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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

Europa kämpft nach Einschätzung der EU mit der schlimmsten Dürre seit mindestens 500 Jahren. Doch die Sache hat einen spannenden Nebeneffekt: Lang Vergangenes kehrt an die Oberfläche zurück.

Schon bei uns hat die Trockenheit in den vergangenen Wochen zu faszinierend-schaurigen Erscheinungen geführt: Etliche Fließgewässer in SWR3Land waren praktisch ausgetrocknet. Zwischenzeitlich hat sich die Lage etwas entspannt – jedoch nicht für lange. Doch auch an anderen Orten in Europa hat der Wassermangel Dinge enthüllt, die lange Zeit verschwunden waren.

Außer Schiffen auch Gräber und Geisterdörfer

Gerade hat die britische BBC eine Reihe Fotos aus ganz Europa zusammengetragen, die das belegen: Seen, die uralte Bauwerke freilegen; Flüsse, aus denen Überbleibsel des Zweiten Weltkriegs auftauchen. Wir haben die Liste ergänzt:

Der Po in Italien: Das deutsche Flussfrachtschiff „Zibello“ – gesunken 1943 – ist wieder sichtbar. (Foto: IMAGO, IMAGO / UIG)
Der Po in Italien: Das deutsche Flussfrachtschiff „Zibello“ – gesunken 1943 – ist wieder sichtbar. IMAGO / UIG Bild in Detailansicht öffnen
Ebenfalls in Italien, aber weiter nördlich am Gardasee: Wo diese beiden Frauen laufen, sollte eigentlich Wasser sein. Bild in Detailansicht öffnen
Wie ein Raumschiff, das aus dem Wasser aufsteigt: Die Halbinsel Sirmione am Südufer des Gardasees. Bild in Detailansicht öffnen
Die Kirche Sant Romà de Sau nördlich von Barcelona: In normalen Zeiten im Wasser verborgen. Jetzt kann man einfach durch die vertrocknete Flußlandschaft zur Kirche laufen. Foto: Albert Gea/Reuters Bild in Detailansicht öffnen
Die Donau in Serbien: Das Wrack eines deutschen Schiffes taucht bei der Stadt Prahovo auf. Es liegt hier seit dem Zweiten Weltkrieg, als Deutsche vor der vorrückenden Sowjet-Armee flohen. Bild in Detailansicht öffnen
Quer durch die Bildmitte zeigen sich durch den niedrigen Wasserstand die Überreste einer antiken Tiber-Brücke in Rom. Kaiser Nero hat sie vermutlich in den 60er Jahren des ersten Jahrhunderts bauen lassen. picture alliance/dpa | Oliver Weiken Bild in Detailansicht öffnen
Blick auf eine Wasserstelle am Colliford Lake im englischen Cornwall: Seit das Gebiet in den 80er Jahren geflutet wurde, waren diese Bäume unter Wasser – bis zu diesem August. picture alliance/dpa/PA/AP | Ben Birchall Bild in Detailansicht öffnen
Die Dolmen von Guadalperal im Westen Spaniens: Die bis zu 5.000 Jahre alte Grabanlage wird auch das „Spanische Stonehenge“ genannt. Seit 1963 ist die Gegend geflutet. Seitdem ist das jungsteinzeitliche Bauwerk nur viermal wieder aufgetaucht. Bild in Detailansicht öffnen
Die Grabanlage von oben. Bild in Detailansicht öffnen

„Geister der Vergangenheit“ tauchen auf – teils aus der Steinzeit

Auf der Liste steht der Tiber in Rom, der Brückenfragmente aus der Zeit Neros freigibt. Aber auch der Gardasee, der plötzlich nackte weiße Felsen zeigt. Auch wieder aufgetaucht: das sogenannte „spanische Stonehenge“ – eine Grabanlage aus der Jungsteinzeit, die einem Stausee zum Opfer gefallen war.

Es sind archäologische „Geister der Vergangenheit“, die uns faszinieren, aber auch erschrecken: Angesichts des um sich greifenden Klimawandels könnten sie gut auch die „Geister der Zukunft“ sein.

Zum Schluss: Das Dorf Aceredo in Nordspanien. Es wurde 1992 geflutet, um einem Wasserreservoir Platz zu machen. Jetzt ist es wieder da:

The ghost town of Aceredo flooded to make way for a reservoir- emerging after drought https://t.co/XiSWlavO6E

Die große Dürre: Die Story im Ersten

Landwirte leiden unter der Trockenheit und das Land bereitet sich auf die Dürre vor. Geht uns das Wasser bald aus? Filmemacher Daniel Harrich und ein Forscherteam gehen dieser Frage nach.

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