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Nach dem Ausbruch des Unterwasservulkans in Tonga wird das Ausmaß der Verwüstungen klar: Ein Video zeigt die Zerstörung auf den Inseln. Es gibt aber auch gute Nachrichten.

Der Unterwasservulkan Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai in Tonga hat die Erde bei seinem Ausbruch vor wenigen Tagen einmal komplett durchgeschüttelt. Die Druckwelle der Mega-Explosion war sogar bei uns in Deutschland noch messbar.

Jetzt ist ein erstes Video veröffentlicht worden, das die Zerstörung in Tonga zeigt. Das Konsulat von Tonga in der EU hat die Aufnahmen veröffentlich. Die Aufnahmen erinnern an den Tsunami in Südostasien im Jahr 2004: Überall liegen Trümmer und viele Gebäude sind zerstört.

🔴 // Raw Video 📢 // Partial communications have been restored on the islands of Tonga, allowing video of the Tsunami's aftermath to trickle in, almost all homes understood to be destroyed 📍// Tonga 📺 // @Reuters & Various Sources #Tonga #honga #volcano #aftermath https://t.co/DFElziCbBO

Wasser und Essen in Tonga werden knapp: Hilfsgüter auf dem Weg

Die Organisation Save The Children teilte mit, dass den Menschen auf den Inseln Essen und Trinkwasser ausgehen. Mehr als 80.000 Menschen seien von der Naturkatastrophe betroffen – mindestens 28.000 seinen Kindern.

Immer mehr Staaten schicken Hilfsgüter in den Südpazifik. Großbritannien will dabei zum Beispiel mit Neuseeland und Australien zusammenarbeiten, um Trinkwasser, Zelte und Schutzausrüstung anzuliefern, sagte Außenministerin Liz Truss.

Tonga feiert seinen „Aquaman“: 27 Stunden im Meer getrieben

Während in Tonga die Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten los gehen, hat das Inselreich einen neuen Helden gefunden. Lisala Folau wurde von einer Tsunamiwelle weggerissen und soll 27 Stunden lang im Meer getrieben sein, berichtet das Radio in Tonga. Seine Tochter Talivakaola postete Bilder ihres Vaters bei Facebook.

Der 57-Jährige sei insgesamt 13 Kilometer von einer Insel zur anderen gespült worden, wo er sich an den Strand retten konnte und sich dann auf eine Straße schleppte, wo ihn ein Autofahrer fand. Die Geschichte machte schnell die Runde und seitdem hat Lisala den Spitznamen „der echte Aquaman“.

TALANOA HEIKAI TOE NGALO HEEKU MOUI ..IM PROUD OF YU MY DAD FAKAFETAI EIKI HOO KAUFAKII AE KOFUKOFU HOKU MAFU(DAD)...Posted by Talivakaola Folau on Wednesday, January 19, 2022

Nach Vulkanausbruch: Tonga wochenlang ohne Telefon und Internet

Tonga bleibt weiter von der Außenwelt abgeschnitten – zumindest was die Kommunikation angeht. Durch das Seebeben nach dem Ausbruch des Vulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai ist ein wichtiges Kabel an gleich zwei Stellen gebrochen. Über diese Leitung sind die Südseeinseln an die Internet- und Telefonkommunikation angeschlossen.

Das US-Kabelunternehmen SubCom weist darauf hin, dass es mindestens vier Wochen dauern wird, bis die Kabelverbindung von Tonga repariert ist.

Wir wissen, wie wichtig es in Zeiten wie diesen ist, dass die Menschen in Verbindung bleiben können. Wir tun alles in unserer Macht Stehende, um sicherzustellen, dass eine internationale Verbindung mit Tonga wiederhergestellt wird“, sagte eine Chefin des Mobilfunkanbieters Digicel. Das Kabelreparaturschiff „Reliance“ sei auf dem Weg nach Tonga.

Tonga: 15 Meter hohe Wellen verwüsten drei Inseln

Mittlerweile ist klar, dass mindestens drei Inseln nach dem Seebeben von bis zu 15 Meter hohen Wellen getroffen wurden. Laut Rotem Kreuz sind die Wellen über die Inseln Nomuka, Mango und Fonoifua geschwappt. Nur wenige Häuser seien stehengeblieben.

Tsunamiwelle schwappt einmal um die Erde

Die Tsunamiwelle, die der Ausbruch des Unterwasservulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha’apai im Inselstaat Tonga am Samstag verursacht hat, ist in den Folgestunden einmal um die Welt geschwappt ist. Sogar im 10.500 Kilometer entfernten Peru hat die Welle im Hafen der Stadt noch Schäden angerichtet.

Wie gewaltig der Ausbruch des Vulkans war, zeigt eine Grafik, die Christian Fritze bei Twitter gepostet hat: „Einmal grob die Grenzen von Deutschland als Größenvergleich über ein Satellitenbild gelegt, um das Ausmaß der #Tonga Eruption zu verdeutlichen“, schrieb er. Die Aschewolke würde den Himmel zwischen Passau und Offenburg und von Konstanz bis Gießen komplett verdunkeln.

Einmal grob die Grenzen von Deutschland als Größenvergleich über ein Satellitenbild gelegt, um das Ausmaß der #Tonga Eruption zu verdeutlichen #thetruesize #zoomearth https://t.co/dqqbc1PPSR

Auch im Weltraum war der Ausbruch deutlich zu sehen. Mehrere Satelliten filmten die Aschewolke des Hunga-Tonga-Hunga-Ha’apai.

Tsunami überflutet Straßen in Süd- und Nordamerika

In der Küstenstadt Pisco in Peru überflutete die Tsunamiwelle Straßen, viele Boote wurden in die Straßen der Stadt geschwemmt. Auf der Hawaii-Insel Kauai wurde der Hafen in der Inselhauptstadt Lihue überschwemmt – auch hier blieben die Schäden zum Glück übersichtlich.

Sogar in der kalifornischen Stadt Santa Cruz schwappte die Tsunamiwelle in den Hafen. Auch hier überschwemmte das Wasser Straßen – viele Abschnitte an der Küste mussten gesperrt werden. In Neuseeland waren die Schäden dagegen schon größer. In der Stadt Tutukaka auf der Nordinsel brachte der Tsunami Boote zum Kentern, zum Teil gingen die Schiffe im Hafen auch unter.

Tonga: Satellitenbilder zeigen Wucht des Ausbruchs

Wie gewaltig der Ausbruch war, zeigen auch Satellitenbilder der UN. Auf einem Bild ist die Insel Hunga Ha'apai zu sehen, bevor der Vulkan ausgebrochen ist – auf dem anderen ist die Insel nach der Eruption fast vollständig verschwunden.

🛰️📷Before and after of #Hungatonga First preliminary damage assessment for the volcanic eruption and induced tsunami for #HungaTongaHungaHaapai available ➡️https://t.co/GXTJhcifNp #TongaVolcano #tongatsunami @OCHA @UNOCHA_Pacific @UN_Pasifika @TongaMissionUN @disastercharter https://t.co/K37etvDRkV

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Radionachrichten 21. Mai, 5:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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