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Hans Liedtke
Hans Liedtke (Foto: SWR3)
Shayan Mirmoayedi

Auf Social-Media kurz etwas Gutes tun? Offenbar streicht Tiktok Spenden an syrische Familien in Not zu einem Großteil selbst ein.

Die BBC berichtet, dass Tiktok rund 70 Prozent der Spenden selbst behält. Dabei hat die Plattform eigentlich verboten, in Livestreams nach Geld zu fragen. Ein System aus Agenturen beutet aber offenbar genau so Menschen in Not aus.

So läuft die Tiktok-Masche

Agenturen sollen den Familien Accounts mit über 1.000 Abonnenten und Handys mit britischen SIM-Karten zur Verfügung stellen, damit die Livestreams britischen Usern angezeigt werden. Darin betteln die Familien in Not um Spenden.

Das Geld, das User in Livestreams über Tiktok spenden, geht aber nicht allein an die Bedürftigen: Bis zu 70 Prozent fließen direkt in die Taschen von Tiktok. Die BBC rechnet aus: Wenn ein User 106 US-Dollar spendet, kommen nach Abzug weiterer Gebühren nur rund 19 US-Dollar bei denen an, für die der User eigentlich spenden wollte.

Das sagt Tiktok

Für Marwa Fatafta von Access Now – einer Organisation, die sich für Bürgerrechte im Netz einsetzt – ist klar: Tiktok ermöglicht ein ausbeuterisches System und verletzt die Rechte der Familien. Von der BBC darauf angesprochen, antwortete Tiktok, dass stärker gegen diese Livestreams vorgegangen werden soll. Weil ihnen sonst nichts übrig bleibt, betteln laut BBC-Recherche hunderte Familien am Tag in Tiktok-Livestreams.

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