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Russland versucht weiter, die Ukraine einzunehmen: Während die Welt den Einmarsch verurteilt, zerstören russische Truppen Städte und Infrastruktur. Alle Infos dazu.

Baerbock reist nach Kiew

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) wird als erstes Mitglied der Bundesregierung seit Kriegsausbruch in die Ukraine reisen. Das hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) angekündigt. Vorher hatten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach dem Eklat um die Ausladung Steinmeiers telefoniert. Das Bundespräsidialamt teilte mit, die beiden Präsidenten hätten in dem Gespräch Irritationen der Vergangenheit ausgeräumt. Selenskyj habe Steinmeier und die gesamte Bundesregierung zu einem Besuch nach Kiew eingeladen.

EU will Putins Freundin sanktionieren

Die EU will durchsetzen, dass auch die angebliche Freundin von Russlands Staatschef Putin mit Sanktionen belegt wird. Es handelt sich dabei um die frühere russische Spitzen-Turnerin und Olympiasiegerin Alina Kabajewa. Die 38-Jährige ist nach übereinstimmenden Medienberichten seit Jahren mit Putin zusammen. Nach Recherchen des „Wall Street Journal“ soll sie auch mehrere Kinder mit ihm haben. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet nun, dass Kabajewas Vermögen in der EU eingefroren werden soll. Auch soll sie nicht mehr in die EU reisen dürfen.

Das ist am Abend in der Ukraine passiert

Krieg gegen die Ukraine ++ Putin entschuldigt sich für Lawrows Hitler-Äußerung bei Israel ++

Der russische Präsident Putin hat sich nach israelischen Angaben bei Ministerpräsident Bennett für die Hitler-Äußerungen seines Außenministers Lawrow entschuldigt. Moskau fordert …  mehr...

Umfrage: Mehrheit der EU-Bürger unterstützt Sanktionen

Eine große Mehrheit der EU-Bürger unterstützt einer Umfrage zufolge die nach dem Angriff auf die Ukraine verhängten Wirtschaftssanktionen gegen Russland. 55 Prozent stimmten den Sanktionen voll zu, 25 Prozent stimmten eher zu, wie aus einer repräsentativen Umfrage des EU-Parlaments hervorgeht. Ähnlich sieht es bei den Sanktionen gegen russische Oligarchen aus: 55 Prozent waren voll dafür, weitere 24 Prozent eher dafür. Für die Erhebung wurden zwischen dem 13. und 20. April rund 26.000 Bürgerinnen und Bürger in den 27 Mitgliedsstaaten befragt.

Beim Thema Waffenlieferungen stellt sich ebenfalls eine Mehrheit der Befragten hinter den Kurs der Europäischen Union: Zwei Drittel der EU-Bürger (67 Prozent) begrüßen der Umfrage nach, dass die EU den Erwerb und die Lieferung militärischer Ausrüstung an die Ukraine finanziert.

Verwundete sterben unter schrecklichen Qualen – Vizekommandeur fleht um Evakuierungen in Mariupol

Der stellvertretende Kommandeur des ukrainischen Asow-Regiments hat eindringlich um eine Evakuierung des von russischen Truppen belagerten Stahlwerks in der Hafenstadt Mariupol gebeten.

Swjatoslaw Palamar sagte am Donnerstag in einer Videobotschaft aus den Bunkern der weitläufigen Anlage, verwundete Soldaten müssten unter schrecklichen Qualen sterben, weil sie nicht behandelt werden könnten. Die internationale Gemeinschaft müsse Druck auf Russland ausüben, eine Evakuierung zu ermöglichen.

⚡️Azov officer urges Zelensky to help wounded soldiers in Mariupol. Sviatoslav Palamar said in a video address that wounded Ukrainian soldiers at the besieged Azovstal steel plant in Mariupol “are dying in terrible agony from inadequate (medical) treatment.”

Ukrainische Kämpfer: Russen verletzen Waffenruhe in Mariupol

Ukrainische Kämpfer haben russischen Truppen einen Bruch der vereinbarten Waffenruhe zur Evakuierung von Zivilisten aus dem Stahlwerk Azovstal in der Hafenstadt Mariupol vorgeworfen. „Wieder einmal haben die Russen das Waffenstillstandsversprechen gebrochen und die Evakuierung von Zivilisten, die sich weiterhin im Kellern des Werks verstecken, nicht erlaubt“, sagte der Vizekommandeur des ukrainischen Asow-Regiments, Swjatoslaw Palamar, am Nachmittag auf Telegram.

Generell bewegt sich die Front Beobachtern zufolge trotz massiver russischer Angriffe nur wenig. Hier der aktuelle Frontverlauf auf Basis britischer Geheimdienstinformationen:

The illegal and unprovoked invasion of Ukraine is continuing. The map below is the latest Defence Intelligence update on the situation in Ukraine - 5 May 2022 Find out more about the UK government's response: https://t.co/GqPDCh9Snm 🇺🇦 #StandWithUkraine 🇺🇦 https://t.co/RscQiAKC1t

Geberkonferenz für Ukraine bringt mehr als sechs Milliarden Euro

Eine internationale Geberkonferenz für die Ukraine hat in Warschau Zusagen von mehr als sechs Milliarden Euro erbracht. Das sagte Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki zum Abschluss der gemeinsam mit Schweden organisierten Veranstaltung. Morawiecki zufolge wird das Geld „zur Unterstützung der Ukraine und all jener eingesetzt, die der Ukraine helfen“. Polen hat mehr als drei Millionen ukrainische Flüchtlinge aufgenommen.

125 Millionen Euro kommen laut Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) aus Deutschland. Zudem seien weitere 140 Millionen Euro für die Entwicklungshilfe der Ukraine vorgesehen.

Auch Bulgarien fordert Ausnahme bei Öl-Embargo gegen Russland

Nach Ungarn, der Slowakei und Tschechien fordert nun auch Bulgarien eine Ausnahme bei dem von der EU-Kommission vorgeschlagenen Öl-Embargo gegen Russland. Das hat der bulgarische Energieminister Alexandar Nikolow am Nachmittag nach einem Treffen von Energieministern aus Südosteuropa sowie der Ukraine und von Aserbaidschan gesagt.

Angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine erörterten Vertreter und Minister aus Rumänien, Griechenland, der Türkei, Nordmazedonien, Serbien, der Ukraine, Bulgarien sowie Aserbaidschan die Zusammenarbeit bei der Energiesicherheit und die Diversifizierung in diesem Bereich. Ziel sei es, eine regionale Arbeitsgruppe als Teil der EU-Plattform für den Energieeinkauf zu schaffen.

Selenskyj lädt Steinmeier und Scholz nach Kiew ein

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Das bestätigte eine Sprecherin des Präsidenten am Nachmittag. Dabei seien die „Irritationen“ aus der Vergangenheit ausgeräumt worden. Laut Präsidialamt hat Selenskyj bei dieser Gelegenheit sowohl Steinmeier als auch Kanzler Olaf Scholz (SPD) sowie die gesamte Bundesregierung nach Kiew eingeladen.

Selenskyj schrieb auf Twitter von einem wichtigen, konstruktiven Gespräch und dankte Deutschland für seine Hilfe. Die Einladung erwähnte er nicht:

Had a good, constructive, important conversation with 🇩🇪 Federal President Mr. Steinmeier. Thanked for strong support for 🇺🇦. Expect it to be intensified. 🇩🇪leadership is important to counter 🇷🇺 aggression. Informed about situation on the frontline, critical situation in Mariupol

Mit dem Gespräch und der Einladung endet ein wochenlanges Tauziehen um einen von der Ukraine abgesagten Kiew-Besuch Steinmeiers. Der Bundespräsident hatte eigentlich zusammen mit seinen Kollegen aus Polen und den baltischen Ländern nach Kiew reisen wollen, war dann aber kurzfristig ausgeladen worden. Einen Gesprächswunsch Steinmeiers hatte die ukrainische Regierung wochenlang unbeantwortet gelassen.

Telefonat zwischen beiden Präsidenten Steinmeier und Selenskyj räumen Irritationen aus

Es sei ein "wichtiges Gespräch" gewesen: Bundespräsident Steinmeier hat mit Ukraines Präsident Selenskyj telefoniert. Dabei seien laut Präsidialamt Irritationen ausgeräumt worden.…  mehr...

Selenskyj startet weltweite Spenden-Kampagne

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, über die weltweit Spenden für den Kampf der Ukraine gegen die russischen Truppen sowie den Wiederaufbau des Landes gesammelt werden sollen.

„Mit einem Klick können Sie spenden, um unsere Verteidiger zu schützen, unsere Zivilisten zu retten und die Ukraine wiederaufzubauen“, sagte Selenskyj zum Start der Kampagne United24 in einem am Donnerstag auf seinem Twitter-Kanal veröffentlichten Video:

We launched United24 @U24_gov_ua global initiative. Its 1st component is an online platform to raise funds in support of 🇺🇦. Other projects & programs will be added soon. You can make a donation in 1 click from any country. Together we will win! #united24 #thepoweroffreedom https://t.co/notUt1P3ZF

Ukraine meldet anhaltende Kämpfe um Asow-Stahlwerk trotz angekündigter Feuerpause

Trotz einer von Russland angekündigten Feuerpause haben die Kämpfe um das Asow-Stahlwerk in Mariupol am Donnerstag nach ukrainischen Angaben weiter angehalten. Russland versuche, die letzten verbliebenen ukrainischen Verteidiger auf dem Gelände zu „vernichten“, erklärte die ukrainische Armee.

Der Kreml dementierte und erklärte, die Feuerpause werde eingehalten. Moskau hatte am Mittwochabend eine dreitägige Feuerpause zur Evakuierung von Zivilisten aus dem Asow-Stahlwerk im südukrainischen Mariupol angekündigt.

Im ukrainischen #Mariupol dauern die Kämpfe um das belagerte Asow-Stahlwerk offenbar an – trotz einer von Russland angekündigten Feuerpause. https://t.co/dAHVJ5DEXC

Turbo für Flüssiggas-Terminals: Nummer eins soll Ende 2022 starten

Die Bundesregierung drückt beim Aufbau einer Infrastruktur zum Import von Flüssigerdgas (LNG) massiv aufs Tempo. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) unterzeichnete am Donnerstag Pachtverträge für vier schwimmende Terminals, sogenannte Floating Storage and Regasification Units (FSRU). Die erste dieser schwimmenden Plattformen soll noch bis Jahresende in Wilhelmshaven in Betrieb gehen.

Am Donnerstag erfolgte dort auch der erste Rammschlag für einen Anleger, an dem die LNG-Tanker festmachen sollen:

Mit dem ersten Rammschlag haben heute in Anwesenheit von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in #Wilhelmshaven die Arbeiten für das geplante schwimmende Terminal für Flüssigerdgas (LNG) begonnen. https://t.co/84eMhyinII

Selenskyj: Gegenoffensive frühestens ab Mitte Juni

Die Ukraine dürfte nach Einschätzungen aus dem Umfeld von Präsident Wolodymyr Selenskyj mit einer Gegenoffensive bis mit Mitte Juni warten. Dann werde die Ukraine hoffentlich mehr Waffen aus dem Ausland erhalten haben, sagt Präsidentenberater Olexij Arestowytsch. Ein früherer Zeitpunkt sei unwahrscheinlich.

Er rechne zudem nicht damit, dass die russische Offensive vor dem 9. Mai irgendwelche „bedeutenden Ergebnisse“ bringe. An dem Tag feiert Russland den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Es war zuletzt immer wieder darüber spekuliert worden, dass Russlands Präsident Wladimir Putin dann über aus seiner Sicht erreichte Erfolge in der Ukraine berichten wolle.

Bundeswehr holt erneut Verwundete aus der Ukraine

Bundeswehrsoldaten haben nach Angaben der Luftwaffe zum vierten Mal in einem Medevac-Einsatz verwundete Menschen aus der Ukraine geholt. Sie sollen in Deutschland behandelt werden:

Der A310 MedEvac ✈️ist heute zum vierten Mal aus Köln gestartet, um kriegsverletzte Ukrainer abzuholen und nach 🇩🇪 zur weiteren Behandlung zu transportieren. An Bord werden sie von medizinischem Fachpersonal versorgt. @BBK_Bund @SanDstBw @BMVg_Bundeswehr @_eatc #Amtshilfe https://t.co/pYEJ3B5Cjr

Das Grauen im Krankenhaus von Tschernihiw

Im Krankenhaus der ukrainischen Stadt Tschernihiw liegen Patienten, die russische Luftangriffe überlebt haben. Ein junger Arzt erzählt von seinem Arbeitsalltag:

Krankenhaus in Tschernihiw "Verletzungen, die wir vor dem Krieg nicht kannten"

Im Krankenhaus von Tschernihiw liegen Patienten, die russische Luftangriffe überlebt haben und gezeichnet fürs Leben sind. Ein junger Arzt erzählt von seinem Alltag - und Wunden, …  mehr...

Bischof von Charkiw beschreibt „Schock und Schmerz“

Mit den Worten „Schock und Schmerz“ hat der Bischof von Charkiw, Pavlo Honcharuk, die Situation in der ostukrainischen Metropole zusammengefasst. Wie das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ in München mitteilte, berichtete der Kirchenmann von schrecklichen Erlebnissen, die auch ihn traumatisierten.

So habe er ein kleines Mädchen von etwa fünf Jahren erlebt, „das wie versteinert vor der Leiche eines geliebten Menschen auf der Straße stand und sich nicht bewegen konnte“. Zehn Wochen nach Beginn der russischen Invasion konzentrierten sich die Angriffe zunehmend auf den Osten und Süden des Landes. Die Situation in Charkiw, der zweitgrößten Stadt des Landes, werde immer dramatischer.

Eine Frau sitzt in einem Raum in einer Grundschule. Die Grundschule dient als Unterschlupf, vor allem für ältere Frauen, während der russischen Invasion. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Carol Guzy)
Svetlana Kremenskaya sitzt in einem Raum in einer Grundschule. Die Grundschule dient als Unterschlupf, vor allem für ältere Frauen, während der russischen Invasion. picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Carol Guzy

Unionspolitiker zu Gepard-Lieferung: Kaum Munition vorhanden

Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Florian Hahn (CSU), wirft der Bundesregierung vor, sie sei bei Waffenlieferungen an die Ukraine weiter zu zögerlich. Sie verkünde ständig Dinge unter Druck, die sie dann nicht einhalten könne. Hahn besucht derzeit Nato-Truppen im Baltikum.

So gebe es bei der Lieferung von Gepard-Flugabwehrpanzern, die Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) vergangene Woche angekündigt hatte, große Fragezeichen – vor allem beim Thema Munition: In den Beständen der Bundeswehr sei nur noch eine sehr geringe Anzahl von Munitionseinheiten vorhanden, die in der Ukraine „in Nullkommanix“ verbraucht würden.

Hahn äußerte die Vermutung, dass die Gepard-Ankündigung vor allem dazu gedient habe, „eine schnelle Antwort für die überraschende Sitzung in Ramstein zu haben“.

Ukraine-Krieg Bundestag stimmt für Lieferung schwerer Waffen

Der Bundestag hat sich mit großer Mehrheit für die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine ausgesprochen. Zuvor hatten sich Union und SPD in der Debatte über den Antrag einen hef…  mehr...

Russland will heute Nacht 600 ukrainische Kämpfer getötet haben

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben bei Artillerieangriffen in der Nacht 600 ukrainische Kämpfer getötet. Bei dem Beschuss seien mehrere Stellungen und befestigte Anlagen der ukrainischen Streitkräfte getroffen worden, teilt das Verteidigungsministerium weiter mit.

Mit Raketenangriffen habe man auch Flugzeugteile auf dem Flugplatz Kanatowo in der zentralukrainischen Region Kirowohrad und ein großes Munitionsdepot in der südlichen Stadt Mykolajiw zerstört. Die Ukraine hat die Angaben nicht bestätigt, unabhängige Informationen dazu gibt es nicht.

Bundestagspräsidentin Bas will in die Ukraine reisen

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas will als bislang höchste Repräsentantin des Staates in die Ukraine reisen. Ihr Amtskollege Ruslan Stefantschuk habe sie eingeladen, mit ihm aller Opfer des Zweiten Weltkriegs zu gedenken. Der Weltkriegsgedenktag in der Ukraine ist am 8. Mai – also kommenden Sonntag. Außerdem seien Gespräche über Politik geplant, hat eine Sprecherin von Bas gesagt. Bas hat als Bundestagspräsidentin das zweithöchste Amt inne. Über ihr steht nur noch der Bundespräsident.

SPD-Außenpolitiker Roth: Russland kann EU-Öleinkäufe nicht schnell ersetzen

Das Öl-Embargo der EU wird Russland wehtun – davon ist der SPD-Außenpolitiker Michael Roth überzeugt. Im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF hat Roth gesagt, das sechste Sanktionspaket zeige Präsident Wladimir Putin außerdem die Geschlossenheit der EU.

Tote und Verletzte nach Raketenbeschuss im Donbass

Mehrere ukrainische Städte im Donbass und in Luhansk sind offenbar massiv beschossen worden. Örtliche Behörden melden, dabei habe es viele Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung gegeben. Häuser, Schulen und Infrastruktur seien schwer beschädigt worden. Für die umkämpfte Hafenstadt Mariupol hat Russland tagsüber eine zehnstündige Feuerpause für heute, morgen und Samstag angekündigt. So sollen Zivilisten flüchten können.

Habeck warnt vor Klagen gegen LNG-Terminals

In Wilhelmshaven wird der Bau des ersten Flüssiggas-Terminals in Deutschland besiegelt: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will in Wilhelmshaven in einer halben Stunde den Vertrag für das LNG-Terminal unterschreiben. Es soll bis Ende des Jahres fertig sein. Habeck hat Umweltschützer außerdem davor gewarnt, gegen den Bau zu klagen. Jede Verzögerung gefährde die deutsche Energieversorgung. Die Deutsche Umwelthilfe hatte das Unterwasser-Terminal gestern kritisiert – es drohe die unumkehrbare Zerstörung eines Biotops.

Özdemir kritisiert russischen Getreidediebstahl

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat den mutmaßlichen Getreidediebstahl durch russische Truppen in der Ukraine verurteilt. Dass Wladimir Putins Schergen gezielt ukrainisches Getreide stählen, erinnere an dunkelste Zeiten, sagte der Grünen-Politiker den Funke-Zeitungen. UN-Generalsekretär António Guterres rief dazu auf, die russischen und ukrainischen Exporte von Nahrung und Düngemitteln wieder möglich zu machen. Es gebe keine wirkliche Lösung für das Problem der globalen Ernährungssicherheit ohne die Produktion beider Länder.

Was in der Nacht passiert ist

Russland hat eine Feuerpause in Mariupol angekündigt, damit aus dem belagerten Stahlwerk weitere Zivilisten gebracht werden können. Die Feuerpause soll ab heute bis Samstag jeweils tagsüber gelten. Nach ukrainischen Angaben konnten bisher 344 Menschen von dort in Sicherheit gebracht werden.

Belagerte Stadt Mariupol Russland sagt neuen Fluchtkorridor zu

Russland hat einen neuen Fluchtkorridor aus dem belagerten Stahlwerk in Mariupol zugesagt. Der ukrainische Präsident Selenskyj hat UN-Generalsekretär Guterres um Hilfe bei den Eva…  mehr...

Schweden hat von den USA Sicherheitszusagen für den Fall eines Beitrittsverfahrens in die Nato erhalten. Die USA würden negative Aktivitäten Russlands gegen Schweden nicht einfach so zulassen, sagte die schwedische Außenministerin Ann Linde.

Seit Kriegsbeginn sind nach einer aktuellen Auswertung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge mehr als 600.000 Menschen aus der Ukraine in Deutschland erfasst worden – davon gut 80 Prozent der Erwachsenen Frauen.

Medienbericht: USA halfen bei Tötung russischer Generäle

Die USA haben der Ukraine nach einem Bericht der New York Times bei gezielten Angriffen auf russische Generäle geholfen. Die US-Regierung habe dafür Erkenntnisse ihrer Geheimdienste über Standorte und Bewegungen russischer Truppen geteilt. Die Ukraine hat die Informationen demnach mit eigenen Erkenntnissen kombiniert und für Angriffe genutzt. Das ukrainische Militär reklamiert nach Angaben der Zeitung die Tötung von zwölf hochrangigen russischen Militärs für sich.

Bericht der "New York Times" US-Daten für Angriffe auf Putins Generäle

Zwölf russische Generäle sollen nach Angaben aus Kiew seit Kriegsbeginn getötet worden sein. Ein schwerer Schlag für die ohnehin angeschlagene Moral der russischen Armee. Maßgebli…  mehr...

Mehr als 600.000 Kriegsflüchtlinge in Deutschland erfasst

Seit Kriegsbeginn sind nach einer aktuellen Auswertung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge mehr als 600.000 Menschen aus der Ukraine in Deutschland erfasst worden. Bei den Erwachsenen liege der Frauenanteil bei gut 80 Prozent, berichten die Funke-Zeitungen. 40 Prozent der Kriegsflüchtlinge sind demnach minderjährig. Unklar ist, wie viele der erfassten Ukrainer in ein anderes EU-Land weitergereist oder trotz der Kämpfe in ihre Heimat zurückgekehrt sind.

Schweden: USA sichern Schutz während Nato-Beitritt zu

Schweden hat nach Regierungsangaben Sicherheitszusagen von den USA erhalten – für den Fall eines Beitrittsverfahrens in die Nato. Die USA würden negative Aktivitäten Russlands gegen Schweden nicht einfach so zulassen, sagte Außenministerin Ann Linde am Abend nach einem Treffen mit ihrem US-Kollegen Antony Blinken. Es seien allerdings keine konkreten Sicherheitsgarantien, die man nur als Vollmitglied der Nato erhalten könne. Weitere Details nannte sie nicht.

Russland kündigt Fluchtkorridore für Mariupol an

Russland hat eine Feuerpause in der ukrainischen Stadt Mariupol angekündigt, um die Flucht weiterer Zivilisten aus dem belagerten Stahlwerk zu ermöglichen. Eine Bestätigung der ukrainischen Seite für die Einrichtung weiterer Fluchtkorridore gibt es nicht. Am Donnerstag, Freitag und Samstag sollen sich die russischen Truppen vorübergehend zurückziehen, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.

Die Fluchtkorridore sollen demnach an allen drei Tagen zwischen 7 und 17 Uhr unserer Zeit geöffnet sein. Die Zivilisten dürften anschließend selbst entscheiden, ob sie in der Ukraine bleiben oder nach Russland gebracht werden wollen. In dem Stahlwerk sollen noch immer rund 200 Zivilisten eingeschlossen sein. Ein Sprecher der ukrainischen Kämpfer, die sich in dem Werk verschanzen, teilte am Abend mit, sie hätten weiter nicht vor aufzugeben.

Palina Milling berichtet für das ARD-Studio Moskau:

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Nachrichten Laut Ukraine 344 Menschen aus Mariupol in Sicherheit

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USA bilden Ukraine-Soldaten in Bayern aus

Die USA bilden ukrainische Soldaten auch auf dem Militärstützpunkt im bayerischen Grafenwöhr aus. Ein US-Militärsprecher sagte, dass dort 50 bis 60 Soldaten an Artilleriesystemen ausgebildet werden. Die ukrainischen Soldaten kämen dabei in Gruppen nach Deutschland, im Moment sei die zweite Gruppe hier. Die USA bilden die Soldaten aus der Ukraine auch in anderen Ländern aus. Daneben stattet Washington die Ukraine im großen Stil mit Waffen und Munition aus.

Selenskyj: Das sind die Forderungen für einen Frieden

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Bedingungen für einen Frieden mit Russland genannt. Ziel sei es, dass die Ukraine keine Landesteile an Russland abtreten müsse, sagte Selenskyj bei einer Veranstaltung des Wall Street Journals. Allerdings werde das wegen der von Russland annektierten Halbinsel Krim schwierig. Russland will, dass die Krim und auch die beiden ostukrainischen Separatistengebiete Luhansk und Donezk als russisch anerkannt werden. Selenskyj fordert außerdem, dass sich die russischen Truppen komplett aus der Ukraine zurückziehen und Russlands Präsident Wladimir Putin einer Waffenruhe öffentlich zustimme.

Scholz: Alle Westbalkan-Länder müssen EU-Mitglied werden

Bundeskanzler Olaf Scholz forciert die Aufnahme der Westbalkan-Staaten in die EU:

Der Westbalkan gehört zu Europa. Alle seine Länder müssen künftig auch zur Europäischen Union gehören.

Er setze sich dafür ein, dass die Länder „dies sehr bald schaffen“.

Scholz kündigte eine Westbalkan-Reise in der zweiten Jahreshälfte an. Er werde zudem die sechs Westbalkan-Länder zu einem Treffen im Rahmen des „Berliner Prozes“" zur Förderung der regionalen Zusammenarbeit einladen. Zu den sechs Ländern gehören neben Kosovo auch Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Nord-Mazedonien und Albanien

Behörden melden mehr als 1200 Leichenfunde rund um Kiew

In der Umgebung der ukrainischen Hauptstadt Kiew werden auch mehr als einen Monat nach dem Abzug der russischen Truppen beinahe täglich weitere Leichen von Zivilisten gefunden. Bis Mittwoch seien insgesamt 1.235 ermordete Zivilisten entdeckt worden, teilte der Chef der Gebietsverwaltung, Olexander Pawljuk, im Nachrichtendienst Telegram mit.

Davon seien 282 immer noch nicht identifiziert. Erst am Dienstag seien 20 neue Todesopfer mit Folterspuren in Leichenhallen gebracht worden. Der russische Angriffskrieg auf das Nachbarland dauert bereits seit Ende Februar. Große Teile nördlich und nordwestlich der Hauptstadt waren einen Monat lang von russischen Truppen besetzt.

Der Fund von Leichen in Städten wie Butscha – einige der Toten mit gefesselten Händen – sorgte weltweit für Entsetzen. Moskau dementiert, dafür verantwortlich zu sein. Die Vereinten Nationen beziffern nach mehr als zwei Monaten Krieg die Gesamtzahl der getöteten Zivilisten auf mehr als 3.200. Sie gehen aber von weitaus höheren Opferzahlen aus.

Prominente sprechen sich für Waffenlieferungen aus

Mehrere Intellektuelle haben sich in einem gemeinsamen Aufruf an Bundeskanzler Olaf Scholz gewandt und sich für eine kontinuierliche Lieferung von Waffen an die Ukraine ausgesprochen. Es gebe keinen Unterschied zwischen „defensiven“ und „offensiven" Rüstungsgütern. „In den Händen der Angegriffenen sind auch Panzer und Haubitzen Defensivwaffen, weil sie der Selbstverteidigung dienen“, heißt es in dem Schreiben, das in der Wochenzeitung Die Zeit veröffentlicht wurde.

Mariupol: Bürgermeister spricht von heftigen Kämpfen um Stahlwerk

Auf dem Gelände rund um das Stahlwerk Asowstal kommt es laut dem Bürgermeister der Hafenstadt Mariupol weiterhin zu heftigen Gefechten. Man habe den Kontakt zu den ukrainischen Streitkräften verloren, die noch immer in dem Stahlwerk festsitzen sollen. Zudem seien noch mehr als 30 Kinder dort eingeschlossen, die in Sicherheit gebracht werden müssten.

Medienbericht: Deutlich mehr Todesopfer durch Angriff auf Theater in Mariupol

Die Nachrichtenagentur AP geht davon aus, dass durch den russischen Angriff auf das Theater in Mariupol am 16. März bis zu 600 Menschen getötet worden sein könnten. Die ukrainische Regierung hatte bislang von etwa 300 Todesopfern gesprochen. AP beruft sich mit seiner Schätzung auf Gespräche mit 23 Überlebenden, Ersthelfern und anderen Personen, die über die Zahl der Schutzsuchenden in dem Theater Bescheid wussten sowie auf Fotos und Videos von vor, während und nach der Attacke. Unabhängig überprüft werden können diese Angaben nicht.

Scholz betont Einigkeit der EU

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat der Ukraine weitere militärische Unterstützung zugesagt. Nach einer Klausurtagung in Meseberg sagte Scholz, das Kabinett habe zwei Tage über den Krieg in der Ukraine und seine Folgen beraten.

Klar sei, dass sich der russische Präsident Putin mit seinem Angriff auf die Ukraine „vollständig verrechnet“ habe. Putin habe eine stärkere NATO und eine einige EU bekommen. Die demokratischen Partner lieferten Rüstungsgüter und Geld in die Ukraine. Daran beteilige sich Deutschland und werde das, so Scholz wörtlich „auch weiter tun“. Dabei werde er Entscheidungen aber auch immer abwägen.

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Nachrichten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat der Ukraine weitere militärische Unterstützung zugesagt.

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Deutsche Industrie trägt Ölembargo gegen Russland mit

Die deutsche Industrie unterstützt das geplante Ölembargo gegen Russland. Dies sei ein außerordentlich drastischer Schritt, sagt der Präsident des Industrieverbands BDI, Siegfried Russwurm.

„Für den russischen Staat ist der Verkauf von Öl die wichtigste Einnahmequelle. Ein Öllieferstopp wird Russland hart treffen.“ Russisches Öl lasse sich auf dem Weltmarkt kurzfristig ersetzen, allerdings verbunden mit zusätzlichen Kosten und logistischen Herausforderungen. „Angesichts des Ölembargos werden die Energiepreise wahrscheinlich weiter steigen.“

Mariupol: Verteidiger von Stahlwerk halten offenbar weiter aus

Russland hält an der Belagerung des Stahlwerks Asowstal in der südostukrainischen Hafenstadt Mariupol fest, in dem ukrainische Kämpfer und Zivilisten ausharren. Die Blockade werde fortgesetzt, sagt der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

Präsident Wladimir Putin hatte befohlen, das große Stahlwerksgelände hermetisch abzuriegeln und auf eine Erstürmung zu verzichten. Zuletzt hatte es aber immer wieder Berichte über russische Angriffe auf das Werk gegeben.

Währenddessen sind weitere Evakuierungen aus dem Stahlwerk geplant. Die ukrainische Regierung hofft, noch im Laufe des Tages weitere Menschen aus herausbringen zu können. Falls es die Lage zulasse, solle es noch heute weitere Evakuierungsversuche geben, sagte die stellvertretende ukrainische Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk. Die UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe in der Ukraine, Osnat Lubrani, äußerte ebenfalls die Hoffnung auf weitere Evakuierungen, räumte aber ein, es seien noch keine vereinbart worden.

Frauen und Kinder unter der Erde Seit Wochen im Stahlwerk verschanzt: „Wir wollen frische Luft atmen!“

Am Wochenende veröffentlichte eine ukrainische Militäreinheit Videos, die Frauen und Kinder zeigen sollen, die sich in unterirdischen Tunneln des riesigen Stahlwerks in Mariupol verstecken. Sollten die Bilder echt sein, dann zeigen sie eine weitere humanitäre Katastrophe in diesem Krieg.  mehr...

Moskau verhängt Einreiseverbot für japanischen Premierminister

Russland hat als Antwort auf Sanktionen ein Einreiseverbot für 63 Japaner verhängt, unter ihnen auch Premier Fumio Kishida. „Die Regierung von F. Kishida hat eine beispiellose antirussische Kampagne gestartet und erlaubt sich eine unzulässige Rhetorik gegenüber der Russischen Föderation, unter anderem mit Verleumdungen und direkten Drohungen“, begründete das russische Außenministerium am Mittwoch in einer Stellungnahme die Einreiseverbote.

Habeck: Deutschland wird keine Kriegspartei

Deutschland wird laut Wirtschaftsminister und Vize-Kanzler Robert Habeck (Grüne) keine Kriegspartei. „Die Ukraine wurde von Russland angegriffen und hat das Recht, sich selbst zu verteidigen. Ein Land, das Selbstverteidigungsrechte ausübt, darf unterstützt werden“, sagt der Grünen-Politiker der Wochenzeitung Die Zeit einem Vorabbericht zufolge. „Wenn wir Entscheidungen treffen, ist die Frage, ob wir dadurch Kriegspartei werden können, immer eine, die gewogen wird.“

Habeck warnt in dem interview davor, politische Entscheidungen über Waffenlieferungen an die Ukraine von Gefühlen wie Angst und Mitleid abhängig zu machen. Angst vor einem Dritten Weltkrieg, so Habeck, „habe ich nicht“.

„Die Angst vor dem dritten Weltkrieg, die manche umtreibt, speist sich ja auch aus der Befürchtung, Deutschland werde zur Kriegspartei.“ Eine Kriegspartei aber werde Deutschland nicht.

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Radionachrichten 22. Mai, 3:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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