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Die Anhänger des Ex-Präsidenten drohen ganz offen damit, dass sie bei dem nächsten Sturm auf das Kapitol so viele Kongressmitglieder wie möglich umbringen wollen.

Schockierende Nachrichten aus der US-Hauptstadt Washington: Dort planen Anhänger von Ex-Präsident Donald Trump anscheinend einen neuen Angriff auf das Kapitol. Das hat die kommissarische Chefin der Parlamentspolizei, Yogananda Pittman, in einer Anhörung im Repräsentantenhaus gesagt.

Der Angriff soll demnach noch viel brutaler werden als der Sturm auf das Kapitol Anfang Januar. Angehörige von Milizen „haben ihren Wunsch geäußert, dass sie das Kapitol in die Luft jagen und so viele Kongress-Mitglieder wie möglich umbringen wollen“, sagte Pittman.

Acting U.S. Capitol Police Chief, Yogananda Pittman, told members of Congress Thursday that there are threats being made to use bombs to blow up the Capitol and kill members of Congress around the time of the State of the Union. https://t.co/yy0kjVy3LW

Der Zeitpunkt für den neuen Sturm aufs Kapitol steht schon fest

Auch der Zeitpunkt des geplanten Angriffs sei schon klar: Die anstehende Rede von Trumps Nachfolger Joe Biden vor beiden Kongresskammern. Diese Rede zur Lage der Nation hält der amtierende US-Präsident einmal im Jahr – meistens in den ersten Monaten des Jahres. Ein konkreter Termin für Bidens Auftritt steht aber bisher noch nicht fest.

Pittman empfahl, die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen rund um das Kapitol wegen der Pläne erst einmal beizubehalten. Milizenmitglieder, die schon beim Sturm auf das Kapitol am 6. Januar dabei waren, hatten laut Pittman ganz offen über die neuen Angriffspläne berichtet.

800 Trump-Anhänger stürmten das Kapitol

Pittman nannte auch zum ersten Mal Zahlen zum Sturm auf das Kapitol vor knapp zwei Monaten. Etwa 800 Trump-Anhänger hätten es geschafft, in das Gebäude einzudringen. Deutlich mehr als 10.000 Menschen seien damals auf dem Gelände des Kapitols gewesen.

Mit ihrem Angriff wollten die Trump-Fanatiker die Senatoren und Abgeordneten daran hindern, Joe Bidens Sieg bei der Präsidentenwahl offiziell zu bestätigen. Fünf Menschen starben während des Angriffs – unter ihnen ein Polizist. Mehr als 200 Menschen wurden bislang wegen ihrer Rolle bei den Ausschreitungen angeklagt – einige der Angeklagten haben Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen.

Sturm auf das Kapitol bringt zweites Amtsenthebungsverfahren gegen Trump auf den Weg

Passiert ist das Ganze, weil der damals noch amtierende Präsident Donald Trump seine Anhänger dazu aufgefordert hatte, am Kapitol gegen Bidens Vereidigung zu protestieren. Sie dürften sich den „Diebstahl“ der Wahl nicht gefallen lassen. Er versprach: „Das wird wild“ und dass er dabei sein werde. Seine Anhänger folgten seinem Aufruf und stürmten das Kapitol. Das brachte Trump das zweite Amtsenthebungsverfahren ein – in dem er trotz aller Vorwürfe freigesprochen wurde.

Die Senats-Polizei war mit dem Angriff offenbar überfordert: Auf etlichen Aufnahmen war zu sehen, wie die Eindringlinge praktisch ungehindert durchs Gebäude flanieren und es anschließend offenbar unbehellligt wieder verlassen konnten.

Unruhen ums Kapitol dauerten fast vier Stunden

Erst nach fast vierstündigen Unruhen erklärten die Sicherheitsbehörden die gewaltsame Besetzung des Kapitols für beendet. „Das Kapitol ist gesichert“, hieß es in einer Durchsage für die noch im Repräsentantenhaus verbliebenen Abgeordneten. In dem abgeriegelten Raum, in dem sie ausharrten, brandete Applaus auf. Kurz darauf nahm der Kongress seine Arbeit wieder auf.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 27. Juli, 14:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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