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Russland versucht weiter, die Ukraine einzunehmen: Während die Welt den Einmarsch verurteilt, zerstören russische Truppen Städte und Infrastruktur. Alle Infos dazu.

Militärexperten: Moskaus Artilleriestärke reicht nicht für die Offensive

Russlands Überlegenheit bei der Artilleriebewaffnung reicht Militärexperten zufolge nicht für die Einnahme des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine aus. „Russlands konzentrierte Artilleriekapazität gepaart mit wohl geschwächten Infanterieeinheiten bleibt unzureichend, um russische Fortschritte in Sjewjerodonezk zu erzielen“, heißt es in der jüngsten Analyse des Institute for the Study of the War (ISW) vom Sonntagabend.

Russische Truppen kämpften zwar weiter um die Kontrolle der Stadt, hätten aber wenig Fortschritte am Sonntag gemacht.

The UK Ministry of Defense assesses that the #Kremlin’s continued framing of its invasion of #Ukraine as a “special military operation” rather than a war is actively hindering #Russian force generation capabilities. Read the latest: https://t.co/g76fQLkk4k https://t.co/CCjjFT7nZ8

Russland steigt zu Chinas größtem Öl-Lieferanten auf

Russland hat im Mai so viel Öl nach China verkauft wie noch nie und ist damit zum größten Öl-Lieferanten der Volksrepublik aufgestiegen. China importierte im vergangenen Monat fast 8,42 Millionen Tonnen Rohöl aus Russland, wie die Zollbehörde in Peking am Montag mitteilte. Das sind knapp zwei Millionen Barrel pro Tag (bpd) und 55 Prozent mehr als vor Jahresfrist sowie etwa ein Viertel mehr als im April. Damit verdrängte Russland nach 19 Monaten wieder Saudi-Arabien von Rang eins der größten Öl-Lieferanten Chinas.

Selenskyj: Russland wird seine Angriffe diese Woche ausweiten

Nach Einschätzung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wird Russland seine Angriffe in dieser Woche angesichts der Beratungen über das Beitrittsgesuch der Ukraine zur Europäischen Union (EU) verstärken. „Diese Woche sollten wir von Russland eine Intensivierung seiner feindlichen Aktivitäten erwarten“, sagt Selenskyj in seiner Videoansprache am Sonntagabend.

Die 27 Staats- und Regierungschefs der EU werden die Frage auf einem Gipfel am Donnerstag und Freitag erörtern. Es wird erwartet, dass sie den Antrag der Ukraine trotz Bedenken einiger Mitgliedstaaten befürworten werden. Der Beitrittsprozess könnte sich über mehrere Jahre hinziehen.

Von der Leyen rechnet fest mit EU-Kandidatenstatus für Ukraine

Kurz vor dem EU-Gipfel in Brüssel hat sich EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen überzeugt geäußert, dass die Ukraine den Kandidatenstatus bekommen wird. „Ich gehe fest davon aus, dass wir einen positiven Bescheid kriegen, Unterstützung kriegen, die Weichen sind jetzt gestellt“, sagte von der Leyen am Sonntagabend in der ARD-Talksendung „Anne Will“. „Natürlich ist das eine historische Entscheidung, die auch der Europäische Rat jetzt treffen muss, aber die Vorbereitungen sind gut“, sagte sie und fügte hinzu: „Ich bin zuversichtlich.“ Am Donnerstag und Freitag beraten die 27 EU-Staaten in Brüssel über diese Entscheidung.

Klingbeil kritisiert die Union - Bezeichnet Merz als „nörgelnden Onkel“

SPD-Parteichef Lars Klingbeil hat Kritik am Verhalten der Union im Ukraine-Konflikt geübt und den CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz scharf attackiert. Merz sei „andauernd am Kritisieren“, sagte Klingbeil am Sonntag in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. „Und er muss ein bisschen aufpassen, dass man nicht irgendwann so der verstimmte, der nörgelnde Onkel ist, der alles kritisiert. Irgendwann hört man gar nicht mehr hin, was die Union eigentlich will.

Klingbeils Kritik zielt auch auf einen Antrag der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, in dem es heißt, die deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine sollten „in Quantität und Qualität unverzüglich und spürbar“ intensiviert werden. Über den Antrag soll bald im Bundestag beraten werden.

Merz wies die Kritik in der gleichen Sendung zurück. Der Bundestag habe Ende April die Lieferung schwerer Waffen an Ukraine mehrheitlich beschlossen. Klingbeil sei laut Merz „offensichtlich einigermaßen genervt, dass es eine Opposition gibt, die ihre Aufgabe erfüllt.

Hunderttausende Firmen arbeiten an Energieeinsparungen

Die hohen Energie-Kosten hätten bereits jedes Unternehmen dazu gebracht, nach Einsparmöglichkeiten zu suchen - allein schon, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das sagt der Chef des Industrieverbands BDI, Siegfried Russwurm, im ZDF. „Hunderttausende Unternehmen arbeiten daran.“ Die Abhängigkeit von Gas mache der Branche gleichwohl sorgen. Die Gas-Speicher werden gefüllt werden müssen. Man müsse aber auch versuchen, möglichst viele andere Energiequellen aufzutun. Wo es gehe, könne man versuchen, auf Öl umzustellen. „Viele Maßnahmen zusammengenommen helfen hoffentlich, dass wir auch über die Engpässe hinweg kommen.

EU-Außenminister beraten über Unterstützung für die Ukraine

Die Außenminister der Europäischen Union beraten am Montag in Luxemburg über weitere Unterstützung für die Ukraine im russischen Angriffskrieg. Erwartet werden Stellungnahmen zu dem Vorschlag der EU-Kommission, der Ukraine den Status eines Beitrittskandidaten zu verleihen. Die Entscheidung solle dann auf dem EU-Gipfel fallen. Dazu kommen die Staats- und Regierungschefs am Donnerstag und Freitag in Brüssel zusammen. Bei den Außenministern könnte auch die Militärhilfe für die Ukraine zur Sprache kommen. Bisher hat die EU aus einem Fonds zwei Milliarden Euro für gemeinsame Waffenkäufe freigegeben.

Britischer Armeechef fordert Vorbereitung auf Kriegseinsatz

Der neue Generalstabschef der britischen Streitkräfte hat Medienberichten zufolge in einem Rundschreiben an alle Soldaten die Vorbereitung auf einen Kriegseinsatz in Europa gefordert. Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine müsse sich Großbritannien auch auf weitere russische Aggressionen auf dem europäischen Festland einstellen, argumentierte General Patrick Sanders der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. „Es gibt jetzt den dringenden Zwang, eine Armee aufzubauen, die in der Lage ist, an der Seite unserer Verbündeten Russland auf dem Schlachtfeld zu besiegen“, zitierte PA aus dem Schreiben des Generalstabschefs, der seinen Posten am vergangenen Montag angetreten hatte. Der Generalstabschef ist der ranghöchste Soldat der britischen Landstreitkräfte.

Chemieverband: Noch keine akuten Versorgungsprobleme bei Gas

Nach Einschätzung des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) führt die Drosselung der Gaslieferungen über die Pipeline Nordstream 1 noch nicht zu akuten Versorgungsproblemen. Der VCI erklärt weiter, er unterstütze die von Wirtschaftsminister Robert Habeck angekündigten Schritte zur Reduzierung des Gasverbrauchs. Dem VCI zufolge ist die Branche mit einem Anteil von 15 Prozent der größte Erdgasverbraucher in Deutschland. Nur ein Bruchteil des Branchenbedarfs könne durch alternative Brennstoffe ersetzt werden.

Russland: Haben weitere Waffen aus dem Westen zerstört

Die russischen Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in Charkiw ein Panzer-Reparaturwerk mit Iskander-Raketen beschossen. Zudem seien in Mykolajiw zehn Haubitzen und bis zu zwanzig Militärfahrzeuge zerstört worden. Dieses Kriegsgerät sei in den vergangene zehn Tagen von westlichen Ländern an die Ukraine geliefert worden.

Treibstofflager in Ostukraine explodiert: Ein Toter

In Nowomoskowsk im Osten der Ukraine ist ein Treibstofflager nach russischem Raketenbeschuss explodiert. Ein Mensch sei getötet, zwei Menschen seien verletzt worden, teilt der Leiter der Regionalverwaltung, Valentyn Resnitschenko, im Internet mit. Bereits am Samstag hätten drei russische Raketen das Lager getroffen. Auch 14 Stunden nach dem Treffer versuchten Feuerwehrleute noch immer, den Brand zu löschen. Beim Angriff selbst wurden Resnitschenko zufolge am Samstag elf Menschen verletzt. Nowomoskowsk liegt nordöstlich von Dnipro, der Hauptstadt der Region Dnipropetrowsk.

Sjewjerodonezk unter Beschuss: Ukraine leistet Widerstand

Trotz des massiven russischen Beschusses leisten die ukrainischen Truppen in der Industriestadt Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine weiterhin Widerstand. „Der Kampf um die vollständige Kontrolle über die Stadt geht weiter“, hieß es im täglichen Bericht des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte. Das Militär räumt aber ein, dass „der Feind im Dorf Metolkine“, südöstlich von Sjewjerodonezk, teilweise erfolgreich gewesen sei. Die Stadt ist ein Hauptziel des russischen Angriffs. Ist sie erobert, haben die russischen Truppen die gesamte Region Luhansk, in der Sjewjerodonezk liegt, unter ihrer Kontrolle.

Johnson: Ukraine-Krieg wird lange dauern

Nach Einschätzung des britischen Premierministers Boris Johnson muss sich der Westen auf einen langen Krieg in der Ukraine einstellen. Das bedeute sicherzustellen, dass „die Ukraine schneller Waffen, Ausrüstung, Munition und Ausbildung erhält als der Eindringling“, schreibt er in einem Gastbeitrag für die Londoner Sunday Times. „Zeit ist der entscheidende Faktor“, heißt es weiter. „Alles wird davon abhängen, ob die Ukraine ihre Fähigkeit, ihr Territorium zu verteidigen, schneller stärken kann, als Russland seine Angriffsfähigkeit erneuern kann.“ Ähnlich äußert sich Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in der Bild am Sonntag zum Krieg: „Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass er Jahre dauern könnte.

Johnson: Aufforderung zur dauerhaften Unterstützung der Ukraine

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die westlichen Verbündeten der Ukraine aufgefordert, das Land langfristig zu unterstützen und vor den Folgen eines möglichen Siegs Russlands gewarnt. In einem Gastbeitrag für die Zeitung The Sunday Times schrieb Johnson, Kiews Unterstützer müssten sicherstellen, dass die Ukraine „die strategische Ausdauer hat, um zu überleben und schließlich zu gewinnen“. Johnson formulierte in seinem Beitrag einen Vier-Punkte-Plan für „dauerhafte finanzielle und technische Hilfe“ für die Ukraine. Teile davon sollten „für die kommenden Jahre“ beibehalten und eventuell verstärkt worden.

Boris #Johnson ist für vieles zu kritisieren. In Sachen #Ukraine macht er aber wirklich eine gute Figur. https://t.co/RJaxfbOpzm

Moskau: Fast zwei Millionen Ukrainer nach Russland gebracht

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben bisher knapp zwei Millionen Menschen aus umkämpften ukrainischen Gebieten nach Russland gebracht. Laut einem Vertreter des Verteidigungsministeriums sind darunter mehr als 300.000 Kinder. Sie seien in Sicherheit gebracht worden, hieß es. Allein am Samstag seien 29 730 Menschen nach Russland evakuiert worden, darunter 3.500 Kinder, sagte Generaloberst Michail Misinzew. Die Ukraine hingegen wirft Russland vor, die Menschen zu deportieren und nicht in Gebiete fliehen zu lassen, die von der Regierung in Kiew kontrolliert werden.

Selenskyj besucht Frontlinie in der Südukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat offiziellen Angaben nach weitere Frontregionen im Süden des Landes besucht - Mykolajiw und Odessa. In der Stadt Mykolajiw schaute er sich die Zerstörungen an und zeichnete politische Vertreter mit Orden aus. Er habe an einem Treffen zu wichtigen Themen in der Region teilgenommen. Kurz nach Kriegsbeginn vor drei Monaten schien Mykolajiw kurz vor dem Fall. Ukrainische Truppen konnten den Vormarsch der russischen Armee jedoch stoppen. Dem ukrainischen Generalstab zufolge konzentriert die russische Armee ihre Kräfte jetzt auf die Städte Sjewjerodonezk und Bachmut im Osten der Ukraine.

Scholz lehnt Debatte über Energiesparzwang ab

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will derzeit keine Debatte über gesetzliche Verpflichtungen zum Energiesparen als Folge gedrosselter Gaslieferungen aus Russland führen. „Ich bin kein Anhänger davon, jetzt einzelne Maßnahmen zu diskutieren, bevor ein Gesamtkonzept vorliegt“, sagte der SPD-Politiker im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur auf die Frage, ob er über Maßnahmen nachdenke, mit denen man Energieeinsparungen auch in Privathaushalten erzwingen könnte. „Wichtig ist, dass wir uns auf alle Eventualitäten vorbereiten, um dann die jeweils richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt zu treffen.

Wirtschaftsministerium: Russisches BIP bricht um 10 Prozent ein

Wegen der Sanktionen gegen Russland erwartet das Bundeswirtschaftsministerium einem Zeitungsbericht zufolge einen Einbruch des russischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im laufenden Jahr um zehn Prozent. Für die diesjährige Inflation in Russland rechne das deutsche Ministerium mit einem Wert von 17 Prozent, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) und beruft sich auf eine interne Analyse des Ministeriums. Russland selbst erwartet für dieses Jahr nach Angaben des Wirtschaftsministeriums vom Mai einen BIP-Rückgang um 7,8 Prozent und nach Angaben der Zentralbank vom Juni eine Inflationsrate von 14 bis 17 Prozent. Den deutschen Prognosen liegen dem Bericht zuolge Daten des Statistischen Bundesamtes sowie der Forschungsinstitute Consensus Economics und Oxford Economics zugrunde.

Deutsche Gasspeicher zu 56 Prozent gefüllt

Die deutschen Gasvorräte sind nach den jüngsten Lieferbeschränkungen Russlands binnen eines Tages minimal gestiegen. Der Füllstand der Gasspeicher betrug am Samstag 56,67 Prozent nach 56,29 Prozent am Freitag, wie die Bundesnetzagentur mitteilt. Russland hat die Lieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 zurückgefahren und zur Begründung notwendige Reparaturen genannt. Die Bundesregierung bezweifelt diese Darstellung und spricht von politischen Motiven.

Stadt Krywij Rih in Zentralukraine unter Beschuss

In der Stadt Krywji Rih im Zentrum der Ukraine sind nach Angaben der örtlichen Behörden Raketen eingeschlagen. Es gebe mindestens zwei Opfer, teilen die Behörden auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Es sei ein Bezirk im Süden der Stadt getroffen worden. Krywji Rih liegt in der Region Dnipropetrowsk.

Spahn: Mehr Kohle statt Gaskraftwerke

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn und BDI-Präsident Siegfried Russwurm fordern den sofortigen Umstieg von Gas- auf Kohlekraftwerke bei der Stromerzeugung. „Um die Gasspeicher zu füllen, muss der Gasverbrauch im Sommer runter. Daher sollten jetzt endlich mehr Kohle- und weniger Gaskraftwerke laufen“, sagt der stellvertretende Unions-Fraktionschef Spahn zu Reuters. „Statt die Deutschen zum Frieren aufzufordern, sollte Habeck hier erst mal selbst handeln“, sagt er in Anspielung auf die Debatte zur Absenkung der Heiztemperatur in Wohnungen. Russwurm fordert in der Berliner Morgenpost, die Gasverstromung sofort zu beenden und die Kohlekraftwerke aus der Reserve zu holen. Hintergrund sind Sorgen, dass Russland seine Gaslieferungen weiter einschränken könnte.

Einbruch bei Kohleexport aus Russland

Russlands Kohle-Export könnte als Folge der internationalen Sanktionen in diesem Jahr nach Schätzungen der Regierung in Moskau um 30 Prozent auf 156 Millionen Tonnen zurückgehen. Die gesamte Produktion könne um 17 Prozent auf 365,1 Millionen Tonnen fallen, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Energieministerium. Grundlage der Schätzung sei das schlechteste Szenario, wenn ein vollständiges Embargo russischer Kohle in Kraft sei. Das Importverbot für russische Kohle, das die Europäische Union wegen des Angriffs Russlands auf die Ukraine verhängt hat, wird im August voll wirksam.

GB-Geheimdienst: Russland versucht, nach Isium vorzurücken

Das russische Militär hat in den vergangenen 48 Stunden nach britischen Angaben offenbar erneut versucht, südlich der im Osten der Ukraine gelegenen Stadt Isium vorzurücken. Ziel der russischen Armee sei es, weiter in die Region Donezk vorzudringen und die umkämpfte Stadt Sjewjerodonezk von Norden her einzukesseln, teilt das Verteidigungsministerium auf Twitter unter Verweis auf den britischen Militärgeheimdienst mit.

Latest Defence Intelligence update on the situation in Ukraine - 18 June 2022 Find out more about the UK government's response: https://t.co/811YhLUVp2 🇺🇦 #StandWithUkraine 🇺🇦 https://t.co/rskM8TlJYP

BKA: Beweise für Hunderte Kriegsverbrechen in Ukraine

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat nach eigenen Angaben mehrere hundert Hinweise auf Kriegsverbrechen russischer Soldaten in der Ukraine. „Bisher haben wir eine dreistellige Zahl von Hinweisen erhalten“, sagt BKA-Präsident Holger Münch der Welt am Sonntag laut Vorabbericht. Ermittelt werde nicht nur zu Tätern von Kriegsverbrechen, sondern auch zu den dafür militärisch und politisch Verantwortlichen. „Unser klares Ziel ist es, die für Gräueltaten Verantwortlichen zu identifizieren, ihre Taten durch unsere Ermittlungen nachzuweisen und sie vor ein Gericht zu stellen.“ Das BKA gehe allen Spuren nach, suche Hinweisgeber und sammele Beweise. „Damit bereiten wir uns auf mögliche Anklagen gegen Personen, die mutmaßlich Verantwortung für Kriegsverbrechen in der Ukraine tragen, in Deutschland vor.“ Nach dem Weltrechtsprinzip können Kriegsverbrecher auch in Deutschland vor Gericht gestellt werden.

Polen: Strafmaßnahmen gegen Russland verschärfen

Polen drängt auf eine weitere Verschärfung der Strafmaßnahmen gegen Russland. „Es geht darum, die Sanktionen auszuweiten. Aus unserer Sicht muss ein siebtes Sanktionspaket so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden“, sagt Lukasz Jasina, Sprecher des polnischen Außenministeriums, der Zeitung Welt am Sonntag laut Vorabbericht. Zum Inhalt eines möglichen siebten Sanktionspakets sagt Polens Vizeaußenminister Marcin Przydacz der Zeitung: „Wir wollen europäische Technologieexporte nach Russland vollständig unterbinden.“ Außerdem müsse man stärker gegen russische Banken vorgehen und gegen russische Propaganda- und Desinformationskanäle.

EU-Vizepräsidentin warnt vor Aufweichen der EU-Beitrittskriterien

EU-Parlaments-Vizepräsidentin Katarina Barley (SPD), hat vor einer Aufweichung der Beitrittskriterien für die Ukraine gewarnt. „Überstürzte Beitritte darf es nicht geben“, sagte Barley der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Wer einmal in der EU ist, kann nicht ausgeschlossen werden.“ Es sei daher „umso wichtiger“, dass die Beitrittskriterien von Kiew „voll und ganz erfüllt werden“. Als Negativbeispiel nannte Barley das 2004 der EU beigetretene Ungarn, das die Rechtsstaatlichkeit „systematisch“ aushöhle. Die EU-Kommission hatte am Freitag empfohlen, der Ukraine den Status eines EU-Beitrittskandidaten offiziell zu verleihen. Kommende Woche müssen die 27 EU-Mitgliedsstaaten über einen möglichen Kandidatenstatuts entscheiden, nötig ist dafür eine einstimmige Entscheidung.

Scholz kündigt weitere Gespräche mit Putin an

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat direkte Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verteidigt und weitere angekündigt. „Es ist absolut notwendig, mit Putin zu sprechen“, sagte Scholz am Freitag in einem TV-Interview der Deutschen Presse-Agentur. Es sei nötig, dass Gespräche mit dem russischen Präsidenten klar seien: „Verstehen Sie bitte, dass es keinen Diktatfrieden geben wird. Und wenn Sie glauben, Sie könnten Land rauben und dann hoffen, dass sich die Zeiten ändern und Dinge wieder normal werden, dann ist es ein Irrtum.“ Er fordere Putin auch auf, seine Truppen aus der Ukraine abzuziehen und eine Vereinbarung mit der Ukraine zu erzielen, die akzeptabel und richtig für die Ukraine sei, sagte Scholz.

Merkel verteidigt Nordstream 2

Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Entscheidungen zum Bau der Ostsee-Gasleitung Nord Stream 2 verteidigt. „Ich habe nicht an Wandel durch Handel geglaubt, aber an Verbindung durch Handel, und zwar mit der zweitgrößten Atommacht der Welt“, sagte Merkel dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es sei aber keine einfache Entscheidung gewesen. „Die damalige These lautete: Wenn Nord Stream 2 in Betrieb ist, wird Putin durch die Ukraine kein Gas mehr liefern oder sie sogar angreifen.“ Der Westen habe dafür gesorgt, dass Gas trotzdem durch die Ukraine geleitet worden sei und sie so weiter Transitgebühren erhalten habe.

Johnson bietet Ausbildungsmission an

Der britische Premierminister Boris Johnson überbrachte bei seinem Besuch in Kiew das Angebot einer britisch-geführten Ausbildungsmission, die das Potenzial habe, „ausschlaggebend für den Kriegsverlauf“ zu sein. Regierungsangaben zufolge sollen dabei bis zu 10 000 Soldaten innerhalb von nur 120 Tagen ausgebildet werden können. Großbritannien hat seit 2015 mehr als 22 000 Personen in der Ukraine für das Militär ausgebildet. Seit Beginn des Kriegs findet das Training jedoch in Nachbarländern statt.

He is in Ukraine again @BorisJohnson @ZelenskyyUa https://t.co/qqsnNIaRjE

Putin hat nichts gegen EU-Beitritt der Ukraine

Russland hat nach Aussage von Präsident Wladimir Putin keine Einwände gegen einen EU-Beitritt der Ukraine. „Wir haben nichts dagegen“, sagt er auf einem Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Die EU sei keine militärische Organisation. „Jedes Land hat das Recht, Wirtschaftsgemeinschaften beizutreten.“ Die Frage sei, ob die EU gut beraten sei, die Ukraine aufzunehmen. Das Land werde umfangreiche Wirtschaftshilfe benötigen, zu der möglicherweise einige EU-Mitglieder nicht bereit seien. Putins Sprecher Dmitri Peskow hatte zuvor erklärt, Russland beobachte die Beitrittspläne der Ukraine aufmerksam, und hatte zur Begründung auf Bestrebungen zur Stärkung der EU-Verteidigungspolitik verwiesen.

Ukraine fordert Rücknahme der Entscheidung, den ESC 2023 zu verlegen

Die Ukraine hat von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) die Rücknahme ihrer Entscheidung verlangt, den Eurovision Song Contest (ESC) 2023 in ein anderes Land zu verlegen. „Denn wir meinen, dass wir alle auf uns genommenen Verpflichtungen erfüllen können, was wir gegenüber der EBU mehrfach betont haben“, schrieb Kulturminister Olexander Tkatschenko am Freitag bei Facebook. Kiew sei ohne eine Diskussion über mögliche Alternativen vor die Tatsache der Verlegung gestellt worden, beklagte er. „Wir haben Antworten und Garantien zu den Sicherheitsnormen und dem möglichen Austragungsort für den Wettbewerb gegeben.“ Die Austragung des ESC 2023 in der Ukraine wäre ein starkes Signal für die ganze Welt, welche das Land gerade unterstütze. Kiew fordere zusätzliche Gespräche, so Tkatschenko.

Putin greift den Westen massiv an

Russlands Präsident Wladimir Putin hat in seiner Rede beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg den Westen angegriffen. Die USA agierten, als seien sie von Gott mit heiligen Interessen auf die Erde geschickt worden, sagte er. Westliche Länder behandelten andere wie Kolonien. Russland sei Teil einer neuen Weltordnung und deren Regeln würden von starken und souveränen Staaten festgelegt, so Putin weiter. In seiner mehr als einstündigen Rede hat der Kreml-Chef außerdem die Wirkung der westlichen Sanktionen gegen sein Land bestritten und angekündigt, dass die so genannte militärische Spezialoperation in der Ukraine fortgesetzt werde.

Wirtschaftsforum in St. Petersburg Putin greift den Westen massiv an

Die Wirtschaftssanktionen würden vor allem diejenigen treffen, die sie verhängt haben, behauptet Russlands Präsident bei seiner Rede in St. Petersburg. Der Westen verhalte sich no…  mehr...

Moskau wirft EU „Manipulation“ vor

Die russische Regierung hat der EU vorgeworfen, die Ukraine mit ihrem Angebot einer Beitrittsperspektive zu „manipulieren“.

Wir sehen, wie die westliche Gemeinschaft seit vielen Jahren diese Geschichte von einer Einbindung der Ukraine in ihre Integrationsstrukturen manipuliert.

Der Ukraine gehe es jedoch „immer schlechter“.  In der EU werde die Ukraine „keine strahlende Zukunft“ haben, sagte Sacharowa weiter. Die europäischen Zusicherungen an die Ukraine seien eine „verlogene Botschaft, die in der Praxis nichts Gutes bringt“.

Johnson trifft Selenskyj in Kiew

Der britische Premierminister Boris Johnson hält sich derzeit in Kiew auf, teilte sein Sprecher mit. Er traf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Gesprächen. Dabei sei es unter anderem um die Lieferung schwerer Waffen sowie von Luftverteidigungssystemen gegangen, teilte das Präsidialamt in Kiew mit. Selenskyj erklärte, er freue sich den „großen Freund der Ukraine“ wieder in Kiew zu sehen.

Mr President, Volodymyr, It is good to be in Kyiv again. https://t.co/wbpMuf6YqY

Baerbock unterstützt möglichen Beitritt von Ukraine

Annlässlich der Empfehlung der EU-Kommission für einen EU-Kandidatenstatus der Ukraine und Moldaus hat die Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sich hinter das Streben der beiden Staaten nach einer Mitgliedschaft in der Europäischen Union gestellt. „Die Ukraine verteidigt auch die Werte Europas. Schon deshalb darf die EU ihr nicht die Tür vor der Nase zuschlagen“, schrieb Baerbock auf Twitter.

Die #Ukraine verteidigt auch die Werte Europas. Schon deshalb darf die EU ihr nicht die Tür vor der Nase zuschlagen. Beim #Kandidatenstatus geht es aber um mehr: Um die Frage, ob wir in der Lage sind, in einem historischen Moment strategisch zu handeln statt nach Schema F. 1/3

ESC 2023 findet nicht in der Ukraine statt

Der nächste Eurovision Song Contest (ESC) findet wegen des russischen Angriffskriegs nicht beim diesjährigen Sieger Ukraine statt. Das teilte die Europäische Rundfunkunion (EBU) in Genf mit. Stattdessen wolle man Gespräche mit der BBC führen, ob der ESC 2023 in Großbritannien ausgerichtet werden könne.

Was erwartet uns für ein ESC 2023? SWR3-Reporter Marcel Stober hat Details dazu:

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten ESC nicht in der Ukraine

Dauer

Habeck: Energiesparen notfalls per Gesetz

Angesichts der Drosselung russischer Gaslieferungen nach Deutschland ist eine neue Debatte über das Energiesparen entbrannt - Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will entsprechende Maßnahmen notfalls gesetzlich regeln. Der Vorschlag, die Mindesttemperatur in Mietwohnungen zu senken, habe „Tücken“ und sei „nicht ganz einfach“, hieß es aus Habecks Ministerium. Es werde aber alles sorgfältig geprüft.

Heilbronn

Verbände fordern Senkung der Mindesttemperatur in Wohnungen Mieterbund Heilbronn: Gesetzlich verordnetes Frieren "unsinnig"

Der Heilbronner Mieterbund wehrt sich gegen die Forderung, die garantierte Mindesttemperatur in Wohnungen zu senken. Das hatten die Bundesnetzagentur und andere gefordert.  mehr...

SWR4 BW aus dem Studio Heilbronn SWR4 BW aus dem Studio Heilbronn

Ukraine: Sind dankbar für EU-Vorschlag

Die Ukraine ist nach Angaben des Präsidialamtes in Kiew dankbar für den Vorschlag der EU-Kommission, ihr den Status eines Beitrittskandidaten zu verleihen. Nun werde erwartet, dass die EU-Staats- und Regierungschefs dem zustimmen, erklärte das Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Ukraine soll Status eines EU-Beitrittskandidaten bekommen

Die EU-Kommission plädiert dafür, der Ukraine den Status eines Beitrittskandidaten zu verleihen. Dies teilte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit. Entscheiden müssen dies aber die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedsländer.

Frankreich bekommt kein Pipeline-Gas mehr aus Russland

Frankreich bekommt kein russisches Gas mehr über Pipelines. Wie der französische Netzbetreiber GRTgaz am Freitag mitteilte, ist dies bereits seit Mittwoch der Fall und zudem der „Unterbrechung des Gasflusses zwischen Frankreich und Deutschland“ geschuldet. Der russische Gazprom-Konzern hatte in den vergangenen Tagen seine Lieferungen in eine Reihe von EU-Staaten gedrosselt.

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Radionachrichten 1. Juli, 3:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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