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Russland versucht weiter, die Ukraine einzunehmen. Der Krieg hat auch Auswirkungen auf Europa und die ganze Welt. Alle Infos dazu.

Mehr als 3.000 ukrainische Lehrkräfte an Schulen

Die steigende Zahl ukrainischer Schülerinnen und Schüler verschärft den Lehrermangel in Deutschland. Nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur sind mittlerweile 180.000 Schüler gemeldet. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands Heinz-Peter Meidinger sagt, dass dafür eigentlich 12.000 zusätzliche Lehrkräfte nötig seien. An den deutschen Schulen arbeiten der Umfrage nach inzwischen mehr als 3.000 ukrainische Lehr- und Hilfskräfte.

Selenskyj: Ukraine muss mit Geschwindigkeit vorangehen

Die Ukraine will sich darauf konzentrieren, in den zurückeroberten Gebieten schnell voranzukommen. Dies kündigt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner Videoansprache in der Nacht an. Die ukrainischen Truppen müssten sich weiterhin schnell bewegen, das normale Leben schnell wiederhergestellt werden. „Wir tun alles, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Ukraine auf allen Ebenen – Verteidigung, Finanzen, Wirtschaft, Diplomatie – erfüllt werden“, sagte Selenskyj. Er deutete zudem an, dass er am Mittwoch in einer Videoansprache vor den Vereinten Nationen auch die Beschleunigung von Waffenlieferungen und Hilfsleistungen anderer Länder fordern werde.

Ukraine meldet weiteren Vormarsch in Luhansk

Die Ukraine ist nach eigenen Angaben weiter nach Osten in von russischen Truppen aufgegebenes Gebiet vorgedrungen. Der ukrainische Gouverneur der von russischen Streitkräften kontrollierten Region Luhansk, Serhij Hajdaj,schreibt im Messengerdienst Telegram, die ukrainischen Streitkräfte hätten die vollständige Kontrolle über das Luhansker Dorf Bilohoriwka wiedererlangt und bereiteten sich auf den Kampf um die Rückeroberung der gesamten Provinz vor. Es werde um jeden Zentimeter gekämpft werden: „Der Feind bereitet seine Verteidigung vor. Wir werden also nicht einfach einmarschieren.“ Die Angaben konnten nicht unabhängig verifiziert werden.

Betreiber: Gasspeicher inzwischen zu mehr als 90 Prozent gefüllt

Trotz des russischen Lieferstopps sind die deutschen Gasspeicher inzwischen zu mehr als 90 Prozent gefüllt. Das geht aus Daten der Betreiber hervor. Die Bundesregierung hatte den Füllstand von 95 Prozent für November angepeilt. Er gilt als Kriterium dafür, ob Deutschland ohne Gasabschalten durch den Winter kommt. Derzeit wird Erdgas aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien geliefert.

Habeck stellt Gasumlage infrage

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) stellt offenbar die geplante Gasumlage infrage. Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios könnte die Abgabe auf Gas doch nicht eingeführt werden, falls der Energiekonzern Uniper verstaatlicht wird. Habeck habe in einer internen Beratung der Grünen rechtliche Zweifel angeführt. Die Gasumlage würde in erster Linie Uniper zugutekommen, hieß es.

Bei Uniper-Verstaatlichung Stellt Habeck die Gasumlage in Frage?

Wackelt die Einführung der Gasumlage? Möglicherweise würde sich die Umlage rechtlich nicht mit einer Verstaatlichung von Uniper vertragen. Von Matthias Deiß und Daniel Pokraka.  mehr...

Weltbank-Präsident: Wirtschaftsflaute könnte bis nach 2023 anhalten

Eine weltweite Wirtschaftsflaute könnte dem Präsidenten der Weltbank David Malpass zufolge bis 2023 und darüber hinaus anhalten. Chancen für eine Erholung bestünden in China, sagt er dem Sender Fox Business. Die dortigen Lockdowns gegen die Coronavirus-Pandemie hätten eine große Rolle bei den gegenwärtigen Konjunkturproblemen gespielt. Auch andere Staaten wie die USA könnten sich erholen. Allerdings könnte der Rest der Welt zurückgelassen werden, sagt Malpass weiter. „Und es könnte bis 2023 und darüber hinaus anhalten.“

Deutschland liefert vier weitere Panzerhaubitzen

Deutschland wird vier weitere Panzerhaubitzen des Typs 2000 an die Ukraine liefern. Das werde unverzüglich in die Wege geleitet, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin mit. Bei der Panzerhaubitze 2000 handelt es sich um ein schweres Artilleriegeschütz mit einer Reichweite bis zu 40 Kilometer. Die Lieferung soll auch ein Munitionspaket beinhalten.

Die Bundesregierung betonte, dass die Ukraine den Wunsch nach weiteren Haubitzen geäußert habe. „Die von Deutschland und den Niederlanden gelieferten Panzerhaubitzen 2000 haben sich im Gefecht mehr als bewährt“, sagte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) laut Mitteilung. „Um die Ukraine in ihrem mutigen Kampf gegen den brutalen russischen Angriff weiter zu unterstützen, wird Deutschland diesem Wunsch nachkommen.“

Mit den vier Panzerhaubitzen steige die Zahl der von Deutschland gelieferten Artilleriegeschütze auf 14.

Unterstützung der Ukraine Bund liefert weitere vier Panzerhaubitzen

Die Ukraine erhält weitere vier Panzerhaubitzen aus Beständen der Bundeswehr. Dies geschehe auf Wunsch der Regierung in Kiew, sagte Bundesverteidigungsministerin Lambrecht. Die Ha…  mehr...

Krieg treibt Brotpreis in der EU auf Rekordhöhe

Brot ist in der Europäischen Union teurer als je zuvor. Von August 2021 bis zum August 2022 stieg der Brotpreis im EU-Durchschnitt um 18 Prozent, wie das europäische Statistikamt Eurostat in Luxemburg mitteilte. Im Jahr zuvor waren es drei Prozent. Die Preissteigerung bei Brot war damit deutlich höher als beim breiter angelegten harmonisierten Verbraucherpreisindex; dieser wies eine Zunahme um etwa acht Prozent auf. Als maßgeblichen Grund für die Brotpreisentwicklung nannte Eurostat den Ukrainekrieg, der den weltweiten Getreidemarkt beeinträchtigt; Russland und die Ukraine sind wichtige Exportnationen.

Bundesbank erwartet Rezession

Die Bundesbank erwartet in Deutschland eine Rezession, die bis ins kommende Jahr hineinreichen wird. Die Anzeichen für einen deutlichen, breit angelegten und länger anhaltenden Rückgang der Wirtschaftsleistung mehrten sich, hieß es im Monatsbericht der Notenbank. Der Ausblick sei ausgesprochen unsicher. Zudem rechnen die Experten damit, dass die Inflation auf einen zweistelligen Wert anwachsen werde. Grund für die Entwicklung sei in erster Linie die gestörte Energieversorgung als Folge des Ukraine-Kriegs.

Kiew: Russland greift weiteres AKW an

Russland hat nach ukrainischen Angaben ein weiteres Atomkraftwerk beschossen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, eine Rakete sei in der Nähe eines Kraftwerks in der Südukraine eingeschlagen. Damit gefährde Russland die ganze Welt. Auch der Betreiber der ukrainischen Kraftwerke bestätigte den Beschuss. Drei Hochspannungsleitungen und eine Anlage eines nahen Wasserkraftwerks seien beschädigt worden. Das Kraftwerk liegt knapp 300 Kilometer südlich von Kiew und hat drei Reaktoren in Betrieb.

Britisches Verteidigungsministerium: Russische Luftwaffe in Ukraine unter Druck

Die russische Luftwaffe gerät nach britischer Einschätzung in der Ukraine zunehmend unter Druck. In den letzten zehn Tagen habe Russland offenbar vier Kampfjets verloren. Seit Beginn des Angriffs im Februar seien es 55 Jets, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Möglicherweise gehe die russische Luftwaffe ein größeres Risiko ein, um Bodentruppen aus nächster Nähe zu unterstützen. Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Kriegsbeginn Informationen über den Verlauf und beruft sich auf Geheimdienstinformationen. Russland wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

Latest Defence Intelligence update on the situation in Ukraine - 19 September 2022 Find out more about the UK government's response: https://t.co/yCVZk0byX5 🇺🇦 #StandWithUkraine 🇺🇦 https://t.co/264kqpPpTW

Balten und Polen schließen Grenze für Russen

Seit heute ist es für Russinnen und Russen komplizierter, nach Europa zu reisen. Polen und die drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland lassen russische Touristen nicht mehr ins Land. Grund seien Sicherheitsbedenken, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Bis auf Finnland sind damit die Landesgrenzen zwischen Russland und der EU geschlossen. Es gelten aber Ausnahmen für Menschen, die Russland verlassen müssen, für Familienmitglieder oder Personen mit einer Aufenthaltsgenehmigung in einem EU-Land. Auch Transportgüter dürfen weiterhin die Grenzen passieren.

Baltikum und Polen "Russische Touristen müssen draußen bleiben"

Für Russinnen und Russen werden Reisen innerhalb Europas ab heute deutlich komplizierter: Estland, Lettland, Litauen und Polen lassen sie als Touristen nicht mehr ins Land - und b…  mehr...

EU stellt Krisen-Fahrplan vor

Die EU-Kommission stellt am Vormittag neue Maßnahmen für die Bewältigung von Krisen vor. Künftig sollen Bürger und Unternehmen besser vor Notlagen – wie der Corona-Pandemie oder Russlands Krieg gegen die Ukraine – geschützt werden. Einem bereits zuvor bekannt gewordenen Gesetzentwurf zufolge sollen zum Beispiel Produktionsvorgaben für Firmen gemacht werden können. Auch könnte EU-Staaten vorgeschrieben werden, dass sie Reserven von wichtigen Gütern anlegen müssen. Und vor allem sollen funktionierende Lieferketten aufrechterhalten werden. Ob der Gesetzesvorschlag in dieser Form vorgestellt wird, ist aber noch offen.

Zahl der Kriegsdienstverweigerer in der Bundeswehr steigt

Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer in der deutschen Bundeswehr steigt deutlich an. „Im laufenden Jahr sind bisher 657 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung im Bundesamt eingegangen“, sagt ein Sprecher des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Im gesamten vergangenen Jahr lag die Zahl bei lediglich 209. Sie hat sich also bis Ende August bereits mehr als verdreifacht. Viele Antragsteller begründen ihre Verweigerung angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine und einer möglichen Eskalation damit, dass sie mit einer kriegerischen Auseinandersetzung nicht gerechnet hätten.

Verteidigungsministerin Lambrecht "Eine Wehrpflichtdebatte hilft uns wenig"

Der Ukraine-Krieg hat eine Debatte über die Rückkehr der Wehrpflicht entfacht. Doch die Verteidigungsministerin ist dagegen - auch wenn die Bewerberzahlen bei der Bundeswehr seit …  mehr...

Ändert Russland seine Taktik?

Russland hat nach ukrainischen Angaben erneut verschiedene Ortschaften in mehreren Landesteilen beschossen. Im Nordosten im Gebiet Charkiw seien Isjum und Tschuhujiw massiv unter Beschuss genommen worden, teilte Gebietsgouverneur Oleh Sinegubow im Nachrichtendienst Telegram mit. Es sollen Wohn- und Geschäftsgebäude sowie Tankstellen und Produktionsanlagen zerstört worden sein.

Krieg gegen die Ukraine Ändert Russland seine Taktik?

Die russische Armee soll erneut eine Reihe ziviler Ziele in der Ukraine getroffen haben. Das britische Verteidigungsministerium stuft dies als russische Taktik ein, um die Moral i…  mehr...

Selenskyj spricht von Ruhe vor dem Sturm

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat neue Angriffe auf das von russischen Truppen besetzte Gebiet in der Ukraine angekündigt. „Vielleicht erscheint es irgendjemandem unter Ihnen so, dass nach einer Reihe von Siegen Stille eingetreten ist, doch das ist keine Stille“, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. Vielmehr sei es die Vorbereitung auf die nächste Offensive, deren Ziel die Rückeroberung von Mariupol, Melitopol und Cherson sei.

Nach Angaben Selenskyjs wird sich die Ukraine dabei nicht nur auf die Gebiete konzentrieren, die es vor dem russischen Überfall im Februar kontrollierte. Auch die Territorien der von Moskau unterstützten Separatisten im Osten des Landes und Städte auf der seit 2014 von Russland annektierten Krim würden zurückerobert, kündigte der 44-Jährige an. „Denn die gesamte Ukraine muss frei sein.“

Baerbock: Kampfpanzer-Frage nur mit Partnern gemeinsam klären

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat verteidigt, dass Deutschland keine Kampfpanzer an die Ukraine liefert – und sich damit zurückhaltender geäußert als vor einigen Tagen. In der ARD sagte sie, zurzeit gehe keiner der internationalen Partner den Schritt und allein werde man nicht tätig. Bei Waffenlieferungen an die Ukraine habe sich Deutschland stets abgestimmt. Baerbock erklärte, eine Lieferung allein mache noch nicht den Unterschied. Waffen müssten auch zum Einsatz kommen und die gesamte Logistikkette dahinter müsse funktionieren.

"Ich bin dafür, dass wir alles liefern, das einen Unterschied macht, um Menschen zu befreien." @ABaerbock @annewill @AnneWillTalk https://t.co/SsCIZ8sqXo

Ex-Kanzler Schröder kritisiert europäische Staatschefs

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder kritisiert einem Medienbericht zufolge europäische Staatschefs. „Ich hätte erwartet, dass in der Tradition der europäischen Entspannungspolitik wenigstens der Versuch gemacht wird, wie man den Krieg zu Ende führt“, sagte Schröder dem Nachrichtenportal The Pioneer. Der russische Überfall auf die Ukraine sei gleichwohl falsch gewesen. „Dass der Krieg begonnen wurde, ist ein Fehler der Russen. Das habe ich immer gesagt.“ Es gebe nie Gründe für einen Krieg, aber es gebe „geopolitische Erklärungsmuster“.

Angesprochen auf seine zurückhaltende Kritik am russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen Angriffskrieg gegen ein souveränes Land sagte Schröder demnach: „Man kann keine Rolle in möglichen Verhandlungen spielen, wenn man als Erstes auf volle Distanz geht und die Tür laut zuknallt.“

Ukraine: Folterkeller gefunden

In Kosatscha Lopan in der Region Charkiw ist ein Keller gefunden worden, in dem Menschen gefoltert worden sein sollen. Das teilte die ukrainische Staatsanwaltschaft mit. Sie veröffentlichte Aufnahmen, auf denen ein russisches Militärtelefon zu sehen war. Solche Geräte sollen für die Folter von Häftlingen mit Stromschlägen bei Verhören genutzt worden sein. Wegen einer ukrainischen Gegenoffensive in der Region Charkiw hatten sich russische Soldaten aus einem Großteil der Gegend zurückgezogen.

Selenskyj zieht Parallelen zu Deutschland im Zweiten Weltkrieg

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, ähnlich vorzugehen wie Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Es gebe grausamste Folter, Deportationen, verbrannte Städte, bodenlosen Hass und nichts Lebendiges mehr unter russische Besatzung, sagte Selenskyj in einer am Samstag in Kiew verbreiteten Videobotschaft. Zwar würden russische Soldaten anders als die Nazis die Leichen von Ukrainern nicht zu Produkten wie Seife weiterverarbeiten und keine Lampenschirme aus ihrer Haut machen – aber das Prinzip sei das gleiche. Die Ukraine werde russische Soldaten ermitteln, die im Krieg gefoltert und misshandelt hätten.

Lambrecht fordert Aufklärung zu Leichenfunden in Isjum

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hat nach dem Fund hunderter Leichen in der ukrainischen Stadt Isjum die Aufklärung möglicher Kriegsverbrechen gefordert. Die SPD-Politikerin sagte den Funke-Zeitungen, die Vereinten Nationen sollten schnellstmöglich Zugang bekommen, damit Beweise gesichert werden könnten. Die Verantwortlichen für Kriegsverbrechen müssten vor Gericht gestellt werden. Die Menschen sollen ersten Erkenntnissen zufolge ums Leben gekommen sein, als Russland die Stadt Ende März heftig beschossen hatte.

Außerdem stellt sich Lambrecht hinter die Äußerungen von Generalinspekteur Eberhard Zorn, der eine Ausweitung der russischen Aggression für möglich hält und die Erfolgsaussichten des ukrainischen Gegenangriffs zurückhaltend sieht. „Ich stimme zu, dass Putin unberechenbar ist. Putin hat einen Nachbarn überfallen und die territoriale Integrität weiterer Staaten infrage gestellt“, sagte Lambrecht.

Bundesregierung genehmigt Haubitzen-Verkauf

Die Bundesregierung hat der Ukraine den Kauf von 18 Haubitzen aus deutscher Produktion genehmigt. Ein Sprecher hat einen entsprechenden Bericht der Welt am Sonntag bestätigt. Demnach geht es um einen geplanten Auftrag der Ukraine beim Rüstungskonzern Krauss-Maffei im Wert von 216 Millionen Euro. Die Haubitzen könnten allerdings frühestens in zweieinhalb Jahren ausgeliefert werden, hieß es. Das Unternehmen wollte mit der Produktion erst nach Zustimmung der Bundesregierung beginnen.

Biden warnt Russland vor Atombomben-Einsatz

US-Präsident Joe Biden hat Russland davor gewarnt, im Ukraine-Krieg Atomwaffen einzusetzen. Russland würde damit noch mehr zum Ausgestoßenen werden, als es das je gewesen sei, sagte Biden in einem Interview-Ausschnitt mit dem Sender CBS. Wie genau die USA reagieren würden, ließ Biden zwar offen. Er sagte aber, die Reaktion würde das Gesicht des Krieges verändern, wie nichts anderes seit dem Zweiten Weltkrieg. Das komplette Interview soll morgen ausgestrahlt werden.

"Don't. Don't. Don't. You will change the face of war unlike anything since World War II," is what President Joe Biden says he would tell President Vladimir Putin if the Russian leader is contemplating the use of tactical nuclear or chemical weapons. Sunday, on 60 Minutes. https://t.co/8xxaDnYcqj

Scholz verteidigt sein „Nein“ zur Kampfpanzer-Lieferung

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die Haltung der Bundesregierung verteidigt, im Moment keine Kampfpanzer an die Ukraine zu liefern. Deutschland mache keine Alleingänge, sagte Scholz im Deutschlandfunk. SWR3-Reporter Oliver Neuroth erklärt die Einzelheiten:

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten Scholz verteidigt Nein zur Kampfpanzer-Lieferung

Dauer

Scholz sieht Bewegungen in seinen Gesprächen mit Putin

Bundeskanzler Olaf Scholz sieht im Verlauf seiner Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ein gewisses Maß an Bewegung.

Wenn ich alle Gespräche zusammenfasse, die ich in der letzten Zeit mit ihm geführt habe, dann hat es durchaus Bewegungen gegeben. Sie waren nur nicht sehr weitreichend, wie wir ja alle wissen und jeden Tag sehen können und die Ukrainerinnen und Ukrainer jeden Tag erleiden.

Scholz hatte zuletzt am Dienstag mit Putin telefoniert und anschließend erklärt, er sehe keine Einsicht bei Putin, dass der Angriff auf die Ukraine am 24. Februar ein Fehler war.

Im Deutschlandfunk erklärte Scholz, er habe dem jüngsten Gespräch mit Putin aber keine Zeichen von Verhandlungsbereitschaft entnehmen können.

Man muss leider sagen, dass es keine neuen Nachrichten gibt, die aus diesem Gespräch mitgenommen werden können. Unverändert verfolgt der russische Präsident sein imperialistisches Ziel, sich einen Teil des Nachbarterritoriums einzuverleiben.

Klar sei aber auch, dass sich etwas geändert habe, weil Putin mit vielen seiner Vorhaben nicht durchgekommen sei und die schnelle kurzfristige Eroberung der Ukraine nicht geklappt habe. „Er hat die Truppen von Kiew abgezogen und dann den jetzt furchtbaren Krieg im Osten der Ukraine ausgeweitet. Aber auch da muss er jetzt Misserfolge verzeichnen und akzeptieren.“

EU verurteilt Gräueltaten

Nach dem Fund möglicher Folterstätten in der Ukraine spricht die Europäische Union von Gräueltaten, die man verurteile. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell erklärte, er sei zutiefst schockiert über die Funde von Gräbern und Folterstätten in den zurückeroberten Gebieten in der Ost-Ukraine. Der russische Angriffskrieg ziehe eine Spur von Blut und Zerstörung durch das Land. Ukrainische Behörden hatten nach eigenen Angaben nahe der Stadt Isjum mehr als 440 Gräber in einem Wald gefunden. Mehrere Leichen wiesen demnach Folterspuren auf. Die Vereinten Nationen wollen die Hinweise prüfen.

Blinken bestürzt über Leichenfunde von Isjum

US-Außenminister Antony Blinken hat sich bestürzt über die Leichenfunde nahe der ukrainischen Stadt Isjum geäußert. „Dies ist, grauenvollerweise, Teil einer (...) laufenden Geschichte. Immer wenn die russische Flut sich aus besetzten Teilen der Ukraine zurückzieht, sehen wir, was zurückbleibt.“ Bereits in dem ukrainischen Ort Butscha waren nach dem Rückzug russischer Truppen Hunderte ermordete Zivilisten gefunden worden.

Reports of a mass grave with 440 men, women, and children in Izyum, Ukraine are heartbreaking and should galvanize our support to the brave Ukrainians seeking to liberate their homeland. We stand with Ukraine in pursuing accountability for these crimes.

In russisch besetzten Gebieten über 1.000 Menschen gefoltert und getötet

In den von Russland besetzten Gebieten der Region Charkiw sind nach ukrainischen Angaben mehr als 1.000 Menschen gefoltert und getötet worden. Die ukrainischen Behörden würden zudem in den kommenden Tagen die genaue Zahl der in einem Massengrab in der Stadt Isjum gefundenen Menschen bekanntgeben, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den Menschenrechtsbeauftragten des ukrainischen Parlaments, Dmytro Lubinez.

Putin kündigt weitere Angriffe auf Ostukraine an

Ungeachtet der schweren Niederlage seiner Armee im Gebiet Charkiw hat Russlands Präsident Wladimir Putin weitere Angriffe auf ostukrainische Gebiete angekündigt. „Unsere Offensivoperationen im Donbass werden nicht ausgesetzt, sie gehen in geringem Tempo voran“, sagte Putin am Freitagabend bei einer Pressekonferenz zum Abschluss eines Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) im zentralasiatischen Usbekistan. „Die russische Armee nimmt immer neue Gebiete ein“, behauptete Putin.

Unter dem Druck ukrainischer Gegenoffensiven hatten Russlands Streitkräfte sich am vergangenen Wochenende aus dem ostukrainischen Gebiet Charkiw fast vollständig zurückgezogen. Im usbekischen Samarkand äußerte sich Putin nun erstmals selbst zu den Erfolgen des Gegners. „Die Kiewer Führung hat erklärt, dass sie eine aktive Gegenoffensive begonnen hat und durchführt“, sagte er. „Nun, schauen wir, wie diese sich entwickeln wird und womit sie endet.“

Klitschko bedankt sich für Flüchtlingsaufnahme

Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hat sich für die Aufnahme der Millionen Ukraine-Flüchtlinge in der EU bedankt. „Wir werden Ihre Hilfe nie vergessen“, sagte der frühere Profiboxer nach einem Treffen des Europäischen Ausschusses der Regionen in Prag. Derzeit kämen Menschen zurück in seine Stadt, Geschäfte würden wieder öffnen. Doch Klitschko wies auch darauf hin, dass die Lage im ganzen Land schlecht sei. Mehr als 116.000 Wohngebäude und 2.000 Schulen seien zerstört worden.

Ukraine erhält Panzer über Ringtausch mit Griechenland

Die Bundesregierung hat sich mit Griechenland auf einen Ringtausch zur Versorgung der Ukraine mit weiteren Schützenpanzern geeinigt. Griechenland liefere der Ukraine 40 Schützenpanzer sowjetischer Bauart vom Typ BMP-1. Dafür erhalte Athen von Deutschland 40 Schützenpanzer Marder aus Industriebeständen, teilte das Bundesverteidigungsministerium am Freitag mit. Darauf hätten sich Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) und ihr griechischer Amtskollege Nikolaos Panagiotopoulos geeinigt. Eine entsprechende zwischenstaatliche Vereinbarung werde getroffen und die Umsetzung werde sofort beginnen.

Die 🇺🇦 Gegenoffensive hat große Erfolge erzielt. In #Nachgefragt erläutert Brigadegeneral Dr. Freuding die Hintergründe der Operation, die Rolle westlicher Waffensysteme und die Abwägungen der Folgen für die #Bundeswehr bei jeder Materialunterstützung. https://t.co/4SVxgR1Jht https://t.co/J9vpG8YXQR

Biathlon-Weltverband verlängert Ausschluss von Russland und Belarus

Russland und Belarus sowie Sportler und Offizielle beider Länder bleiben als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine von allen internationalen Biathlon-Wettbewerben ausgeschlossen. Das beschloss der Weltverband IBU auf seinem Kongress in Salzburg. Die Mitgliedsverbände folgten mit großer Mehrheit dem Antrag der Verbandsführung, die seit 1. März 2022 geltenden Sanktionen zu verlängern. Der Ausschluss gelte bis auf weiteres, teilte der Verband mit.

The IBU Congress has adopted the motion submitted by the Executive Board to confirm the EB decision dated 01 March 2022 to not allow participation of any Russian or Belarusian athletes or Officials at its International Events until further notice. Yes: 39 No: 2 Abstained: 5 https://t.co/sjMlgwyM9v

Ukraine: Weitere Gräber und Folterkammern in Isjum entdeckt

In der befreiten ukrainischen Stadt Isjum findet die Polizei immer mehr Hinweise auf Kriegsverbrechern der russischen Armee – unter anderem Folterräume und Gräber mit hunderten Toten. Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen will jetzt Beobachter nach Isjum schicken.

Ukrainische Behörden berichteten zuvor über die Entdeckung einer Massengrabstätte mit insgesamt rund 440 Leichen in Isjum – einer russischen Hochburg, bis zur Einnahme durch ukrainisches Militär bei einer Gegenoffensive in der vergangenen Woche.

G7-Parlamentspräsidenten sichern Ukraine weitere Solidarität zu

Die Parlamentspräsidenten der G7-Staaten und des Europäischen Parlaments haben der Ukraine weitere Solidarität im Krieg gegen Russland zugesichert. „Die Menschen in der Ukraine verteidigen nicht nur ihre, sondern unser aller Demokratie, somit ist es ein geringer Preis, den wir zahlen müssen“, sagte Nancy Pelosi, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, bei einem Treffen mit ihren Kolleginnen und Kollegen am Freitag in Berlin. „Natürlich machen uns hohe Energiepreise Sorgen, aber diese Menschen riskieren ihr Leben.“

.@r_stefanchuk, "On the #G7 meeting of heads of parliaments the support of Friends for Ukraine is impressive. Thank you 🙏" @EP_President @SpeakerPelosi @baerbelbas #HosodaHiroyuki @YaelBRAUNPIVET @AnthonyRota https://t.co/WMdRunD0vm

Separatisten: Ukraine greift Regierungsgebäude in Cherson an

In der südukrainischen Stadt Cherson hat es nach Angaben der dort von Russland installierten Verwaltung ukrainische Angriffe auf ein Regierungsgebäude gegeben. Dabei seien mindestens eine Person getötet und weitere Menschen verletzt worden, erklärt der Vize-Chef der Region Cherson im russischen Staatsfernsehen. Russische Truppe hatten die Stadt Cherson und die gleichnamige Region kurz nach Beginn des Einmarschs in die Ukraine eingenommen. Im Zuge der jüngsten Gegenoffensive haben ukrainische Truppen einige Gebiete in der Region zurückerobert.

Russland hält Militärmanöver in der Arktis ab

Mitten im Ukraine-Krieg hat Russland eine Militärübung in der Arktis gestartet. Ziel des Manövers „Umka-2022“ sei, „die Fähigkeit und die Bereitschaft zur militärischen Verteidigung der russischen Arktis“ zu testen, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Übung findet demnach in der Tschuktschensee statt – einem Teil des Arktischen Ozeans zwischen Russland und dem US-Bundesstaat Alaska. Bei der Übung seien von zwei atombetriebenen U-Booten Anti-Schiffs-Marschflugkörper auf Ziele in 400 Kilometern Entfernung abgefeuert worden. Zudem seien von der ostsibirischen Tschuktschen-Halbinsel Raketen auf 300 Kilometer entfernte Ziele im Meer geschossen worden.

Rund 450 Gräber bei zurückeroberter Stadt Isjum gefunden

In der Nähe der von ukrainischen Truppen zurückeroberten Stadt Isjum im Osten des Landes sind nach ukrainischen Angaben rund 450 Gräber entdeckt worden. „Das ist nur eine der Massengrabstätten, die in der Nähe von Isjum gefunden wurden“, sagte der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak. In den russisch besetzten Gebieten habe es monatelang Terror, Gewalt, Folter und Massenmorde gegeben.

Vermisstenbeauftragter zu Isjum "Möchte das nicht Butscha nennen"

Der Vermisstenbeauftragte der Ukraine, Kotenko, spricht im Falle der Leichenfunde in Isjum von vielen Einzelgräbern. Zuvor hatte der ukrainische Präsidenten Selenskyj von einem Ma…  mehr...

Am Donnerstagabend hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von der Entdeckung eines „Massengrabs“ in Isjum gesprochen, ohne allerdings Einzelheiten zu nennen.

Schweiz hebt Visumerleichterungen für Russen auf

Die Schweiz hebt Visumerleichterungen für russische Staatsbürger auf. Das Land folgt mit dem Schritt der EU, die vergangene Wochen entschieden hatte, das Visumerleichterungsabkommen mit Russland zu suspendieren.

Visavergabe Einreise für Russen wird schwieriger

Von heute an können russische Staatsbürger nicht mehr so einfach in den Schengenraum einreisen. Der Aufwand und der Preis für ein Visum steigen. Allerdings soll es für einige Bürg…  mehr...

„Es liegt im Interesse der Schweiz, eine gemeinsame und harmonisierte europäische Visapolitik mitzutragen“, begründete die Schweizer Regierung den Schritt. Andernfalls könnten Ausweichbewegungen zu einem erheblichen Anstieg der Visumanträge von Russen bei den Schweizer Vertretungen führen.

Kanzler Scholz zu Überprüfung von Militärexportregeln bereit

Die Bundesregierung ist nach den Worten von Kanzler Olaf Scholz dazu bereit, Exportregeln bei gemeinsamen Rüstungsprojekten mehrerer Länder auf den Prüfstand zu stellen. „Manche mag das vielleicht überraschen – aber die Bundesregierung ist dazu bereit“, sagte Scholz laut Redetext in Berlin. In der Vergangenheit war Kritik an Deutschland laut geworden, dass nationale Bestimmungen zum Export von Militärgütern die Kooperation auf europäischer Ebene beeinträchtigten. „Nicht nur in der Nato und der EU haben wir uns strategisch neu aufgestellt. Auch national arbeiten wir daran“, sagte Scholz. Von Russland unter Präsident Wladimir Putin gehe derzeit die größte Bedrohung aus.

Regierung stellt Rosneft unter staatliche Kontrolle

Der deutsche Staat übernimmt die Kontrolle beim deutschen Ableger des russischen Öl-Importeurs Rosneft. Das Unternehmen werde unter Treuhandverwaltung der Bundesnetzagentur gestellt, heißt es aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Ziel sei es, den Betrieb der Raffinerien in Karlsruhe, Schwedt und Vohburg zu sichern, an denen Rosneft beteiligt ist. Rosneft ist nach eigenen Angaben das drittgrößte Unternehmen in der Mineralölverarbeitung in Deutschland.

Entscheidung der Bundesregierung Rosneft Deutschland unter Treuhandverwaltung

Die Bundesnetzagentur übernimmt nach Angaben des Wirtschaftsministeriums die Treuhandverwaltung des Rohöl-Importeurs Rosneft Deutschland. Damit soll der Betrieb der Öl-Raffinerien…  mehr...

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