STAND

Russland versucht weiter, die Ukraine einzunehmen: Während die Welt den Einmarsch verurteilt, zerstören russische Truppen Städte und Infrastruktur. Alle Infos dazu.

Berlin: Anschlag auf russische Nachrichtenagentur vereitelt?

Der Staatsschutz der Berliner Polizei ermittelt wegen eines möglichen Brandanschlags auf Räume einer russischen Nachrichtenagentur in Berlin. An dem Gebäude im Bezirk Steglitz-Zehlendorf sei in einem Lichtschacht ein Gegenstand gefunden worden, bei dem es sich dem äußeren Anschein nach um einen Brandsatz handelte, teile die Polizei gestern mit. Nach der Entdeckung am Freitagabend sei der mögliche Brandsatz noch vor Ort zerstört worden.

Wird die Ukraine zum Friedhof der Generäle?

Zehn russische Generäle sollen bereits in der Ukraine gefallen sein. Experten sagen: Sie müssen in den Kämpfen aus zwei Gründen besonders weit nach vorne. Erstens läuft es immer schlechter, wie beispielsweise das britische Verteidigungsministerium berichtet. Zweitens verhindern steile Hierarchien, dass untergeordnete Kommandeure eigene Entscheidungen treffen können.

Im Tweet unten beschreiben Londoner Militärexperten, das Moskau aufgrund großer Verluste jetzt ranghohe Kommandanten in den Kampf schickt. Allerdings gebe es bislang keine Anzeichen darauf, dass die Anwesenheit dieser Offiziere im Gefecht zu einem verbesserten Einsatzkonzept geführt habe:

Latest Defence Intelligence update on the situation in Ukraine - 08 May 2022 Find out more about the UK government's response: https://t.co/d9OZdgCPKz 🇺🇦 #StandWithUkraine 🇺🇦 https://t.co/dGuAeC1DIh

Bundestagspräsidentin Bas in Kiew eingetroffen

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas ist in Kiew eingetroffen, wo sie an den Gedenkveranstaltungen zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa vor 77 Jahren teilnehmen will. Die SPD-Politikerin ist nach dem Bundespräsidenten die zweithöchste Repräsentantin der Bundesrepublik und damit die wichtigste deutsche Politikerin, die die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs besucht. Sie folgt einer Einladung des ukrainischen Parlamentspräsidenten Ruslan Stefantschuk.

Bas in Kiew angekommen

Im Rahmen der Gedenkveranstaltungen zum Ende des Zweiten Weltkriegs ist Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) in Kiew angekommen. Die SPD-Politikerin wird zusammen mit Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk unter anderem an die ermordeten ukrainischen Juden im Zweiten Weltkrieg erinnern. Bas ist die wichtigste deutsche Politikerin, die die Ukraine seit Beginn des Krieges besucht.

🇩🇪 #BundestagsPräsidentin @baerbelbas beginnt ihren Besuch in #Kiew. Zum heutigen #8Mai wird sie aller Opfer des #WW2 u. der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedenken u. politische Gespräche führen. #StandWithUkraine 🇺🇦 https://t.co/ZDgMR5Qcbx

Was in der Ukraine passiert ist

Wieder einmal hat den Meldungen zufolge ein Luftangriff eine Schule getroffen. Darin hatten Menschen Schutz gesucht. Zwei Tote sollen geborgen worden sein, aber vermutlich haben 60 weitere Menschen ihr Leben verloren. Tatort: Das Dorf Bilohoriwka in der ostukrainischen Region Luhansk.

Zivilisten sind raus – können auch die Kämpfer aus dem Stahlwerk von Mariupol abziehen?

Nach der Evakuierung der letzten Zivilisten aus dem Stahlwerk Azovstal in Mariupol hofft die Ukraine auf die Rettung auch ihrer Verwundeten und Soldaten. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach am Abend von einer zweiten möglichen Phase der Evakuierung, die vorbereitet werde. Russische Kräfte setzten unterdessen ihre Angriffe auf die Fabrik fort, die letzte Bastion der Ukrainer in der weitgehend zerstörten Hafenstadt ist.

In der Nacht auf Sonntag gab es in weiten Teile des Landes Luftalarm. Aus den Städten Odessa und Mykolajiw im Süden wurden Explosionen gemeldet.

Auf internationaler Ebene gehen heute die Bemühungen um Hilfe für die angegriffene Ukraine weiter. Die Gruppe der sieben führenden westlichen Industriestaaten (G7) will über neue Sanktionen gegen Russland beraten. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will sich in einer Fernsehansprache zum Krieg in der Ukraine äußern. Wir werden am Abend live darüber berichten.

Mehr Soforthilfe für die Ukraine

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hat die Hilfen für die Ukraine, Moldau und Georgien aufgestockt. Der „Bild am Sonntag“ sagte die Politikerin, das Sofortprogramm für die Ukraine sei von 122 Millionen auf 185 Millionen Euro aufgestockt worden. Mit dem Geld würden die Wasserversorgung wiederhergestellt sowie Wohnungen, Schulen und Kindergärten wiederaufgebaut. Für Moldau seien zusätzlich 50 Millionen und für Georgien 27 Millionen Euro bewilligt. Die Nachbarländer Russlands müssten unabhängig gemacht werden, betonte Schulze.

CIA rechnet nicht mit Einsatz von Atomwaffen

Der US-Geheimdienst CIA sieht aktuell keine Anhaltspunkte dafür, dass Russland wegen des Ukraine-Kriegs den Einsatz taktischer Atomwaffen plant. CIA-Chef William Burns sagte der Zeitung Financial Times, diese Möglichkeit dürfe man trotzdem nicht auf die leichte Schulter nehmen. Nach Ansicht des Geheimdienstchefs ist der russische Präsident Putin überzeugt, mit noch mehr Einsatz im Krieg Fortschritte erzielen zu können. Außerdem glaube der Kreml-Chef, es sich nicht leisten zu können, zu verlieren. Burns geht deshalb davon aus, dass Putin den Krieg weiter vorantreibt.

Offenbar alle Zivilisten aus Stahlwerk in Mariupol gerettet

Die stellvertretende ukrainische Ministerpräsidentin, Iryna Wereschtschuk, hat bestätigt, dass aus dem belagerten Stahlwerk in Mariupol alle Frauen, Kinder und ältere Menschen evakuiert worden sind. Die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet von jeweils 50 Geretteten Zivilisten gestern, und 50 heute. Noch immer befinden sich aber rund 2.000 ukrainische Soldaten auf dem Gelände. Das Stahlwerk wird nach ukrainischen Angaben nach wie vor beschossen.

Russland greift Hafenstadt Odessa an

Das russische Militär hat erneut die west-ukrainischen Hafenstadt Odessa angegriffen. Das berichten Medien vor Ort. In Aufnahmen sind schwarze Rauchwolken über dem Stadtgebiet von Odessa zu sehen. Offenbar wurde ein Flugplatz angegriffen. Auch aus anderen Landesteilen der Ukraine werden Explosionen gemeldet: Betroffen sind unter anderem die Städte Sumy, Chmelnyzkyj und Poltawa. Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben ein weiteres russisches Kriegsschiff versenkt. Ein Sprecher des ukrainischen Militärs veröffentlichte ein Video, das den Beschuss des russischen Schiffs im Schwarzen Meer mit einer Drohne zeigen soll. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben aus dem Kriegsgebiet nicht.

Alle aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg

Krieg gegen die Ukraine ++ Bislang 200 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen ++

Laut WHO sind im Ukraine-Krieg bereits 200 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen dokumentiert worden. Die Ukraine hat nach eigenen Angaben ein Landungsboot der russischen Armee ve…  mehr...

Europarat: „Erschütterndes“ Ausmaß von Vergehen in der Ukraine

Die Menschenrechtskommissarin des Europarats, Dunja Mijatovic, hat nach einem viertägigen Besuch in der Region Kiew umfassende Menschen- und Völkerrechtsverletzungen durch russische Streitkräfte beklagt. Ausmaß und Schwere der Taten seien „erschütternd“, erklärte Mijatovic. Den Opfer und ihren Familien Wiedergutmachung, Unterstützung und Gerechtigkeit zu verschaffen, werde eine „gewaltige, aber zwingend nötige Aufgabe“. Russlands Angriffskrieg habe „praktisch alle Menschenrechte“ von Bewohnern der Ukraine beeinträchtigt, sagte Mijatovic.

Unter anderem verwies sie auf die Zerstörung des Theaters und eines Krankenhauses in Mariupol und den Überlebenskampf eingeschlossener Zivilisten.

Prorussische Separatisten vermelden weitere Evakuierung

Aus dem seit Wochen belagerten Stahlwerk in Mariupol sind nach Angaben der prorussischen Separtisten in der Ukraine weitere 50 Zivilisten fortgebracht worden.

Heute, am 7. Mai, sind vom Territorium des Metallurgiekombinats Azovstal in Mariupol 50 Menschen evakuiert worden.

Von ukrainischer Seite oder unabhängiger Seite gibt es bislang keine Bestätigung dafür. Darüber, wohin die Zivilisten verbracht wurden, machten die Separatisten ebenfalls keine Angaben.

Mainzer Arzt Trabert hilft vor Ort in Krankenhäusern der Ukraine

Der Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert fordert mehr humanitäre Hilfe für die Menschen in der Ukraine. Trabert hält sich dort zur Zeit auf, um Hilfsgüter in das Kriegsgebiet zu bringen. Im SWR sagte der ehemalige Kandidat der Linken für das Bundespräsidentenamt, es werde viel zu oft über Waffenlieferungen gesprochen. Wichtig sei mehr humanitäre Hilfe:

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten Mainzer Mediziner Trabert in der Ukraine

Dauer

Heute war ein ganz besonders intensiver Tag der Begegnungen. Wir waren in Wyschgorod, in Irpin und Butscha. Alles Städte...Posted by Gerhard Trabert on Friday, May 6, 2022

20 Soldaten zur militärischen Ausbildung in RLP

Die Ukraine wird mit insgesamt 12 hochmodernen Panzerhaubitzen ausgerüstet. Davon kommen sieben aus Deutschland.

Idar-Oberstein

Nach Beschluss zur Lieferung von Panzerhaubitzen Ausbildung ukrainischer Soldaten in RLP beginnt nächste Woche

Deutschland liefert sieben Panzerhaubitzen an die Ukraine. Das hat Bundesverteidigungsministerin Lambrecht am Freitag mitgeteilt. Ukrainische Soldaten sollen dafür in RLP ausgebildet werden.  mehr...

Am Vormittag SWR4 Rheinland-Pfalz

Neue Explosionen in an Ukraine grenzende Region

In der Republik Moldau, nahe der ukrainischen Grenze, hat es mehrere Explosionen gegeben. Das Innenministerium der Konfliktregion Transnistrien meldet wieder Angriffe, berichtet die Nachrichtenagentur Interfax. Russland macht die Ukraine für die Attacken verantwortlich. Transnistrien gilt als prorussisch.

SWR3-Reporter Marius Reichert über die Lage in der Ukraine:

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten Moldau meldet Explosionen in Transnistrien

Dauer

Was in der Nacht passiert ist

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat den Westen zu weiteren Lieferungen schwerer Waffen an die Ukraine aufgerufen. "Die Ukraine benötigt dringend weitere schwere Waffen, der Westen sollte seine Lieferungen intensivieren, noch mehr tun und sich auf ein langfristiges Engagement vorbereiten", sagte Stoltenberg der Welt am Sonntag.

US-Präsident Joe Biden hat ein neues Waffenpaket im Wert von 150 Millionen US-Dollar für die Ukraine unterschrieben. Das teilte das Weiße Haus in Washington mit.

Der Weltsicherheitsrat hat sich erstmals auf eine gemeinsame Stellungnahme zu Russlands Krieg gegen die Ukraine geeinigt. Das mächtigste UN-Gremium äußert sich in der Resolution einstimmig besorgt über die aktuelle Lage. Außerdem drückt es seine Unterstützung für die Bemühungen von Generalsekretär Guterres aus, eine friedliche Lösung zu finden. Auch Russland hat der Resolution zugestimmt – und auf sein Veto-Recht verzichtet.

Aus dem belagerten Stahlwerk in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind 50 Menschen gerettet worden. Das meldet sowohl Russland als auch die Ukraine. Laut der ukrainischen Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk habe es sich um Frauen, Kinder und Ältere gehandelt. Die ukrainische Seite hatte der russischen Armee zuvor vorgeworfen, eine Waffenruhe verletzt zu haben.

USA liefern Militärhilfe im Wert von 150 Millionen US-Dollar

US-Präsident Joe Biden hat ein neues Waffenpaket im Wert von 150 Millionen US-Dollar für die Ukraine unterschrieben. Das teilte das Weiße Haus in Washington mit. Das Land solle zusätzliche Artilleriemunition, Radar und andere Ausrüstungsgegenstände erhalten. Die USA wollen die Ukraine so bei der Abwehr der russischen Invasion unterstützen.

Weltsicherheitsrat äußert sich einstimmig besorgt

Der Weltsicherheitsrat hat sich erstmals auf eine gemeinsame Stellungnahme zu Russlands Krieg gegen die Ukraine geeinigt. Das mächtigste UN-Gremium äußert sich in der Resolution einstimmig besorgt über die aktuelle Lage. Außerdem drückt es seine Unterstützung für die Bemühungen von Generalsekretär Guterres aus, eine friedliche Lösung zu finden. Auch Russland hat der Resolution zugestimmt – und auf sein Veto-Recht verzichtet.

Frauen, Kinder und Ältere aus Mariupol gerettet

Aus dem belagerten Stahlwerk in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind heute 50 Menschen gerettet worden. Das meldet sowohl Russland als auch die Ukraine. Laut der ukrainischen Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk habe es sich um Frauen, Kinder und Ältere gehandelt. Die ukrainische Seite hatte der russischen Armee zuvor vorgeworfen, eine Waffenruhe verletzt zu haben.

Russland umgeht Sanktionen bei vielen Produkten

Russland versucht, trotz Sanktionen an hochwertige Produkte aus dem Westen zu kommen. Das russische Handelsministerium hat eine Liste mit Produkten veröffentlicht, die „unter Umgehung der offiziellen Vertriebswege“ eingeführt werden dürfen. Darauf unter anderem Smartphones von Apple und Samsung, große Automarken, Spielekonsolen aber auch alltägliche Konsumgüter wie Besteck oder Kosmetika. Mit der Regelung will Russland Engpässe bei Waren vermeiden, die es derzeit selbst nicht herstellen kann.

Konnten Menschen gerettet werden aus Mariupol? Die Lage ist unklar

In der ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind offenbar neue Rettungsversuche gescheitert. Ukrainische Behörden werfen den russischen Einheiten vor, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Evakuierungen seien deshalb unmöglich geworden. Die Vereinten Nationen hatten eine entsprechende Initiative angekündigt, aber keine Einzelheiten genannt. Von russischer Seite heißt es nur immer wieder, es würden keine zivilen Ziele angegriffen.

Scholz kündigt Fernsehansprache zum Krieg an

Kanzler Olaf Scholz (SPD) will sich am Sonntag in einer Fernsehansprache an die Menschen wenden. Das bestätigte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann. Das Thema seiner Rede werde das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 77 Jahren und Putins Krieg gegen die Ukraine sein. Die Ansprache soll am Sonntagnachmittag aufgezeichnet und von ARD und ZDF um 20:20 Uhr ausgestrahlt werden. Bereits zuvor zeigt tagesschau24 die Ansprache.

TV-Ansprache am Sonntag Der Kanzler will reden

Kanzler Scholz will sich am Sonntag in einer Fernsehansprache an die Menschen wenden. Dabei soll es um das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Kämpfe in der Ukraine gehen. In eine…  mehr...

Bericht: BKA soll bei Ermittlungen zu Kriegsverbrechen helfen

Das Bundeskriminalamt (BKA) soll einem Bericht zufolge bei der Ermittlung zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen in der Ukraine helfen. Das BKA bereite „eine umfangreiche materielle Unterstützung der Ukraine durch Forensikausstattung vor“, erste Materialien und Geräte seien bereits unterwegs, berichtete der Spiegel und bezog sich auf das Bundesinnenministerium.

Allerdings sollen demnach keine BKA-Spezialistinnen oder Spezialisten ins Kriegsgebiet geschickt werden. Das Sicherheitsrisiko werde als zu hoch eingeschätzt, berichtete der Spiegel unter Berufung auf interne Dokumente. Stattdessen könne das BKA der Ukraine etwa durch Schulungen zur Opfer-Identifizierung in Deutschland oder einem Nachbarland der Ukraine helfen. Auch Untersuchungen von Leichen oder Beweismitteln könnten dort erfolgen. 

Militärexperte: Ukraine muss Territorium zurückgewinnen

Nach Ansicht des Militärexperten Carlo Masala ist eine politische Lösung des Krieges in der Ukraine nur durch ein Zurückdrängen russischer Truppen durch die Ukraine möglich. Dies sei „eine der Voraussetzungen, dass es überhaupt irgendwann Verhandlungen über eine Lösung des Konflikts geben kann“, sagte Masala im stern-Podcast „Ukraine - die Lage“. Masala ist Politikwissenschaftler an der Universität der Bundeswehr in München.

Es gebe derzeit eine Art Stellungskrieg, in dem es aber auch etwas Bewegung gibt. Die russischen Truppen würden dabei langsam vorankommen. „Das kann auf Dauer nicht für die Ukraine tolerabel sein“, sagte Masala. Daher rechne er mit einer größeren ukrainischen Gegenoffensive ab kommenden Monat. Die aktuelle taktische Lage, soweit erkennbar, sieht derzeit so aus:

A map of the approximate situation on the ground in Ukraine as of 00:00 UTC 06/05/22. https://t.co/xo0uMnR0VZ

Fast 25 Millionen Tonnen Getreide stecken in Ukraine fest

In der Ukraine stecken nach Angaben der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) knapp 25 Millionen Tonnen Getreide fest. „Es ist eine nahezu groteske Situation, die wir im Moment in der Ukraine sehen“, sagt FAO-Experte Josef Schmidhuber bei einer Pressekonferenz in Genf. Die Getreidemenge könne eigentlich exportiert werde, „kann aber das Land nicht verlassen, einfach wegen der fehlenden Infrastruktur und der Blockade der Häfen“.

Landwirtschaftsminister @cem_oezdemir will der Ukraine helfen, Weizen zu exportieren - Beim G7-Gipfel der Agrarminister Mitte Mai soll darüber gesprochen werden, wie das Land weiter weltweiter Lieferant bleiben kann. Nina Amin berichtet https://t.co/BvttgLHhRU #Audio https://t.co/NfKN1Hu14P

Scholz: Putin wird diesen Krieg nicht gewinnen

Bundeskanzler Olaf Scholz hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einen Bruch mit den Werten der Zivilisation vorgeworfen. Russland sei mutwillig aus der Weltgemeinschaft ausgestiegen, sagte Scholz am Freitag in Hamburg.

„Putin darf diesen verbrecherischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht gewinnen – und er wird diesen Krieg auch nicht gewinnen“, sagte er. Sollte sich Russland aber durchsetzen, drohe „internationale Regellosigkeit“. Der Kanzler warf Putin auch Irrationalität vor, weil sein Hass auf eine freiheitliche Ukraine größer sei als sein Interesse an der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Russlands.

Russland: Werden in der Ukraine keine Atomwaffen einsetzen

Russland wird laut dem Außenministerium in Moskau in der Ukraine keine Atomwaffen einsetzen. Der Einsatz dieser Waffen sei im Rahmen des „speziellen Militäreinsatzes“, wie Russland die Invasion offiziell bezeichnet, nicht vorgesehen, sagt der Sprecher des Ministeriums, Alexej Saizew. Die USA hatten angesichts der ausbleibenden Erfolge der russischen Armee gewarnt, Russland könnte taktische Atomwaffen einsetzen.

Schweiz empört: US-Kommission prangert sie als Putin-Gehilfin an

Die Schweizer Regierung wehrt sich vehement gegen Vorwürfe aus den USA, sie sei mit ihren Geschäftsbeziehungen zu russischen Oligarchen eine Gehilfin von Russlands Präsident Wladimir Putin. Die US-amerikanische Helsinki-Kommission – ein Gremium aus Regierungs- und Kongressmitgliedern – erhob die Vorwürfe bei einer Anhörung am Donnerstag.

„Die Schweiz, die seit langem als Versteck für Kriegsverbrecher und Kleptokraten bekannt ist, ist eine führende Förderin des russischen Diktators Wladimir Putin und seiner Kumpane“, hieß es in der Einladung. Die Kommission soll die Einhaltung der Vereinbarungen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwachen. In der Anhörung wurde die Schweizer Justiz als korrumpiert dargestellt.

Die Vorwürfe aus den USA gegen die Schweiz rufen hierzulande heftige Reaktionen hervor - und wecken Erinnerungen an die Neunzigerjahre. https://t.co/yqxHBbsnbY

Scholz plant erneute Fernsehansprache

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will sich erneut in einer Fernsehansprache zum russischen Krieg gegen die Ukraine äußern. Solch eine Ansprache sei in Planung, hieß es am Freitag aus Regierungskreisen in Berlin. Zuvor hatte die Bild am Sonntag berichtet, dass die TV-Erklärung am Sonntag aufgezeichnet und bei ARD und ZDF ausgestrahlt werden soll.

Anlass der Ansprache sei demnach auch der 77. Jahrestag der Kapitulation des damaligen Deutschen Reiches am 8. Mai 1945. Damit endete der Zweite Weltkrieg in Europa.

EU-Kommission kommt Kritikern von Öl-Embargo entgegen

Die EU-Kommission passt ihren Vorschlag für ein Embargo gegen russisches Öl an, um Kritikern des Vorhabens unter den 27 Mitgliedssaaten entgegen zu kommen. Das sagt ein Mitarbeiter der Kommission Reuters. Dazu zählen demnach eine dreimonatige Übergangsphase bis zur vollen Umsetzung des Embargos sowie Investitionshilfen zur Verbesserung der Öl-Infrastruktur.

Hohe Energiepreise machen sich bei Geringverdienern bemerkbar

Die hohen Energiepreise treffen Geringverdienende laut einer Umfrage besonders hart. Rund zwei Drittel der Arbeitnehmer mit einem Monatsgehalt von unter 2.300 Euro brutto sehen sich finanziell in Bedrängnis, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung am Freitag mitteilte.

Ein Fünftel berichtete von „großen finanziellen Schwierigkeiten“, rund die Hälfte musste auf andere Ausgaben verzichten, um die Energierechnung begleichen zu können.

Knapp 500 Zivilisten in vergangenen Tagen aus Mariupol evakuiert

Aus der seit Wochen von russischen Truppen belagerten ukrainischen Stadt Mariupol und dem dortigen Stahlwerk sind nach ukrainischen Angaben in den vergangenen Tagen insgesamt rund 500 Zivilisten in Sicherheit gebracht worden. „Es ist uns gelungen, fast 500 Zivilisten zu evakuieren“, teilte der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Andrij Jermak, am Freitag mit. Der Evakuierungseinsatz werde fortgesetzt.

Deutschland liefert Ukraine sieben Panzerhaubitzen an die Ukraine

Deutschland wird der Ukraine statt fünf jetzt sieben Panzerhaubitzen 2000 liefern. Dazu sei eine Übereinkunft erzielt worden, sagte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) am Freitag in Sliac in der Slowakei. Die deutschen Haubitzen vom Typ 2000 würden fünf aus den Niederlanden kommende ergänzen. Die auf Panzern-Fahrgestellen montierten Haubitzen sind weittragende, schwere Geschütze.

Lieferung an Ukraine Was die Panzerhaubitze kann

Die Panzerhaubitze ist ein schweres Artilleriesystem mit einer Kanone auf einem Kettenfahrzeug - und ähnelt damit einem Panzer. Was leistet dieses Gerät im Gefecht? Von Kai Küstne…  mehr...

Botschafter Melnyk lehnt Entschuldigung für umstrittene Äußerungen ab

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, lehnt eine Entschuldigung wegen seiner umstrittenen Äußerungen gegenüber Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ab. „Es geht nicht darum, dass man sich entschuldigt, sondern es geht darum, dass eine richtige Politik in diesen Tagen gemacht wird“, sagt er im Deutschlandfunk.

Melnyk hatte Scholz – neben anderen, für einen Diplomaten ziemlich flapsigen Tweets – als beleidigte Leberwurst bezeichnet, nachdem dieser wegen des Umgangs mit dem Bundespräsidenten zunächst eine Kiew-Reise abgelehnt hatte. Steinmeier hatte der Diplomat wegen seiner früheren Russland-Politik massiv kritisiert.

Großbritannien: Russland setzt Bodenangriff auf Aswostal fort

Russische Truppen haben nach Angaben des britischen Militärgeheimdienstes den zweiten Tag in Folge ihren Bodenangriff auf das Stahlwerk Asowstal in Mariupol fortgesetzt. In dem Werk harren nach ukrainischen Angaben nach wie vor Zivilisten und Soldaten aus. Derweil melden andere Geheimdienste, die meisten russischen Soldaten – bis auf rund 2.000 Belagerer des Stahlwerks – seien aus Mariupol abgezogen.

Latest Defence Intelligence update on the situation in Ukraine - 06 May 2022 Find out more about the UK government's response: https://t.co/6jHlpk2hy5 🇺🇦 #StandWithUkraine 🇺🇦 https://t.co/7ViaoqSnAV

Was in der Nacht passiert ist

Ein wichtiges Thema der Nacht: Geheimdienstinformationen der USA haben nach Medienberichten dem ukrainischen Militär dabei geholfen, das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, den Raketenkreuzer „Moskwa“ zu versenken. Die US-Regierung habe aber keine Kenntnis über die Pläne der Ukraine gehabt, berichteten mehrere US-Medien wie die Washington Post oder die New York Times unter Berufung auf nicht namentlich genannte Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien.

Die New York Times hatte zuvor schon berichtet, dass sich die ukrainische Armee bei ihrem Widerstand gegen Russland teilweise auf Informationen aus den USA beruft.

Die russische Armee hat in ihrem Krieg gegen die Ukraine nach den Worten von Präsident Selenskyj bisher 2.014 Raketen gegen diverse Ziele eingesetzt. Darüber hinaus seien seit Beginn der Invasion der russischen Armee in die Ukraine am 24. Februar bereits 2.682 Luftangriffe registriert worden.

Jetzt befürchtet das ukrainische Militär eine russische Landungsoperation an der Schwarzmeerküste in der Umgebung der Hafenstadt Odessa. Nach einer Mitteilung der regionalen Militärführung werde das Gebiet verstärkt von russischen Aufklärungsdrohnen überflogen, berichtete die Zeitung Ukrajinska Prawda. Zudem sei die russische Marine vor dem von ukrainischer Seite kontrollierten Küstenabschnitt weiterhin stark präsent.

Selenskyj: Bisher über 2.000 russische Raketenangriffe

Die russische Armee hat in ihrem Krieg gegen die Ukraine nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj bisher 2.014 Raketen gegen diverse Ziele eingesetzt. Das teilte Selenskyj in der Nacht zum Freitag in seiner täglichen Videoansprache mit.

Darüber hinaus seien seit Beginn der Invasion der russischen Armee in die Ukraine am 24. Februar bereits 2.682 Luftangriffe registriert worden. „Jeder dieser Einsätze bedeutet den Tod unseres Volkes, die Zerstörung unserer Infrastruktur.“

US-Geheimdienstinfos sollen beim Beschuss der Moskwa geholfen haben

Die Ukraine hat das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte Moskwa angeblich mithilfe von Geheimdienstinformationen der USA versenkt. Amerikanische Medien berichten, die USA hätten das Schiff auf Nachfrage des ukrainischen Militärs identifiziert, bevor die Ukraine Raketen darauf abfeuerte. Allerdings hätten die USA nicht gewusst, dass die Ukraine das Schiff angreifen wollte. Beim Untergang der Moskwa sollen rund 250 russische Soldaten gestorben sein.

U.S. intelligence helped Ukraine sink the Russian cruiser Moskva, U.S. officials tell @NBCNews. https://t.co/G4NB3CEaKz

UN: ukrainisches Getreide soll an den Weltmarkt

Angesichts von Nahrungsmittel-Engpässen wegen des Ukraine-Kriegs will UN-Generalsekretär António Guterres das Land zurück an den Weltmarkt bringen. „Eine sinnvolle Lösung für die globale Ernährungsunsicherheit erfordert die Wiedereingliederung der landwirtschaftlichen Produktion der Ukraine und der Lebensmittel- und Düngemittelproduktion Russlands und Belarus' in die Weltmärkte trotz des Kriegs“, sagte Guterres in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats. Er werde sein Bestes tun, um einen Dialog anzustoßen.

Ukrainer halten russische Landungsoperation bei Odessa für möglich

Das ukrainische Militär hält eine russische Landungsoperation an der Schwarzmeerküste in der Umgebung der Hafenstadt Odessa für möglich. Nach einer Mitteilung der regionalen Militärführung werde das Gebiet verstärkt von russischen Aufklärungsdrohnen überflogen, berichtete die Zeitung Ukrajinska Prawda am Donnerstagabend. Zudem sei die russische Marine vor dem von ukrainischer Seite kontrollierten Küstenabschnitt weiterhin stark präsent.

Die Bewohner wurden gebeten, sich von den Stränden und Sicherheitszonen an der Küste fernzuhalten. Auch sollten sie auf Fahrten mit kleinen Booten verzichten. Gleichzeitig wurde die Bevölkerung aufgerufen, verdächtige Aktivitäten zu melden.

STAND
AUTOR/IN
SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 22. Mai, 4:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

Dauer

Meistgelesen

  1. Experte: Gefahr für Epidemie gering Affenpocken – was wir bisher wissen

    In Deutschland sind inzwischen drei Infektionen mit dem Affenpocken-Virus bestätigt. Der erste Fall wurde in München nachgewiesen, die zwei anderen in Berlin.  mehr...

  2. 75 Jahre Rheinland-Pfalz Festival-Feeling: So krass habt ihr in Mainz gefeiert!

    Es war der Wahnsinn: Albumpremiere für Milow, Geburtstagskonzert für Emily Roberts, Summervibes mit Álvaro Soler und Abrissparty mit Lost Frequencies. Hier alle Highlights!  mehr...

  3. Liveblog zum Krieg in der Ukraine Asow-Kämpfer – Russland will Gefangenenaustausch prüfen

    Russland versucht weiter, die Ukraine einzunehmen: Während die Welt den Einmarsch verurteilt, zerstören russische Truppen Städte und Infrastruktur. Alle Infos dazu.  mehr...

  4. Ratgeber Fahrrad-Navis „Jetzt geradeaus fahren“ – direkt in den Abgrund?

    Fahrrad-Navis müssen viel mehr können als Auto-Navis. Da stellt sich die Frage, welche unterwegs wirklich am besten funktioniert. Wir geben Tipps und welche Klippen man besser umfährt.  mehr...

  5. Heidelberg

    Sachschaden vermutlich mehrere Millionen Euro Brand und Rauchwolke in Heidelberg Bahnstadt – mehrere Explosionen

    Am Rande des Stadtteils Bahnstadt hat es einen Großbrand gegeben. Verletzt wurde offenbar niemand. Das Feuer ist wohl im Erdgeschoss ausgebrochen, wo auch eine Kita ist.  mehr...

  6. Paderborn

    Gewitter, Sturm, Hagel Unwetter: Ein Toter in RLP, viele Verletzte nach Tornados in NRW

    Auch in Bayern gibt es Schäden durch Sturmtief „Emmelinde“. Einige Bahnstrecken sind blockiert. Die Polizei warnt, Menschen in den Schadensgebieten sollten weiter zu Hause bleiben.  mehr...