dann der Erreger bei hohen Temperatur vermehren, so dass er beim Stich eines anderen Menschen übertragen wird. Das sei nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich, meint Glasmacher. In Südfrankreich habe es zum Beispiel schon einzelne Fälle von Dengue-Fieber gegeben.

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