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Björn Widmann (Foto: SWR3)

Carl Bernstein hat den Watergate-Skandal ans Licht gebracht. Jetzt behauptet er: Gegenüber verbündeten Regierungschefs verhalte sich US-Präsident Trump wie ein Rüpel – vor allem, wenn es um Frauen gehe.

Vor allem auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe Trump es abgesehen, sagt Bernstein. „Alliierte bedrängt er und fast sadistisch geht er mit Frauen am Telefon um, insbesondere mit Angela Merkel“.

Die Kanzlerin habe er nicht nur bedrängt: „Er nannte Merkel dumm und in der Hand der Russen“, sagte Bernstein der ARD. Er hat im Auftrag des Senders CNN mit Dutzenden aktiven und ehemaligen Mitarbeitern des Weißen Hauses gesprochen.

Solche, die Trumps Telefonate mithören oder nachträglich lesen durften. Darunter frühere Außenminister, Verteidigungsminister und Stabschefs des Weißen Hauses.

Trump in Gesprächen schlecht vorbereitet

Die Bilanz: „In Hunderten Telefongespräche mit Regierungschefs war der Präsident nicht in der Lage, außenpolitische Beziehungen kompetent zu pflegen.“

Er sei schlecht vorbereitet gewesen und habe immer wieder Positionen der USA einfach aufgegeben. Deutlich geworden sei vor allem, dass sich Trump von starken Männern besonders beeindrucken lasse, ja geradezu devot erscheine.

Bernstein: Trump sucht „fast sklavisch“ Putins Anerkennung

„Bei Telefonaten mit Putin sucht er fast sklavisch dessen Anerkennung“, sagte Bernstein. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan habe zeitweise zweimal in der Woche angerufen und sei auf Trumps Anweisung hin immer durchgestellt worden.

Mobbt Trump Merkel?  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Alexei Nikolsky/Pool Sputnik Kremlin/dpa)
Vor Wladimir Putin kuscht Donald Trump laut Bernstein. picture alliance/Alexei Nikolsky/Pool Sputnik Kremlin/dpa

Erdoğan habe ihn sogar öfter auf dem Golfplatz angerufen – mit dem Ergebnis, dass Trump am Ende die amerikanischen Truppen aus Syrien abzog und damit die verbündeten Kurden den Angriffen der Türkei schutzlos ausgeliefert hat.

Trumps Verhalten an Merkel abgeprallt

Besondere Zielscheibe sei auch die frühere britische Ministerpräsidentin Theresa May gewesen. Laut Carl Bernstein hätten Trumps aggressive Angriffe auf Theresa May durchaus einschüchternd gewirkt. Genau das, was der Präsident beabsichtigt habe.

Merkels Reaktion dagegen hätten seine Quellen ganz anders beschrieben. „Sie ging sehr gut damit um. Wie Wasser auf dem Rücken einer Ente ließ sie es an sich abperlen“. Das Kanzleramt wollte den Bericht nicht kommentieren. Ein Regierungssprecher verwies auf die Vertraulichkeit der Gespräche.

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