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US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden haben das letzte TV-Duell vor der Wahl bestritten. Dank neuer Regeln war es deutlich disziplinierter als die erste Fernsehdebatte der beiden Kontrahenten.

Gleich zu Beginn des letzten TV-Duells vor der Präsidentenwahl in den USA bat Moderatorin Kristen Welker US-Präsident Donald Trump und seinen Herausforderer Joe Biden darum, sich nicht gegenseitig zu unterbrechen. Das hat auch geklappt: Trump und Biden fielen sich erheblich seltener ins Wort als beim ersten TV-Duell — auch die Moderatorin wurde nicht ständig unterbrochen.

Die erste Debatte Ende September war vor allem wegen Trumps häufiger Unterbrechungen ins Chaos abgeglitten. Diesmal war Trump deutlich weniger agressiv.

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TV-Duell: Corona-Pandemie wichtiges Thema

Im Mittelpunkt der Debatte in der vergangenen Nacht stand die Corona-Pandemie. Trump warf China erneut vor, das Virus verbreitet zu haben. Vor dem Hintergrund wieder steigender Fallzahlen sagte er, dass er auf keinen Fall weitere Lockdowns wolle. „Die Medizin darf nicht schlimmer als das Problem selbst sein“, sagte der Präsident.

Das löste eine scharfe Reaktion bei Herausforderer Biden aus: „Die Leute lernen, damit zu sterben“, entgegnete er Trump und warf ihm vor, für die US-Corona-Opfer verantwortlich zu sein.

Streit beim Thema Rassismus

Beim Thema Rassismus warf der bei Schwarzen populäre Biden Präsident Trump vor, das Land zu spalten. Er bekräftigte außerdem, dass es in Amerika in den Institutionen verankerten Rassismus gebe.

Trump dagegen sagte, er habe so viel für Afroamerikaner getan wie kein Präsident vor ihm — mit Ausnahme von Präsident Abraham Lincoln mit der Abschaffung der Sklaverei. „Ich bin die am wenigsten rassistische Person in diesem Raum“, sagte er — direkt neben der Moderatorin, der Afroamerikanerin Welker.

Trump und Biden mit unterschiedlicher Umweltpolitik

Unterschiede gab es auch bei der Umweltpolitik: Biden sieht im Umweltschutz die Chance, fast 19 Millionen neue Jobs zu schaffen. Trump argumentierte, er wolle für das Pariser Klimaabkommen nicht Abermillionen Jobs opfern. Auf Trumps Aussage, dass Windräder „alle Vögel töten“, reagierte Biden mehrfach mit ungläubigem Lachen. Biden betonte dagegen: „Der Klimawandel, die Erderwärmung sind die nächste existenzielle Bedrohung für die Menschheit“.

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Umfrage: Biden Sieger des Duells

Herausforderer Joe Biden hat nach dem Ergebnis einer Umfrage des Senders CNN im Duell einen besseren Eindruck gemacht als Amtsinhaber Donald Trump. Die Umfrage unter Zuschauern des direkten Aufeinandertreffens ergab, dass 53 Prozent Biden als Sieger sahen. 39 Prozent sahen Trump vorn. Befragt nach ihrem Eindruck, wer die Fragen von Moderatorin Kristen Welker direkt beantwortet habe, nannten 62 Prozent Biden und 31 Prozent Trump. Einen Gleichstand von 49 zu 49 Prozent ergab die Frage, wer in der Debatte die stärkere politische Führungskraft gezeigt habe.

Zahlreiche US-Medien lobten vor allem den ruhigeren Ton des zweiten TV-Duells zwischen Trump und Biden. „Dies war tatsächlich eine echte Debatte“, titelte etwa der Sender CNN im Anschluss an das Duell.

Neue Regeln für zweites Duell

Dass das zweite direkte TV-Duell vor der Präsidentschaftswahl gesitteter verlief als das erste, lag wohl auch an neuen Regeln. Während der zweiminütigen Eingangsstatements eines Kandidaten zu Beginn von jedem der sechs Themenkomplexe blieb das Mikrofon des Gegenkandidaten abgeschaltet.

Trumps Wahlkampfteam hatte sich zunächst gegen jede Regeländerung gewehrt, die neue Maßnahme aber doch hingenommen. Nach Angaben der zuständigen Kommission hatte die Moderatorin keine Kontrolle über die Mikrofone, die von hinter der Bühne aus an- oder abgeschaltet wurden.

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