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Russland versucht weiter, die Ukraine einzunehmen: Während die Welt den Einmarsch verurteilt, zerstören russische Truppen Städte und Infrastruktur. Alle Infos dazu.

Selenskyj verspricht Rückeroberung der Krim

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Landsleuten eine Rückeroberung der von Russland annektierten Halbinsel Krim versprochen. „Die ukrainische Flagge wird wieder über Jalta und Sudak, über Dschankoj und Jewpatorija wehen“, sagte Selenskyj. „Natürlich werden wir auch unsere Krim befreien.“ Russland hatte die Halbinsel im Schwarzen Meer 2014 militärisch besetzt, als die Ukraine nach einem Machtwechsel geschwächt war und keinen Widerstand leisten konnte. Dann wurde ein international nicht anerkanntes Referendum abgehalten und die Krim Russland angegliedert. Selenskyj hat immer eine Rückkehr der Halbinsel verfochten, dies aber selten so nachdrücklich als Kriegsziel formuliert.

Selenskyj drängt auf EU-Mitgliedschaft

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Deutschland dazu aufgefordert, sein Land beim Streben nach einer EU-Mitgliedschaft zu unterstützen. Von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wünsche er sich, dass dieser sich persönlich dafür einsetze, sagte Selenskyj im ZDF. In dem Interview kritisierte der ukrainische Präsident erneut die Bundesregierung: Diese sei bei Waffenlieferung zu zögerlich. Scholz hat diesen Vorwurf zuvor erneut zurückgewiesen.

Freiwillige aus 55 Ländern kämpfen in Ukraine

In der Ukraine kämpfen nach Angaben aus Kiew inzwischen Freiwillige aus rund 55 Staaten – darunter aus Deutschland – gegen die russischen Truppen. „Wir können bestätigen, dass wir deutsche Legionäre haben, können aber keine Zahlen kommentieren“, teilte ein Sprecher der Internationalen Legion am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Anfang Juni hatte die als staatliche Stelle eingerichtete Legion erstmals auch den Tod eines Deutschen bestätigt, der bei den Gefechten im Zuge des russischen Einmarsches in die Ukraine gestorben war. Zuvor hatte die Legion mitgeteilt, dass vor allem US-Amerikaner und britische Freiwillige im Einsatz seien, gefolgt von Polen und Kanadiern. Es gebe auch Kämpfer aus Brasilien, Australien, Südkorea und den baltischen EU-Staaten sowie aus den nordeuropäischen Ländern, darunter vor allem aus Finnland.

Scholz: Deutschland liefert nicht zu langsam

Kanzler Olaf Scholz (SPD) weist Vorwürfe zurück, Deutschland liefere zu langsam schweres Militärgerät an die Ukraine. Eine Ausbildung an den Geräten sei wichtig, sagt er mit Blick auf die Panzerhaubitze 2000 oder den Flakschützpanzer Gepard. Es wäre ein Fehler gewesen, etwa die Panzerhaubitze ohne Ausbildung zu liefern. Einige hocheffiziente Waffen wie zugesagte das Flugabwehrsystem Iris-T seien weltweit begehrt. Man müsse sich auch mit Staaten abstimmen, die zuvor bestellt hätten, sagt der Kanzler. Scholz äußert sich nicht zu Berichten über eine mögliche Kiew-Reise.

Ukraine: Russen kontrollieren über 70 Prozent von Sjewjerodonezk

Im umkämpften Donbass haben russische Truppen nach ukrainischen Angaben den Großteil der wichtigen Stadt Sjewjerodonezk eingenommen. „Stand heute kontrolliert Russland leider über 70 Prozent, jedoch nicht die ganze Stadt“, sagte der Gouverneur des Luhansker Gebiets, Serhij Hajdaj, beim TV-Sender Belsat. Es gebe harte Kämpfe um jedes Haus. Mit der Einnahme des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk hätten die prorussischen Separatisten mit Moskaus Hilfe die Region Luhansk fast komplett unter ihrer Kontrolle und ein wichtiges Kriegsziel erreicht.

Im umkämpften Industriegebiet Azot würden sich weiter etwa 500 Zivilisten, darunter etwa 40 Kinder aufhalten. „Wir versuchen, mithilfe von Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk eine Vereinbarung über einen Evakuierungskorridor zu erreichen“, sagte Hajdaj. Die Bombenschutzkeller des Chemiewerks Azot seien nicht so stabil, wie die des wochenlang belagerten Stahlwerks Azovstal der inzwischen von Russland eroberten Hafenstadt Mariupol.

Agentur: Tote bei ukrainischem Angriff in Donezk

Bei einem ukrainischen Artillerie-Angriff auf einen Markt in der von pro-russischen Separatisten gehaltenen Region Donezk sind nach einem Bericht der dortigen Nachrichtenagentur mindestens drei Menschen getötet und vier weitere verletzt worden. Unter den Toten sei auch ein Kind, meldet die Donezk Nachrichtenagentur. Sie verbreitet Bilder von brennenden Marktständen und einer auf dem Boden liegenden Leiche. Die Nachrichtenagentur berichtet zudem, Teile der ostukrainischen Region seien am Montag von Standard-Nato-Munition des Kalibers 155 Millimeter getroffen worden. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Russland: Große Mengen an Waffen und Ausrüstung in Ukraine zerstört

Russland hat nach eigenen Angaben mit Raketenangriffen eine große Menge an Waffen und Militärausrüstung in der Ost-Ukraine zerstört. Dazu gehörten auch einige Rüstungsgüter, die von den USA und Staaten der Europäischen Union an die Ukraine geliefert worden seien, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die russischen Raketen hätten Ziele nahe dem Bahnhof des Ortes Udatschne im ostukrainischen Donbass getroffen.

Deutsche Rüstungsgüter für 350 Millionen Euro in die Ukraine genehmigt

Die Bundesregierung hat bisher die Lieferung von Waffen und anderen Rüstungsgütern wie etwa Helmen oder Schutzwesten im Wert von gut 350 Millionen Euro an die Ukraine genehmigt. Das geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor. Schwere Waffen wie Artilleriegeschütze und Flugabwehrpanzer wurden zugesagt, bisher aber noch nicht geliefert. Die Union fordert die Bundesregierung auf, das schnell nachzuholen.

Der ukrainische Präsident Selenskyi wiederholte nach russischen Raketenangriffen in der vergangenen Nacht noch einmal seine Bitte um moderne Luftabwehr-Systeme.

Krieg in der Ukraine Selenskyj bittet um moderne Luftabwehr

Die Ukraine fordert von Bundeskanzler Olaf Scholz die Lieferung deutscher Panzer und ersucht den Westen um Luftabwehr-Systeme. Im Osten des Landes gehen die schweren Kämpfe weiter.  mehr...

Botschafter: Scholz soll bei Kiew-Besuch Panzer versprechen

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk erwartet von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dass er bei einem Kiew-Besuch die Lieferung deutscher Panzer in die Ukraine verspricht. „Ohne deutsche schwere Waffen wird es uns leider nicht gelingen, die gewaltige militärische Überlegenheit Russlands zu brechen und das Leben von Soldaten und Zivilisten zu retten“, sagte Melnyk der Nachrichtenagentur dpa.

Die Ukrainer erwarten, dass der Bundeskanzler Olaf Scholz bei seinem Besuch in Kiew ein neues Hilfspaket deutscher Rüstungsgüter verkünden wird, das unbedingt sofort lieferbare Leopard-1-Kampfpanzer sowie Marder-Schützenpanzer beinhalten soll.

Melnyk sagte, es sei enttäuschend, wie langsam Deutschland Waffen in die Ukraine liefere. Seit dem 3. Mai seien zwar sechs Millionen Schuss Munition angekommen, aber keine Waffen mehr. „Daher hoffen wir, das die Ampel-Regierung endlich auf das Gaspedal drückt, um sowohl den Umfang als auch das Tempo massiv zu erhöhen, damit die Ukraine die russische Großoffensive im Donbass abwehren kann.“

Sipri-Institut warnt vor atomarem Wettrüsten

Dem Friedensforschungsinstitut Sipri zufolge steigt als Folge der derzeitigen weltweiten Spannungen das Risiko für einen Einsatz von Atomwaffen. „Alle nuklear bewaffneten Staaten vergrößern oder modernisieren ihre Arsenale, und die meisten von ihnen verschärfen ihre nukleare Rhetorik und die Rolle, die Atomwaffen in ihren militärischen Strategien spielen“, schreibt Wilfred Wan, Direktor des Programms für Massenvernichtungswaffen am Stockholmer International Peace Research Institute (Sipri), am Montag. Dies sei ein „sehr beunruhigender Trend.“ Sipri rechnet damit, dass die weltweiten Bestände an nuklearen Sprengköpfen erstmals seit Jahrzehnten wieder wachsen könnten.

Russlands Präsident Wladimir Putin versetzte drei Tage nach dem Einmarsch in die Ukraine die russische Atomwaffenabwehr in höchste Alarmbereitschaft. Russland verfügt laut dem Bericht mit insgesamt 5977 Sprengköpfen über das größte Atomwaffenarsenal der Welt - das sind etwa 550 mehr als die Vereinigten Staaten besitzen.

SIPRI-Bericht Warnung vor atomarem Wettrüsten

Friedensforschern zufolge sind die Atommächte weiter dabei, ihre Arsenale zu modernisieren oder auszubauen. Damit steige auch das Risiko für den Einsatz von Atomwaffen.  mehr...

Amnesty: Russland tötet mit Streumunition

Russische Truppen haben laut Amnesty International Wohngebiete in der ukrainischen Stadt Charkiw mit der international geächteten Streumunition beschossen und Hunderte Zivilisten getötet.

In Charkiw wurden Menschen in ihren Häusern und auf der Straße getötet, während sie mit ihren Kindern Spielplätze besuchten, auf Friedhöfen ihrer Angehörigen gedachten, beim Anstehen für Hilfslieferungen oder beim Einkaufen. Es ist schockierend, dass die russischen Truppen wiederholt Streumunition in Wohngebieten eingesetzt haben.

Der Bericht wurde heute in Berlin veröffentlicht. „Die Verantwortlichen für diese Angriffe müssen vor Gericht gestellt und die Verletzten sowie die Angehörigen der Opfer müssen entschädigt werden“, sagte die Amnesty-Expertin für Europa und Zentralasien bei Amnesty International in Deutschland, Janine Uhlmannsiek.

Hacker bringen Kritik an Krieg gegen Ukraine auf russische Webseiten

Unbekannte Hacker haben eine Botschaft gegen den Krieg in der Ukraine auf Webseiten des staatlichen russischen Fernsehens platziert. Auf dem Streaming-Portal „Smotrim.ru“ etwa stand am Sonntagabend neben Fotos von Zerstörung in der Ukraine „Putin vernichtet Russen und Ukrainer! Stoppt den Krieg!“, wie zahlreiche Internet-Nutzer im Netz berichteten.

Das russische Staatsfernsehen meldete später eine Hacker-Attacke auf „Smotrim“ und die Website der Nachrichtensendung „Vesti“. Dadurch seien weniger als eine Stunde lang „unerlaubt Inhalte mit extremistischen Aufrufen“ angezeigt worden.

In Russland wird der Angriffskrieg in der Ukraine offiziell als militärische Spezialoperation bezeichnet. Von dieser Linie abweichende Darstellungen stehen als Verbreitung angeblicher Falschinformationen über russische Streitkräfte unter Strafe. In der Nacht zum Montag zeigte die „Smotrim“-Website wieder Links zu Propaganda-Material.

Russland: Großes Waffenlager im Westen der Ukraine zerstört

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben ein großes Waffenlager im Westen der Ukraine zerstört. Von ukrainischer Seite hieß es dagegen, bei Raketenangriffen seien Zivilisten verletzt worden. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, erklärte, Raketen des Typs Kalibr hätten nahe der Stadt Tschortkiw in der ukrainischen Region Ternopil „ein großes Depot von Panzerabwehrraketensystemen, tragbaren Luftverteidigungssystemen und Granaten getroffen, die dem Kiewer Regime von den USA und europäischen Ländern geliefert wurden“.

Der Gouverneur von Ternopil, Wolodymyr Trusch, erklärte, vier russische Raketen hätten in Tschortkiw eine militärische Einrichtung und vier Wohngebäude beschädigt. Später ergänzte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache, dass bei dem Angriff mehr als 20 Menschen verletzt worden seien, darunter ein zwölf Jahre altes Mädchen.

Melnyk: Viele Geflüchtete fühlen sich in Deutschland nicht willkommen

Viele ukrainische Geflüchtete kehren nach Überzeugung des ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk Deutschland wieder den Rücken, weil sie sich hier nicht willkommen fühlen. Man solle sich in Deutschland Gedanken darüber machen, wieso viele Ukrainer, „keine Lust haben, hier zu bleiben“, sagte Melnyk in „Bild-TV“. Der Botschafter sagt, dass Deutschland aus Sicht der Ukrainer Verantwortung für viele Tote trage, weil das Land bislang keine schweren Waffen geliefert habe.

Klitschko hat hohe Erwartungen an Besuch von Scholz, Macron und Draghi

Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hat hohe Erwartungen an den Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und des italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi. „Wir brauchen von den drei Führern der wichtigsten Länder harte Unterstützungssanktionen und Waffen so schnell wie möglich“, sagt Klitschko in einem TV-Interview mit „BILD“ in Kiew. „BILD am Sonntag“ hatte zuvor berichtet, dass die drei Regierungschefs noch vor dem G7-Gipfel Ende Juni gemeinsam nach Kiew reisen wollen. Die Ukraine benötigt laut Klitschko dringend mehr Munition und moderne Waffen, um sich zu verteidigen.

Britischer Soldat stirbt bei Kämpfen in der Ukraine

In der Stadt Sjewjerodonezk in der Ostukraine ist ein ehemaliger britischer Soldat umgekommen, der für die Ukraine kämpfte. Das teilt seine Familie in den sozialen Medien mit. Der Mann habe die britische Armee im März verlassen und sei in die Ukraine gereist, um die Streitkräfte des Landes gegen die russischen Invasoren zu unterstützen. Das britische Außenministerium teilt mit, man wolle die Familie des in der Ukraine verstorbenen Briten unterstützen.

Scholz gesteht Fehler bei Russland-Politik ein

Bundeskanzler Olaf Scholz sieht es inzwischen als Fehler an, zu lange auf Russland als Energieversorger gesetzt zu haben: „Wir haben uns zu lange und zu einseitig auf Energielieferungen aus Russland verlassen. Die alte Gleichung, dass Russland auch in Krisen ein verlässlicher Wirtschaftspartner ist, gilt nicht mehr“, sagte Scholz am Abend in seiner Eröffnungsrede beim ostdeutschen Wirtschaftsforum in Bad Saarow. Deutschland müsse unabhängig von russischen Energieimporten werden - „und zwar so schnell wie möglich, aber auch so sicher wie nötig“, betonte der Kanzler.

Scholz versicherte, dass die Bundesregierung beim angestrebten Wandel immer auch Ostdeutschland im Blick habe. Es gehe um Versorgungssicherheit und um Bezahlbarkeit von Energie. „Die Kosten des Krieges tragen wir alle gemeinsam“, so Scholz.

Roth: Russlands Krieg gegen Ukraine auch ein „Krieg gegen die Kultur“

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine ist nach Überzeugung von Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) auch ein „gezielter Krieg gegen die Kultur der Ukraine“. Russland bedrohe mit seinem Krieg die kulturelle Identität der Ukraine, sagte die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien am Sonntag bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Kulturpolitik und Krise im Düsseldorfer Schauspielhaus.

„Kultur ist die Stimme der Demokratie.“ Beim 11. Kulturpolitischen Bundeskongress der @Kupoge betonte Staatsministerin Claudia #Roth die Notwendigkeit von Vielfalt und der Zusammenarbeit aller Akteurinnen und Akteure. Der Kongress geht bis morgen: https://t.co/HLwqjsjSq6 #kdd22 https://t.co/cUX3MEYam4

Bei ihrem Besuch in der ukrainischen Hafenstadt Odessa in der vergangenen Woche hätten Gesprächspartner ihr von mindestens 375 russische Angriffen berichtet, bei denen kulturelle Einrichtungen in der Ukraine schwer beschädigt oder gänzlich zerstört worden seien, sagte Roth.

Separatisten halten an Todesurteilen gegen ausländische Kämpfer fest

Der pro-russische Separatistenführer Denis Puschilin hat Forderungen nach eine Aufhebung der Todesurteile gegen drei in der Ostukraine gefangen genommene ausländische Kämpfer zurückgewiesen. „Sie sind in die Ukraine gekommen, um für Geld Zivilisten zu töten. Deshalb sehe ich keine Grundlage für eine Abmilderung des Strafmaßes“, sagte der Chef der selbsterklärten Volksrepublik Donezk in Mariupol. Der Oberste Gerichtshof in Donezk hatte die Briten Aiden Aslin und Shaun Pinner sowie den Marokkaner Brahim Saadun am Donnerstag zum Tode verurteilt. Er warf ihnen vor, als Söldner für die Ukraine gekämpft zu haben.

Nemzow-Stiftung zeichnet ukrainischen Präsidenten Selenskyj aus

Die nach dem ermordeten Kremlgegner Boris Nemzow benannte Stiftung hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für dessen Mut im Kampf um die Freiheit des Landes ausgezeichnet. Das teilte die in Bonn ansässige und von Nemzows Tochter Schanna Nemzowa geführte Stiftung mit.

Es sei nicht selbstverständlich, dass Selenskyj nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Land geblieben ist. Er habe tapfer an der Seite seines Volkes das Land verteidigt, habe Waffen gefordert und sich nicht um seine Sicherheit gekümmert, sagte Nemzowa. „Am bedeutendsten ist, dass das niemand von ihm erwartet hätte. Alle hatten Selenskyj doch nicht so richtig ernst genommen“, sagte sie.

Wolodymyr Selenskyj erhielt den Boris-Nemzow-Preis für Courage - 2022 https://t.co/MVw7Dvq1X7

Papst: Dürfen uns an Ukraine-Krieg nicht gewöhnen

Papst Franziskus hat zum wiederholten Mal vor einem Abstumpfen mit Blick auf den Ukraine-Krieg gewarnt. „Bitte gewöhnen wir uns nicht an diese tragische Realität! Lasst sie uns immer in unserem Herzen tragen. Lasst uns für den Frieden beten und kämpfen“, sagte das Kirchenoberhaupt beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz. „Der Lauf der Zeit kann unsere Trauer und Sorge um diese gequälten Menschen nicht lindern“, so Franziskus weiter. Der Gedanke an die kriegsgeplagten Ukrainer sei stets in seinem Herzen.

Bericht: Russen bereiten sich auf Krieg bis Oktober vor

Das russische Militär bereitet sich nach Einschätzung des ukrainischen Militärgeheimdienstes auf einen längeren Krieg vor. Die Planung der russischen Streitkräfte sei für 120 weitere Tage bis Oktober 2022 verlängert worden, berichteten die Militärexperten des US-amerikanischen Institute for the Study of the War (ISW) unter Berufung auf Informationen von Geheimdienst-Vizedirektor Wadym Skibizkij. Das russische Militär werde seine Pläne abhängig vom Erfolg im Donbas aber weiter anpassen, dies geschehe nahezu monatlich.

#Ukrainian intelligence assesses that the #Russian military is extending its planning to fight a longer war, though Russian force generation and reserves likely remain poor. Read the latest from @TheStudyofWar and @criticalthreats: https://t.co/rJKygW3uOM https://t.co/GfMsEpMoVW

Im Donbass toben weiter schwere Gefechte

In der Ostukraine wird weiter heftig um die Vorherrschaft in der Großstadt Sjewjerodonezk gekämpft. Die Lage sei dort die schlimmste im ganzen Land, sagte der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdal, in einer Videoansprache. Es sei unmöglich, den Beschuss zu zählen. Es würden gezielt Wohnviertel mit schwerer Artillerie angegriffen. Die russische Armee versuche, die ukrainische Verteidigungslinie zu durchbrechen. Sjewjerodonezk gilt als die letzte Großstadt in dem Gebiet, die sich nicht unter russischer Kontrolle befindet. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig kontrollieren.

Krieg im Donbass: "Es ist unmöglich, den Beschuss zu zählen" https://t.co/Z72ut8T2yJ #UkraineKrieg

Verbindung zwischen Akw Saporischschja und Atombehörde wiederhergestellt

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat nach ukrainischen Angaben wieder Kontakt zum größten Atomkraftwerk Europas in der ukrainischen Stadt Saporischschja. Die Verbindung zwischen den Datenservern in Saporischschja und der IAEA sei wiederhergestellt, gab die ukrainische Atomenergiebehörde Energoatom bekannt.

Das Akw Saporischschja wird seit Anfang März von russischen Truppen besetzt, die es wenige Tage nach Beginn ihres Angriffs auf die Ukraine unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Das Kraftwerk trug 2021 rund ein Fünftel zur Stromproduktion der Ukraine bei.

Russische Truppen zerstören wohl Waffendepot in Westukraine

Russische Truppen haben laut einem Interfax-Bericht mit Kalibr-Lenkraketen ein großes Waffendepot in der westukrainischen Region Ternopil zerstört. In dem Lager hätten sich europäische und amerikanische Waffen befunden, meldet die Nachrichtenagentur unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium. Demnach schossen russische Truppen im Osten der Ukraine auch drei ukrainische Kampfjets in der Nähe von Donezk und Charkiw ab.

Rheinmetall: Sechs Marder-Schützenpanzer fertig für Lieferung

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat nach eigenen Angaben die Modernisierung erster Schützenpanzer vom Typ Marder abgeschlossen. Sechs Fahrzeuge seien bereits „fertig“, sagte ein Unternehmenssprecher am Sonntag auf Anfrage. Der Bild am Sonntag hatte der Vorstandsvorsitzende Armin Papperger gesagt: „Wir sind dabei, 100 Marder-Schützenpanzer instandzusetzen, erste Fahrzeuge sind bereits so weit.“ Mit Blick auf eine mögliche Lieferung an die Ukraine fügte er hinzu: „Wann und wohin die Marder geliefert werden, ist die Entscheidung der Bundesregierung.“

Rüstungskonzern Rheinmetall Erste Marder-Panzer für Ukraine fertig

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat sechs Marder-Panzer soweit modernisiert, dass sie exportiert werden könnten. Nun muss die Bundesregierung entscheiden, wann und ob sie an die U…  mehr...

NATO-Chef zu Gesprächen in Finnland und Schweden

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg reist zu Gesprächen nach Finnland und Schweden. Beide Staaten hatten im Mai unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ihren Beitritt zum Militärbündnis beantragt. Der Aufnahme eines Staates zur NATO müssen alle 30 Mitgliedsländer zustimmen. Das NATO-Mitglied Türkei droht allerdings mit einem Veto.

#NATO Secretary General @jensstoltenberg will visit #Finland 🇫🇮 & #Sweden 🇸🇪 on 12–13 June. 12 June 🔵 15:00 CEST press conference with President @niinisto 🔵 17:25 CEST #Kultaranta Talks event 13 June 🔵 15:10 CEST press conference with @SwedishPM ℹ️: https://t.co/2SCeqoh9hK https://t.co/B67dTQofBu

Gouverneur: Azot-Chemiefabrik weiter unter ukrainischer Kontrolle

Die Azot-Chemifabrik in der umkämpften Industriestadt Sjewjerodonezk befindet sich nach Angaben der Regionalregierung weiterhin unter ukrainischer Kontrolle. „Azot ist nicht blockiert. Die Kämpfe finden in den Straßen neben der Fabrik statt“, sagte der Gouverneur von Luhansk, Serhij Gaidai, im ukrainischen Fernsehen. In der Anlage haben nach ukrainischen Angaben Hunderte Zivilisten Zuflucht gefunden.

China: Keinerlei materielle Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg

China hat seine offiziell neutrale Position im Ukraine-Krieg bekräftigt. Der chinesische Verteidigungsminister Wei Fenghe sagte auf einer Sicherheitskonferenz in Singapur, sein Land habe Russland im Zusammenhang mit der „Ukraine-Krise niemals irgendeine Art von materieller Unterstützung geliefert“. Peking unterstütze „Friedensverhandlungen“ zwischen den Kriegsparteien und hoffe, dass „die Nato Gespräche mit Russland führen wird“, fügte Wei hinzu.

Selenskyj berichtet über ukrainische Erfolge im Südosten

Ukrainische Streitkräfte haben nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj im Südosten des Landes Erfolge erzielt. Sie hätten russische Invasoren in der Region Cherson zurückgedrängt, sagte Selenskyj am Samstagabend in seiner nächtlichen Videobotschaft. Erfolge habe es auch in der Region Saporischschja gegeben. In Sjewjerodonezk im Osten gebe es weiter heftige Kämpfe sagte Selenskyj. Er sei stolz auf die ukrainischen Verteidiger dort, die die russischen Vorstöße seit Wochen aufhielten.

Steinmeier: Schröder hat Deutschland wegen Russlandaktivitäten geschadet

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wirft Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) vor, Deutschland mit seinen russischen Aktivitäten geschadet zu haben. „Gerhard Schröders Engagement für russische Energieunternehmen hat in Europa, insbesondere bei unseren osteuropäischen Nachbarn, viele Fragezeichen auch in Bezug auf unser Land hinterlassen“, sagte Steinmeier der Bild am Sonntag laut einem Vorabbericht. Vieles, was Gerhard Schröder in seiner Kanzlerschaft auf den Weg gebracht habe, gerate durch sein Verhalten nach seiner Amtszeit in den Hintergrund.

„Auf die Liste der Putin-Profiteure“ „Crème de la Kreml“: Politiker fordern Sanktionen gegen Altkanzler Schröder

Der ehemalige Bundeskanzler weicht nicht von der Seite seines Gönners Wladimir Putin. Immer mehr deutsche Politiker haben jetzt genug.  mehr...

Selenskyj wirbt erneut für EU-Beitritt der Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut für den EU-Beitritt seines Landes geworben. In einer Videoansprache sagte er, die EU könne mit der Entscheidung über einen Kandidatenstatus gestärkt werden.

Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte gestern in Kiew angekündigt, dass die Auswertung des Beitrittsantrags der Ukraine Ende kommender Woche abgeschlossen werde. Die Kommission soll eine Empfehlung abgeben. Die Ansichten der Mitgliedsstaaten gehen weit auseinander.

Ukrainische Kinder an deutschen Schulen: Lehrerverband fordert Unterstützung

Der Deutsche Lehrerverband fordert ein langfristiges Konzept vom Bund, um Kinder aus der Ukraine in den Schulalltag zu integrieren. Ohne massive Unterstützung würden die Länder das nicht schultern können, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er rief die Kultusministerkonferenz auf, ein Konzept mit klaren Inhalten zu erstellen und Zusagen zu geben, wie viel Personal und Geld die Schulen zusätzlich bekommen.

Medienbericht: Scholz will nach Kiew reisen

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will noch im Juni nach Kiew reisen. Das berichtet die Bild am Sonntag und beruft sich auf französische und ukrainische Regierungskreise. Demnach ist ein Besuch zusammen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Italiens Regierungschef Mario Draghi geplant. Dieser solle noch vor dem G7-Gipfel Ende Juni stattfinden. Ein Sprecher der Bundesregierung wollte den Bericht am Abend nicht kommentieren.

Krieg gegen die Ukraine Scholz plant offenbar Reise nach Kiew

Kanzler Scholz will offenbar noch vor dem G7-Gipfel Ende Juni nach Kiew reisen. Er plane eine gemeinsame Reise mit dem französischen Präsidenten Macron und dem italienischen Minis…  mehr...

Urteile des Gerichtshofs für Menschenrechte: Russland akzeptiert sie nicht mehr

Russland hat angekündigt, Urteile des Menschenrechtsgerichtshofs nicht mehr zu beachten. Präsident Wladimir Putin hat ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet, meldet die russische Nachrichtenagentur Tass. Urteile, die nach dem 15. März gefallen sind, werden demnach nicht mehr ausgeführt. An diesem Datum hat Russland seinen Austritt aus dem Europarat erklärt, nachdem das Land vorher wegen des Angriffs auf die Ukraine suspendiert worden war.

Justiz: Knapp 800 Kinder in Ukraine getötet oder verletzt

In der Ukraine sind seit Kriegsbeginn nach Justizangaben knapp 800 Kinder getötet oder verletzt worden. Mindestens 287 Kinder seien als Folge von Militäraktionen ums Leben gekommen, mindestens 492 weitere hätten Verletzungen erlitten, teilte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft mit.

Die meisten Fälle habe es in der Provinz Donezk gegeben, aus der 217 Kinder getötete oder verletzte Kinder gemeldet worden seien. In der Region Charkiw habe es 132 Fälle gegeben, im Gebiet um die Hauptstadt Kiew 116. Die Generalstaatsanwaltschaft betonte, die Zahlen seien nicht endgültig. Sie beruhten auf Ermittlungen von Jugendstaatsanwälten.

Russland gibt eigene Pässe im besetzten Cherson aus

In der besetzten ukrainischen Stadt Cherson haben die ersten Einwohner russische Pässe bekommen. Laut russischen Staatsmedien waren es 23. Der pro-russische Verwaltungschef hat demnach gesagt, alle Einwohner der Stadt wollten so schnell wie möglich die russische Staatsbürgerschaft. Präsident Wladimir Putin hat vor kurzem entschieden, dass Menschen einen russischen Pass schneller bekommen können als vorher. Die Ukraine kritisiert, dass Russland mit dem Pass-Verfahren ihre territorialen Rechte verletze.

EU-Beitritt der Ukraine: Von der Leyen zu Gesprächen in Kiew

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist am Samstag zu Gesprächen über den EU-Beitrittsantrag der Ukraine in Kiew eingetroffen. Die deutsche Spitzenpolitiker wollte mit Präsident Wolodymyr Selenskyj unter anderem noch offene Punkte des Aufnahmegesuchs erörtern. Die EU-Kommission wird voraussichtlich kommenden Freitag ihre Einschätzung dazu veröffentlichen, ob der Ukraine der Status als Kandidat für einen EU-Beitritt gewährt werden sollte.

Nato-Truppen in Polen: Russland will auf Aufstockung reagieren

Russland kündigt eine „proportionale und angemessene Reaktion“ auf die Aufstockung von Nato-Truppen in Polen an. So sollten „potenzielle Bedrohungen der Sicherheit der Russischen Föderation neutralisiert“ werden, zitiert die Nachrichtenagentur Interfax Oleg Tjapkin, der im russischen Außenministerium für die Beziehungen zu Europa zuständig ist.

Britisches Verteidigungsministerium: Intensive Straßenkämpfe in Sjewjerodonezk

Das britischen Verteidigungsministerium berichtet von anhaltenden „intensiven Straßenkämpfen“ zwischen russischen und ukrainischen Truppen im strategisch wichtigen Sjewjerodonezk. Auf beiden Seiten gebe es vermutlich zahlreiche Opfer, teilt das Ministerium unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse via Twitter mit. Die um Sjewjerodonezk stationierten russischen Truppen seien seit Freitag nicht in den Süden der Stadt vorgestoßen.

Russia-Ukraine war: ‘intense street fighting’ in Sieverodonetsk with both sides suffering heavy casualties, says UK – live https://t.co/yIoI1kdxM7

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 1. Juli, 3:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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