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Katrin Stöver-Böhm
Katrin Stöver-Böhm (Foto: Max Orlich)
Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

Nach verheerenden Überschwemmungen hat die Regierung Australiens den nationalen Notstand ausgerufen. 13 Menschen kamen bereits ums Leben, mehrere Hunderttausend wurden evakuiert.

An Australiens Ostküste hat sich ein Tiefdruckgebiet festgefressen – und sorgt für die schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Mittlerweile sind in den Bundesstaaten New South Wales und Queensland schon 13 Menschen durch das Hochwasser ums Leben gekommen.

Regierung ruft den Notstand aus

Die australische Regierung hat im Zuge der verheerenden Überschwemmungen an der Ostküste nun den nationalen Notstand ausgerufen. Dadurch kann Betroffenen in den Hochwassergebieten schneller und unbürokratischer geholfen werden. Premierminister Scott Morrison kündigte die Maßnahme am Mittwoch bei einem Besuch in der Stadt Lismore im Norden von New South Wales an, wo die Zerstörung besonders groß ist. Er versprach zudem zusätzliche finanzielle Hilfen für die überschwemmten Regionen und besonders betroffene Familien.

Lebensbedrohliche Fluten befürchtet

Weil es in und um Sydney herum zu lebensbedrohlichen, flutartigen Überschwemmungen kam, wurden in den vergangenen Tagen etwa 500.00 Menschen zur Evakuierung aufgerufen. In der bevölkerungsreichsten australischen Stadt mit etwa fünf Millionen Einwohnern schwollen die Flüsse an.

Besonders schlimm ist der Ort Lismore in New Youth Wales betroffen – etwa 200 Kilometer südlich von Brisbane. Hier steht das Wasser zum Teil bis zu fünf Meter hoch im Ort. Twitter-User Kim Leach postete zwei Fotos von einer Fast-Food-Filiale in Lismore – eines vor der Flut und eines, das den Wasserstand während der Überschwemmungen zeigt.

The floods in Lismore, NSW 😥. https://t.co/oTQvhTqyRE

Menschen retten sich auf Dächer und Brücken

Die Einsatzkräfte retten Menschen von Dächern oder Brücken. 300.000 Menschen im Bundesstaat New South Wales sollten sich bereit machen, auch kurzfristig in Sicherheit gebracht zu werden, sagte die regionale Rettungsdienst-Ministerin Steph Cooke: „Bitte packen Sie eine Tasche und Ihr Mobiltelefon samt Ladegerät“, forderte sie die Menschen auf.

Sie waren dort immer an Überschwemmungen gewöhnt, aber so etwas haben sie in ihrem Leben noch nicht erlebt.

Überschwemmungen in Australien durch Tiefdruckgebiet

Auslöser für die schweren Überschwemmungen ist ein Tiefdruckgebiet, das nur ganz langsam von Norden nach Süden zieht. Die Millionenstadt Sydney und die Südküste von New South Wales müssten sich auf „starken bis sintflutartigen Regen“ einstellen, warnten Wetterexperten. Twitter-User Ryan Korra postete ein Bild von den Überschwemmungen und schrieb dazu: „Ich habe keine Worte mehr...

I just don’t have words anymore… 📷- K Crockett Lismore NSW #Lismore #floods #LismoreFloods https://t.co/G9F9zdsUO5

Wetterexperten: Nassester Sommer in Sydney seit 30 Jahren

In Sydney gab es schon Überschwemmungen – laut Experten ist das in der Region aber der nasseste Sommer seit 30 Jahren. „Der Wetterdienst und andere Behörden melden weitere Stürme und weitere zu erwartende Überflutungen im Laufe der Woche“, sagte Premierminister Morrison.

Viele Medien in Australien sprechen von einer „historischen Katastrophe“ im gesamten Bundesstaat New South Wales. Ganze Ortschaften seien von den Wassermassen „verschluckt“ worden. In vielen Häusern stand die braune Brühe bis zur Decke oder noch höher. Yasir Rehman twitterte: „Unsere Gedanken sind bei denen, die von der Flut und der Zerstörung in Queensland und New South Wales betroffen sind“.

Our thoughts prayers are with all those affected by flooding and the damages caused in #flood in #Queensland and in #NSW. #floods #Brisbane #LismoreFloods https://t.co/dEpnZPX1dA

Nach Überschwemmungen: Aufräumen in Queensland

Im nördlichen Nachbarstaat Queensland laufen die Aufräumarbeiten – hier ist das schlimmste Hochwasser überstanden. In Queensland waren die Metropole Brisbane und die Städte Gympie, Maryborough und die Gebiete an der Sunshine Coast betroffen.

In einigen Gegenden hatte es innerhalb von wenigen Tagen so viel geregnet wie sonst in einem ganzen Jahr. In Gympie erreichte das Wasser die Höhe von Strommasten: Auf Fotos war zu sehen, wie ein Quad in großer Höhe an einer Stromleitung hing, nachdem die Fluten zurückgegangen waren.

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