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Amelie Heß
Amelie Heß (Foto: SWR)

In Argentinien hat sich ein Mädchen selbst stranguliert. Sie hatte an einer Mutprobe auf Tiktok teilgenommen. Jetzt will auch die EU-Kommission härter gegen die Plattform vorgehen.

Es passiert immer wieder: Kinder und Jugendliche rufen sich gegenseitig auf der Social-Media-Plattform Tiktok zu gefährlichen Mutproben auf und sterben dabei. So auch im Fall der jungen Milagros Soto aus Argentinien.

Gefährliche Tiktok-Challenge – Mädchen tot im Zimmer gefunden

Die 12-Jährige wurde am Wochenende tot in ihrem Zimmer gefunden, nachdem sie an der Tiktok-„Blackout-Challenge“ teilgenommen hatte, die offenbar live an ihre Mitschüler gestreamt wurde. Um ihren Hals hing ein Seil. Der hinzugerufene Rettungsdienst konnte nur noch den Tod des Mädchens feststellen.

Die Tante von Milagros, Laura Luque, machte den Fall auf Facebook öffentlich, um andere Eltern zu warnen: „Das ist Milagros, meine Nichte, die heute ihr Leben verlor, während sie eine Tiktok-Challenge durchführte. Bitte teilt meinen Beitrag. Ihre Mutter und ich sind untröstlich.“

Hola a todos . Mi nombre es lali .. hago público esto que estoy viviendo. ella es milagros mi sobrinita.. a quien hoy...Posted by Laura Luque on Friday, January 13, 2023

Die Tante sagte gegenüber der Zeitung El Litoral, ihre Nichte hätte über eine Whatsapp-Nachricht den Aufruf erhalten, an der Challenge teilzunehmen. Sie sei in der Schule schwer gemobbt worden. Bei der „Blackout-Challenge“ würgen sich die Teilnehmenden live vor der Kamera, bis sie in Ohnmacht fallen.

Was ihr tun könnt, wenn eure Kinder gemobbt werden, lest ihr hier:

Cybermobbing Attacken im Netz: So können Eltern und Jugendliche reagieren

Was tun, wenn die eigenen Kinder Opfer von Beleidigungen und Drohungen im Netz werden? Wichtige Verhaltenstipps und Hilfeadressen gibt uns Cybermobbing-Expertin Birgit Kimmel.

Laut der Staatsanwaltschaft der Stadt Capitán Bermúdez wurde auf dem Smartphone das von Milagros aufgenommene Video gefunden, auf dem zu sehen ist, wie sie sich mit einem Seil selbst stranguliert, bis sie ohnmächtig wird und stirbt. Ob ihr Todeskampf wirklich live übertragen wurde, ist noch nicht klar.

EU-Kommission sagt Tiktok den Kampf an

Genau wegen solcher Challenges will die EU-Kommission härter gegen den chinesischen Anbieter Tiktok vorgehen. Sollte sich das Unternehmen in Zukunft nicht an europäische Regeln halten, gebe es weitreichende Sanktionen, sagte der für Technologiethemen zuständige EU-Kommissar Thierry Breton. Es könne nicht sein, dass Nutzer über scheinbar lustige und harmlose Features innerhalb weniger Sekunden zu gefährlichen und manchmal sogar lebensbedrohlichen Inhalten gelangten.

Schon im vergangenen Jahr hatte das EU-Parlament strengere Vorgaben für Internetkonzerne wie Tiktok erlassen. „Ich habe Tiktok-CEO Shou Zi Chew sehr deutlich signalisiert, dass es notwendig ist, sich verstärkt um die Einhaltung der EU-Rechtsvorschriften zu Datenschutz, Urheberrechten und Online-Plattformen zu kümmern“, teilte Breton mit.

With younger audiences comes greater responsibility. As a platform reaching millions of young Europeans, #TikTok has to fully comply with EU law, notably the #DSA. I asked TikTok CEO Shou Zi Chew to demonstrate, as soon as possible, not only efforts but results. https://t.co/3B8yGaIQp2

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