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Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Ex-Sicherheitsberater John Bolton geht in die nächste Runde. Trump will die Veröffentlichung von Boltons Buch wegen Sicherheitsbedenken stoppen.

Der Streit schwelt schon seit Monaten: Seit Trumps ehemaliger Sicherheitsberater John Bolton angekündigt hat, ein Enthüllungsbuch zu schreiben, ist US-Präsident Donald Trump dahinter her, dass das Werk nicht auf den Markt kommt.

Auch dieses Mal versucht Trump wieder, gegen das Werk vorzugehen. Das Weiße Haus hat eine einstweilige Verfügung beantragt, um die Veröffentlichung zu stoppen. Der Grund: Es würde die nationale Sicherheit der USA gefährden.

Bolton soll streng geheime Vorgänge ausgeplaudert haben

Die US-Regierung argumentiert in dem Antrag, der Republikaner Bolton habe bei seinem Amtsantritt als Sicherheitsberater Vertraulichkeitsvereinbarungen unterzeichnet. Damit habe er sich verpflichtet, Schriften wie das Buch vor einer Veröffentlichung dem Nationalen Sicherheitsrat zur Überprüfung vorzulegen – das habe Bolton aber nicht getan.

Donald Trump (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Evan Vucci/AP/dpa)
Ist auf seinen ehemaligen nationalen Sicherheitsberater nicht gut zu sprechen: US-Präsident Donald Trump picture alliance/Evan Vucci/AP/dpa

Das Werk beinhalte „streng geheime Informationen“, sagte Trump in der Sendung „Hannity“ des Nachrichtensenders Fox News. Bolton habe keine Genehmigung für dessen Veröffentlichung. „Er brach das Gesetz. Sehr einfach.“ Das Buch setze sich aus Lügen und Fake-Geschichten eines „missmutigen langweiligen Narren zusammen, der nur in den Krieg ziehen wollte“, schob Trump bei Twitter nach.

Wacko John Bolton’s “exceedingly tedious”(New York Times) book is made up of lies & fake stories. Said all good about me, in print, until the day I fired him. A disgruntled boring fool who only wanted to go to war. Never had a clue, was ostracized & happily dumped. What a dope!

Bolton: Trump suchte Wahlkampfhilfe bei Xi Jinping

Und noch etwas dürfte an Trumps Ego kratzen: Bolton stellt Trump als ungebildeten, selbstsüchtigen Volltrottel dar, der Außenpolitik nach Bauchgefühl mache und machtgierig sei. Unter anderem wirft Bolton dem Präsidenten vor, den chinesischen Präsidenten Xi Jinping gebeten zu haben, Trumps Chancen auf eine Wiederwahl mit dem Aufkauf von US-Agrarprodukten auf die Sprünge zu helfen.

Der US-Präsident soll Chinas Staatschef außerdem im harten Vorgehen gegen muslimische Minderheiten in der Region Xinjiang bestärkt haben, wie Bolton schrieb. So habe Trump Xi am Rande des G20-Gipfels in Osaka 2019 laut einem Dolmetscher gesagt, dass dieser den Bau von Haftlagern vorantreiben solle.

Trump soll ignorant, ungebildet und selbstsüchtig sein

Boltons Buch „The Room Where It Happened: A White House Memoir“ soll eigentlich am Dienstag erscheinen. Auf 577 Seiten wirft Bolton dem Präsidenten unter anderem auch vor, jede Entscheidung nur darauf zu überprüfen, ob sie seine Wiederwahlchance erhöht.

John Bolton (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Evan Vucci/AP/dpa)
Zieht Trumps Groll auf sich: Ex-Sicherheitsberater John Bolton picture alliance/Evan Vucci/AP/dpa

Und der ehemalige nationale Sicherheitsberater zeichnet von seinem Ex-Chef das Bild eines inkompetenten Ignoranten: Trump habe Finnland für einen Teil Russlands gehalten; keine Ahnung gehabt, dass Großbritannien eine Atommacht sei und Reporter als „Drecksäcke“ bezeichnet, die „hingerichtet“ werden sollten.

Trump hatte seinen engen Vertrauten Bolton im September als Sicherheitsberater gefeuert – wegen Meinungsverschiedenheiten. Bolton kündigte schon damals an, er werde zu gegebener Zeit seine Sicht auf die Dinge darlegen.

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