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Die Polizei findet mitten auf einer Landstraße in Hessen ein totes Reh – überfahren. Nur: Das Reh hatte eine Warnweste um. Vielleicht war das ja gut gemeint, aber...

Später Sonntagabend im hessischen Fischbachtal-Niedernhausen bei Darmstadt: Die Polizei trifft an dem Unfallort ein, der ihr kurz zuvor gemeldet worden war, und findet ein totes Reh auf der Landstraße. Das Besondere: Das Reh hat eine leuchtend orangene Warnweste um.

Neben dem Unfallort liegen noch kleinere Fahrzeugteile – ganz klar ein Wildunfall. Aber vom Unfallverursacher oder der Unfallverursacherin fehlt jede Spur. Wurde das Reh von ihm oder ihr so „abgesichert“?

Klar ist, dass dieses Verhalten nicht richtig war – auch wenn es der Unfallfahrer oder die Unfallfahrerin mit der Warnweste um das Reh vielleicht gut gemeint hatte.

Tier überfahren – so verhältst du dich richtig nach einem Wildunfall

Gerade jetzt, wenn es Anfang Herbst früher dunkel wird, können Wildunfälle öfter passieren. Laut ADAC gibt es in Deutschland alle 2,5 Minuten einen solchen Unfall. Daher gilt in der Dämmerung und auf Straßen, die an Wäldern oder Feldern vorbeiführen: vorsichtig fahren, die Straßenränder im Auge behalten und bremsbereit sein.

SWR3 hat mit Rinaldo Roberto von der Polizei in Mainz gesprochen. Hier ein paar Tipps, wie wir uns nach einem Wildunfall richtig verhalten.

Wildunfall: Unfallstelle sichern und Polizei rufen

Generell gilt – wie bei einem „normalen“ Unfall: Warnblinkanlage anschalten, Warnweste selbst anziehen und die Unfallstelle mit einem Warndreieck sichern. Sich dann einen Überblick schaffen, wie die Situation ist: Wo liegt das Tier, lebt es oder ist es tot, ist der Gegenverkehr gefährdet?

Danach die Polizei rufen. Das ist zum einen wichtig, weil die Polizei den Förster oder den Jagdpächter informiert – vielleicht kann dem überfahrenen Tier auch noch geholfen werden. Zum anderen stellt die Polizei auch die Wildunfallbescheinigung aus.

Unfall mit kleinem oder großem Tier – immer die Polizei rufen?

Im Wald sind unterschiedlich große Tiere unterwegs. Bei einem Kleintier, wie einem Hasen, Igel oder einem kleineren Vogel, ist es nicht unbedingt nötig, die Polizei zu rufen. Bei Katzen dagegen schon – denn es könnte sich ja um ein Haustier handeln. Bei größeren Tieren wie bei Rehen, Füchsen oder Wildschweinen ist es auf jeden Fall nötig, die Polizei zu rufen – auch wenn sie angefahren wurden und dann verletzt im Wald verschwunden sind. Rinaldo Roberto von der Polizei in Mainz erklärt auch, dass bei Wildschweinen besondere Vorsicht geboten ist:

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten Unfall mit einem großen oder kleinen Tier - Wie verhalte ich mich richtig?

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Wildschäden: Welche Versicherung greift?

Eine Bescheinigung über den Wildunfall ist wichtig, die braucht man, sobald der Schaden die 1.000 Euro-Grenze übersteigt. Nach Angaben des Versicherers HUK-COBURG kostet ein Wildschaden durchschnittlich 2.600 Euro. Für Schäden, die durch einen Unfall mit Tieren jeglicher Art entstehen, ist die Teilkasko-Versicherung zuständig. Wichtig für Versicherte mit einer Vollkasko-Versicherung: Zwar beinhaltet die immer eine Teilkasko-Versicherung, jedoch wirkt sich ein hier entstandener Wildschaden nicht auf den Schadenfreiheitsrabatt der Vollkasko aus.

Es kann aber auch den Fall geben, dass ein Autofahrer einem Tier bewusst ausweicht, um nachweislich einen größeren Schaden zu vermeiden. Auch in solchen Fällen zahlt die Teilkasko-Versicherung – so die Info von der HUK. Gemäß der aktuellen Rechtsprechung muss der Fahrer dafür aber schon den Zusammenprall mit Wildschwein, Reh oder Hirsch vermieden haben. Ebenfalls wichtig: Er muss einen Zeugen benennen können.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 25. September, 02:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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