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Russland versucht weiter, die Ukraine einzunehmen: Während die Welt den Einmarsch verurteilt, zerstören russische Truppen Städte und Infrastruktur. Alle Infos dazu.

Was in der Nacht passiert ist

In der ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind die Cholera und die Ruhr ausgebrochen. Ein Stadtratsmitglied sagte ukrainischen Medien nach diesen ersten Fällen, durch die Leichen in der Stadt und Abfall sei das Trinkwasser verseucht. Die russischen Besatzer hätten eine Quarantäne verhängt. Bei Ruhr handelt es sich um eine ansteckende Krankheit, bei der es häufig zu blutigem Durchfall, Erbrechen und Fieber kommt. Die Krankheit gilt als gut behandelbar. Auch Cholera basiert auf einer Bakterieninfektion, die zu Durchfall und Erbrechen führt. Wird die Krankheit nicht behandelt, können Erkrankte daran sterben.

Ukrainische Truppen haben in der Ost-Ukraine offenbar einen weiteren russischen General getötet. Das berichtet ein russischer Fernsehreporter. Nähere Angaben zum Tod des Generalmajors machte er nicht. Das russische Verteidigungsministerium wollte die Meldung nicht kommentieren.

Spanien will angeblich in Deutschland gebaute Panzer in die Ukraine liefern. Die Zeitung El Pais beruft sich auf Informationen aus dem Verteidigungsministerium in Madrid. Mit einer solchen Lieferung bekäme die Ukraine erstmals moderne Panzer aus westlicher Produktion. Die Bundesregierung müsste einer solchen Lieferung zustimmen, weil die Panzer in Deutschland gebaut worden sind.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) will in den nächsten Tagen mehrere Staatschefs treffen, um mit ihnen über den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine zu sprechen. Dazu reist sie zum Beispiel nach Griechenland und in die Türkei.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow kann wohl nicht zu einem geplanten Besuch nach Serbien reisen. Die Reise müsse abgesagt werden, weil Bulgarien, Nordmazedonien und Montenegro der russischen Regierungsmaschine keine Genehmigung zum Überflug gegeben hätten, hat ein Ministeriumsmitarbeiter der russischen Nachrichtenagentur Interfax bestätigt. Lawrow wollte heute mit der serbischen Führung über Energielieferungen aus Russland sprechen.

Russischer Außenminister kann nicht nach Serbien reisen

Der russische Außenminister Sergej Lawrow kann wohl nicht zu einem geplanten Besuch nach Serbien reisen. Das hat ein Ministeriumsmitarbeiter der russischen Nachrichtenagentur Interfax bestätigt. Das liegt demnach daran, dass Bulgarien, Nordmazedonien und Montenegro der russischen Regierungsmaschine keine Genehmigung zum Überflug gegeben haben.

Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist Lawrow mit westlichen Sanktionen belegt. Zudem ist der europäische Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt. Der russische Außenminister wollte heute mit der serbischen Führung über Energieversorgung aus Russland sprechen.

Reporter: Weiterer russischer General getötet

In der Ost-Ukraine ist offenbar ein weiterer russischer General getötet worden. Das berichtet ein russischer Fernsehreporter. Nähere Angaben zum Tod des Generalmajors machte der Reporter nicht. Das russische Verteidigungsministerium wollte die Meldung nicht kommentieren.

Mariupol: Ruhr- und Cholera-Fälle

Aus der Hafenstadt Mariupol wurden inzwischen erste Fälle von Ruhr und Cholera gemeldet. Ein Stadtratsmitglied sagte dazu der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian, durch die Leichen in der Stadt und Abfall sei das Trinkwasser verseucht. Die russischen Besatzer hätten eine Quarantäne verhängt.

Ukraine verpasst Fußball-WM-Teilnahme

Die ukrainische Fußball-Nationalmannschaft hat die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft verpasst. Sie verlor das Play-Off-Finale gegen Wales in Cardiff mit 0:1 durch ein Eigentor. Wales hat sich damit als letzte europäische Mannschaft für die WM-Endrunde in Katar qualifiziert.

Trotz Kriegs: Neustart für Fußball-Meisterschaft in der Ukraine

Trotz des Kriegs will der nationale Fußballverband die Meisterschaft im August neu starten. Der Spielbetrieb der Premier Liga war mit Russlands Angriff am 24. Februar ausgesetzt worden. Die Entscheidung, ihn wieder aufzunehmen, sei zusammen mit dem Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen worden, sagte Verbandspräsident Andrej Pawelko der Nachrichtenagentur AP.

Er habe auch mit den Chefs von Fifa und Uefa gesprochen, um einen sicheren Weg für die Austragung von Heimspielen der Nationalmannschaften des Landes zu finden. „Ich habe mit Präsident Selenskyj darüber gesprochen, wie wichtig der Fußball ist, um abzulenken“, sagte Pawelko. „Von Kindern bis zu alten Menschen ist jeder auf den Krieg fokussiert. Jeden Tag bekommen sie Informationen über Todesfälle, über die Auswirkungen des Krieges.“ Der Fußball habe eine große Kraft, damit die Menschen in der Ukraine wieder an eine Zukunft glauben könnten.

Papst zum Ukraine-Krieg: „Führt die Menschheit nicht in den Ruin“

Papst Franziskus hat erneut zu einem Waffenstillstand und einer friedlichen Lösung des Ukraine-Kriegs aufgerufen. „Führt die Menschheit nicht in den Ruin“, bat der Papst am Sonntag beim Mittagsgebet inständig. Es sei der Alptraum des Krieges, wenn Völker aufeinander losgingen und sich gegenseitig töteten. Es brauche eine haltbare Lösung, um diesen Krieg doch noch zu beenden.

Papst Franziskus hat am Pfingstsonntag erneut zu einem Waffenstillstand im Ukraine-Krieg und zu einer friedlichen Lösung aufgerufen. https://t.co/1fuxwmWnTm

Raketenangriff auf Kiew galt angeblich Panzern aus Europa

Russland hat nach eigenen Angaben am Stadtrand von Kiew Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge zerstört. Diese seien von europäischen Ländern an die Ukraine geliefert worden, teilt das Verteidigungsministerium mit. Die ukrainische Hauptstadt war am Morgen von mehreren Explosionen erschüttert worden.

Diese Aufnahme soll einen der Raketenangriffe von heute Morgen zeigen:

06/05/2022 Kyiv, Ukraine. More footage of the approach of the Russian Aerospace Forces rocket, and the moment of the explosion. https://t.co/ndbpj71cMf

Zeitung: Spanien liefert Ukraine Flugabwehrraketen und Leopard-Panzer

Spanien wird der Ukraine einem Zeitungsbericht zufolge Flugabwehrraketen und Leopard-Kampfpanzer liefern. Das berichtet El Pais unter Berufung auf Regierungskreise. Spanien werde dem ukrainischen Militär auch Schulungen im Umgang mit den Panzern anbieten, die in Lettland stattfinden könnten. Dort hat Spanien im Rahmen eines Nato-Einsatzes 500 Soldaten stationiert

Putin: Greifen bei Lieferung von Langstreckenraketen neue Ziele an

Der russische Präsident Wladimir Putin droht der Nachrichtenagentur Tass zufolge mit dem Angriff auf neue Ziele, sollten die USA damit beginnen, die Ukraine mit Langstreckenraketen zu versorgen. Würden solche Raketen geliefert, „werden wir die Ziele angreifen, die wir noch nicht getroffen haben“, wird der Präsident aus einen Interview des staatlichen Fernsehsenders Rossija-1 zitiert.

Betreiber: Russische Rakete fliegt in niedriger Höhe über AKW

Nach Angaben des ukrainischen AKW-Betreibers Energoatom ist ein russischer Marschflugkörper am Sonntagmorgen in einer „kritisch niedrigen Höhe“ über das Atomkraftwerk Piwdennoukrainska in der Süd-Ukraine geflogen. Vermutlich sei es der Raketen gewesen, die in Richtung Kiew abgefeuert worden seien, teilt der staatliche Betreiber auf Telegram mit.

Das AKW Piwdennoukrainska ist das zweitgrößte Atomkraftwerk der Ukraine. Es befindet sich rund 350 Kilometer südlich von Kiew in der Nähe in der Region Mykolaiw.

Nach Gegenangriff: Ukraine meldet Gebietsgewinne in Sjewjerodonezk

In der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk im Donbass haben die ukrainischen Truppen nach britischen Angaben in den vergangenen 24 Stunden einen Gegenangriff unternommen. Heute vermeldet die Ukraine dort Gebietsgewinne:

„Die Russen kontrollierten etwa 70 Prozent der Stadt, aber in den vergangenen zwei Tagen wurden sie zurückgedrängt“, erklärte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Gajdaj, am Sonntag auf Telegram.

Dieser Schritt werde vermutlich die operative Dynamik der russischen Streitkräfte schwächen, die sie zuvor durch die Konzentration von Kampfeinheiten und Feuerkraft gewonnen hätten, twitterte das britische Verteidigungsministerium am Morgen und zitierte aus dem regelmäßigen Geheimdienstbericht.

Latest Defence Intelligence update on the situation in Ukraine - 5 June 2022 Find out more about the UK government's response: https://t.co/8afxKwSwSn 🇺🇦 #StandWithUkraine 🇺🇦 https://t.co/Sy8NG76Fa8

Russland beschießt ukrainische Hauptstadt Kiew mit Raketen

Russland hat offenbar am Morgen die ukrainische Hauptstadt Kiew und einen Vorort erneut mit Raketen beschossen. Es seien militärische und zivile Infrastruktur getroffen worden, teilte die Militärführung in Kiew am Sonntag mit. Auch Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete in seinen Telegram-Kanal von Raketenschlägen.

Betroffen waren demnach die Stadtbezirke Darnyzja im Südosten und Dnipro im Westen der Millionenmetropole. Es gebe nach bisherigem Stand einen Verletzten, der im Krankenhaus behandelt werde, aber keine Toten, sagte Klitschko.

Mehrere Einschläge in #Kyiv #Kiew am frühen Morgen. @Vitaliy_Klychko https://t.co/FcvEjOUaXi

Selenskyj fordert Unesco-Ausschluss Russlands

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland vor, in der Ukraine massiv Kulturdenkmäler zu zerstören. Vor allem Kirchen und andere religiöse Stätten seien das Ziel, sagte Selenskyj in einer Videoansprache. Das sei Grund genug, das Land aus der Unesco, der Kultur- und Bildungsorganisation der UN, auszuschließen. Russland sei ein Terrorstaat, der versuche, das historische Erbe der Ukraine zu zerstören.

Mutmaßlicher Tod eines deutschen Kämpfers – Bundesregierung um Aufklärung bemüht

Nach unbestätigten Berichten über einen in der Ukraine getöteten deutschen Kämpfer bemüht sich die Bundesregierung um Aufklärung. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin heißt es, die Deutsche Botschaft in Kiew stehe mit den Stellen in der Ukraine in Kontakt, die entsprechende Meldungen verbreitet hätten. Die nichtstaatliche so genannte „Internationale Legion für die Verteidigung der Ukraine“ hatte gemeldet, dass vier freiwillige Kämpfer aus dem Ausland getötet worden seien: neben dem Deutschen auch ein Franzose, ein Niederländer und ein Australier.

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine Ende Februar haben sich dort Tausende Männer und Frauen aus aller Welt als freiwillige Kämpfer gemeldet. Die genaue Zahl ist unklar.

Feuer in bedeutendem Swjatohirsk-Kloster ausgebrochen

Im Kriegsgebiet in der ostukrainischen Region Donezk ist ein Teil einer bedeutenden Klosteranlage in Brand geraten. Flammen schlugen aus einer von mehreren Kirchen des Swjatohirsk-Klosters, das den Ehrentitel „Lawra“ trägt und damit zu den wichtigsten orthodoxen Klostern gezählt wird.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, das Feuer sei aufgrund von Artilleriebeschuss durch russische Truppen ausgebrochen. Das russische Verteidigungsministerium gab an, ukrainische Truppen hätten das Feuer gelegt. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine waren bereits Teile der Klosteranlage beschädigt und mehrere Menschen auf dem Gelände getötet worden.

As a result of 🇷🇺shelling, a large-scale fire broke out in Sviatohirsk Lavra, Donetsk region, destroyed All Saints Skete. @ZelenskyyUa: “We expect a logical & fair response from the @UN & @UNESCO. #Russia's isolation must be complete. 🇷🇺 must be held accountable for its crimes.” https://t.co/5RtGg7y384

Ukraine und Russland tauschen Leichen aus

Russland und die Ukraine haben Leichen getöteter Soldaten ausgetauscht. Nach Angaben der Regierung in Kiew übergaben Militärs beider Staaten jeweils 160 Leichen an die andere Seite. Die Ukraine hatte Russland in den vergangenen Wochen mehrmals vorgeworfen, unwürdig mit den sterblichen Überresten getöteter Kämpfer umzugehen.

Ukraine meldet kleinere Erfolge in Sjewjerodonezk

Das ukrainische Militär meldet kleinere Erfolge bei der Verteidigung der strategisch wichtigen Stadt Sjewjerodonezk. Der Gouverneur der Region Luhansk sagte, Russland werfe derzeit sein ganzes Gewicht und seine Reserven in die Schlacht. Die ukrainischen Soldaten drängten die russischen Streitkräfte aber zurück.

Krieg gegen die Ukraine Erbitterter Kampf um Sjewjerodonezk

Fällt Sjewjerodonezk, gewinnt Russland die vollständige Kontrolle über das Gebiet Luhansk. Die Ukrainer versuchen, die Stadt zu halten - nach eigenen Angaben haben sie begonnen, d…  mehr...

Ministerium: Mehr als 1.300 Leichen im Großraum Kiew geborgen

Seit dem russischen Abzug aus der Gegend rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew Anfang April sind dort nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums die Leichen von mehr als 1.300 Zivilisten geborgen worden. Die Toten seien gerichtsmedizinisch untersucht worden, 200 von ihnen seien noch nicht identifiziert, sagte Ministeriumssprecherin Aljona Matwejewa.

In Orten wie Butscha wurden zahlreiche Tote in Massengräbern verscharrt oder einfach auf den Straßen zurückgelassen.

Offenbar deutscher Kämpfer in der Ukraine getötet

Bei den Kämpfen gegen die russischen Truppen in der Ukraine ist nach ukrainischen Angaben ein deutscher Kämpfer getötet worden. Insgesamt vier ausländische Freiwillige, die auf der Seite der Ukraine gekämpft hatten, seien ums Leben gekommen, teilte eine Freiwilligenbrigade namens Internationale Verteidigungslegion der Ukraine mit. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Neben dem Deutschen seien drei Männer aus den Niederlanden, Frankreich und Australien getötet worden. Zu den Umständen des Todes der vier ausländischen Kämpfer oder dem Ort machte die Freiwilligenbrigade in ihrer Erklärung keine Angaben. Es hieß nur: „Wir haben unsere Brüder im Kampfe verloren, aber ihre Tapferkeit, ihr Gedenken und ihr Vermächtnis wird uns für immer inspirieren.“

Macron: Russland darf nicht gedemütigt werden

Der französische Präsident Emmanuel Macron warnt vor einer Demütigung Russlands, damit nach einem Ende der Kämpfe in der Ukraine eine diplomatische Lösung gefunden werden kann. Frankreich werde eine vermittelnde Rolle spielen, sagt Macron in einem Interview mit mehreren Regionalzeitungen. „Wir dürfen Russland nicht demütigen, damit wir an dem Tag, an dem die Kämpfe aufhören, mit diplomatischen Mitteln eine Startrampe bauen können“, sagt der Präsident.

Gouverneur: Russische Soldaten sprengen Brücken in Sjewjerodonezk

Russische Soldaten sprengen nach Angaben des Gouverneurs der ostukrainischen Region Luhansk Brücken in der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk. Damit solle verhindert werden, dass militärische Ausrüstung und Hilfe für die Zivilisten in die Stadt gebracht werden könne, sagt Gouverneur Serhij Gaidai im Fernsehen.

Ukrainische Einheiten hielten weiterhin ihre Stellungen in der Stadt und drängten russische Soldaten an mehreren Stellen zurück. Hier eine Frontkarte der gesamten Oblast Luhansk des US-Thinktanks „Institute for the Study of War“. Sjewjerodonezk ist in dem Kreis oben rechts zu sehen:

Eastern #Ukraine Update Thread: #Russian forces made minor gains in the eastern part of #Severodonetsk, but #Ukrainian forces continues to launch localized counterattacks in Severodonetsk and its outskirts. 2/3 https://t.co/DmrVKiH6RP https://t.co/Wjb0U7elKO

Stoltenberg spricht mit Erdogan über NATO-Erweiterung

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan über dessen Einwände gegen einen Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands gesprochen. Er habe mit Erdogan ein konstruktives Telefonat geführt, schrieb Stoltenberg auf Twitter und nannte die Türkei einen „geschätzten Verbündeten“.

Erdogans Büro teilte nach dem Telefonat erneut mit, Schweden und Finnland müssten klar machen, dass sie aufgehört hätten, „Terrorismus zu unterstützen“, müssten Restriktionen auf Rüstungsexporte aufheben und bereit sein, „Bündnissolidarität zu zeigen“.

Überblick: Teile von Sjewjerodonetsk wohl zurückerobert, Russland ohne Gebietsgewinne

Russische Armee macht viele Versuche, vorzurücken – ARD-Korrespondent Robert Kempe fasst die Lage zusammen:

Großbritannien: Russische Luftwaffe im Donbass tötet viele Zivilisten

Die russische Luftwaffe ist nach Erkenntnissen der britischen Regierung im Donbass weiterhin sehr aktiv und fliegt Angriffe sowohl mit gelenkter als auch ungelenkter Munition. „Der verstärkte Einsatz von ungelenkter Munition hat zur großflächigen Zerstörung bebauter Gebiete im Donbass geführt und mit ziemlicher Sicherheit erhebliche Kollateralschäden und zivile Opfer verursacht“, teilt das Verteidigungsministerium in einem Tweet mit.

Russland habe seine taktischen Luftangriffe verstärkt, um den langsamen Vormarsch zu unterstützen. Zum Einsatz kämen Kampfflugzeuge und Artillerie.

Latest Defence Intelligence update on the situation in Ukraine - 4 June 2022 Find out more about the UK government's response: https://t.co/0aOZJCGvVJ 🇺🇦 #StandWithUkraine 🇺🇦 https://t.co/3W92EWHUmh

Ukraine: Geheimdienst in Kontakt mit gefangenen Asowstal-Kämpfern

Der ukrainische Geheimdienst steht nach Angaben der Regierung in Kiew in Kontakt zu den von Russland gefangen genommenen Kämpfern aus dem Asowstal-Stahlwerk in Mariupol. Die Regierung unternehme alles, um sie freizubekommen, sagt Innenminister Denys Monastyrskij im ukrainischen Fernsehen. Über den Geheimdienst erfahre man etwas über die Haftbedingungen, die Versorgung und die Möglichkeiten einer Freilassung der Kämpfer.

Nach russischen Angaben vom Mai haben sich fast 2.000 Ukrainer ergeben, nachdem sie wochenlang in Bunkern und Tunneln unter dem riesigen Stahlwerk in der Hafenstadt im Süden erbitterten Widerstand geleistet hatten.

Ukraine: Russland verstärkt Truppen bei Sjewjerodonezk

Beim Kampf um Sjewjerodonezk im ostukrainischen Gebiet Luhansk hat Russland die Angriffe nach ukrainischen Angaben mit Hilfe frischer Reserven fortgesetzt. „Mit Artillerieunterstützung führt der Feind Sturmhandlungen in der Ortschaft Sjewjerodonezk durch, hat seine Gruppierung mit der mobilen Reserve des 2. Armeekorpus verstärkt, die Kämpfe in der Stadt halten an“, teilte der ukrainische Generalstab heute in seinem Lagebericht mit. Mehrere russische Angriffe seien erfolglos verlaufen, berichtete der Generalstab.

Die russischen Angriffe zielen darauf ab, die ukrainischen Truppen in Sjewjerodonezk von der Versorgung abzuschneiden und sie einzukesseln. Die Gegend um Sjewjerodonezk und Lyssytschansk ist ein Ballungsraum, in dem vor dem Krieg 380.000 Menschen lebten. Sie ist der letzte Flecken im Gebiet Luhansk, der noch von kiewtreuen Truppen gehalten wird. So soll die Lage der Front in Sjewjerodonezk sein:

Heavy clashes in the eastern part of Sieverodonetsk, - General Staff Armed Forces of Ukraine in the evening report https://t.co/faoTBwbPyw

Präsidentenberater: Verluste beider Seiten halten sich derzeit die Waage

Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak hat eingeräumt, dass Russland mit seinem Krieg in die Ukraine mittlerweile weniger große Probleme hat, als zuvor: Nach einer für Moskau katastrophalen Anfangsphase des Kriegs mit bis zu 1.000 Toten pro Tag, seien die derzeitigen Verluste der russischen und ukrainischen Truppen „vergleichbar“, sagte Podoljak dem oppositionellen russischen Online-Portal Medusa.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die eigenen Verluste jüngst auf täglich bis zu 100 tote und 500 verletzte Soldaten beziffert. Podoljak schätzte die russischen Verluste auf insgesamt 80.000 Menschen. Wie lange der Krieg am Ende noch dauern werde, hänge davon ab, wie sich die Stimmung in den Gesellschaften Europas, der Ukraine und Russlands verändere, so Podoljak.

Auf Twitter schrieb Podoljak: „100 Tage Krieg. Sie hatten gesagt, wir würden 72 Stunden durchhalten, haben uns kondoliert und aufgefordert, „die neue Realität“ zu akzeptieren.“

100 days of war. They said we'd endure 72 hours maximum, expressed condolences and offered to accept the "new reality". Ukraine proved: no matter how scary your enemy is, what's important is whether you are ready to fight for what you believe 1/2

Ukraine: Weitere Verhandlungen erst, wenn neue Waffen da sind

Die Ukraine will erst wieder mit Russland verhandeln, wenn sie in einer stärkeren Verhandlungs-Position ist. Das hat der ukrainische Chefunterhändler im nationalen Fernsehen gesagt. Für die Unterbrechung der Gespräche gebe es gute Gründe, solange in der Ost-Ukraine schwere Gefechte stattfänden. Stärker werde die Ukraine vor allem dadurch, dass die von internationalen Partnern versprochenen Waffen endlich einträfen.

Selenskyj mobilisiert Ukraine - Sieg ist das Ziel

Hundert Tage nach Beginn des russischen Angriffskriegs hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Glauben an den Sieg beschworen. In einer Videoansprache sagte er, man kämpfe für drei Dinge: Frieden, Sieg und Ukraine. Sein Land werde bestehen. Die russische Armee, so Selenskyj, habe vor Kriegsbeginn am 24. Februar als zweitstärkste der Welt gegolten. Nun seien von ihr nur Kriegsverbrechen, Schande und Hass geblieben.

Bürgermeister: Bevölkerung im Donbass wendet sich gegen Russland

Russland und die pro-russischen Separatisten haben seit 2014 Unterstützung und Sympathien der Bevölkerung im Donbass verloren. Darauf hat der Bürgermeister der Stadt Kramatorsk, Roman Goncharenko, hingewiesen. Goncharenko sagte in der ARD: Nur noch drei bis vier Prozent der Bevölkerung in der Region würden Russland noch unterstützen. Vor acht Jahren sollen es noch 35 bis 40 Prozent gewesen sein.

Russland zieht wohl Militär im Donbass zusammen

Die russische Armee zieht nach Angaben des ukrainischen Generalstabs starke Kräfte für einen Angriff im Donbass zusammen. Ziel ist demnach die Großstadt Slowjansk. Das ukrainische Militär berichtet von 20 Gruppen zu je 600 bis 800 russischen Soldaten. Slowjansk gehört zum Verwaltungsgebiet Donezk. Russland hat das Ziel, dieses vollständig zu erobern.

Aus der Stadt Sjewjerodonezk gibt es gleichzeitig widersprüchliche Meldungen. Russland behauptet, die Stadt vollständig unter Kontrolle zu haben. Der Chef der Region Luhansk sagte dagegen im Fernsehen, die ukrainische Armee habe 20 Prozent der Stadt zurückerobert.

Russland offenbar zu Export von Getreide bereit

Russlands Präsident Wladimir Putin hat dem Vorwurf widersprochen, für den Stopp des ukrainischen Getreide-Exports verantwortlich zu sein. Berichte über ein russisches Exportverbot seien ein Bluff, sagt Putin im Fernsehen. Die westlichen Staaten versuchten ihre eigenen politischen Fehler zu überdecken, indem sie Russland für die Probleme auf dem Weltmarkt verantwortlich machten.

Nach Angaben der Afrikanischen Union (AU) soll Putin sogar bereit sein, den Export von Getreide zu ermöglichen. Das teilte der Vorsitzende der AU Macky Sall nach einem Treffen mit dem Kreml-Chef in Sotschi auf Twitter mit. Russland wolle die Ausfuhr von Weizen und Düngemitteln in Richtung Afrika gewährleisten. Viele Länder in Afrika bekommen ihr Getreide aus der Ukraine. Wird der nicht geliefert, droht eine Hungersnot.

Blockierte ukrainische Häfen Putin offenbar bereit zu Getreide-Exporten

Millionen Tonnen Getreide hängen in ukrainischen Häfen fest, weil Russland die Zugänge blockiert. Das hat vor allem für afrikanische Länder schmerzhafte Folgen. Kreml-Chef Putin s…  mehr...

Belarus setzt Bedingungen für Getreide-Export aus Ukraine

Bei der Blockade von Getreide.Exporten aus der Ukraine ist keine Lösung in Sicht. Der Plan, das dringend benötigte Grundnahrungsmittel statt über die belagerten Häfen der Ukraine per Zug über Belarus zu transportieren, ist von Machthaber Alexander Lukaschenko an Bedingungen geknüpft worden. Die belarussischen Agentur Belta berichtet, im Telefonat mit UN-Generalsekretär Antonio Guterres wurde zwar der Transit zu anderen Ostsee-Häfen in Aussicht gestellt, diese müssten aber auch für belarussische Waren geöffnet werden. Belarus hat keinen Meereszugang und ist einer der größten Kali-Exporteure – westliche Sanktionen beschränken aber die Ausfuhrmöglichkeiten.

Bundestag ändert Grundgesetz wegen Bundeswehr

Der Bundestag hat mit großer Mehrheit beschlossen, für zusätzliche Investitionen in die Bundeswehr das Grundgesetz zu ändern. So können an der Schuldenbremse vorbei Kredite in Höhe von 100 Milliarden Euro aufgenommen werden. Damit die Änderung in Kraft treten kann, muss auch der Bundesrat mit Zwei-Drittel-Mehrheit zustimmen.

Breite Mehrheit im Bundestag Weg frei für Bundeswehr-Sondervermögen

Der Bundestag hat mit großer Mehrheit für die Einrichtung eines Bundeswehr-Sondervermögens und die dafür nötige Grundgesetzänderung gestimmt. Mit zusätzlichen 100 Milliarden Euro …  mehr...

Sechstes EU-Sanktionspaket gegen Russland in Kraft getreten

Das sechste EU-Sanktionspaket samt weitreichendem Öl-Embargo gegen Russland ist in Kraft. Die Rechtstexte wurden am Nachmittag im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Das Paket umfasst neben dem wirtschaftlich besonders relevanten Öl-Boykott unter anderem den Ausschluss der größten russischen Bank, der Sberbank, aus dem Finanzkommunikationsnetzwerk Swift sowie das Verbot mehrerer russischer Nachrichtensender in der EU.

Zudem landen Dutzende Personen und Organisationen wegen Unterstützung des russischen Kriegs gegen die Ukraine auf der Sanktionsliste. Der kremltreue Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche, Kirill, ist auf Druck Ungarns nicht mehr darunter.

Russischer Journalist Newsorow erhält ukrainische Staatsbürgerschaft

Die Ukraine hat dem prominenten russischen Journalisten Alexander Newsorow und seiner Frau die Staatsbürgerschaft verliehen. Das geht aus Angaben eines Beraters des ukrainischen Innenministeriums hervor. Newsorow hat die Aussage auf seinem Telegram-Kanal bestätigt. „Ich stehe auf der Seite der Opfer. Und ich bin den gequälten, verzweifelten, blutbefleckten Menschen in der Ukraine verdammt dankbar, dass sie mir erlaubt haben, meinen Platz unter ihnen einzunehmen.

Newsorow war im März mit seiner Frau aus Russland geflohen, nachdem er die russische Invasion in der Ukraine angeprangert hatte. Russische Behörden wollen Newsorow verhaften, weil er ihrer Ansicht nach Falschinformationen verbreitet hat.

Ukrainischer Parlamentspräsident Stefantschuk trifft Steinmeier und Scholz

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den ukrainischen Parlamentspräsidenten Ruslan Stefantschuk im Schloss Bellevue empfangen. Es soll das erste Treffen Steinmeiers mit einem ukrainischen Politiker gewesen sein, nachdem Irritationen zwischen Berlin und Kiew ausgeräumt worden waren. Am Vormittag besuchte Stefantschuk Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Kanzleramt. Der ukrainische Parlamentspräsident hat sich nach Angaben eines Regierungssprechers erfreut darüber gezeigt, dass Scholz zuletzt die Lieferung weiterer schwerer Waffen angekündigt hatte. Stefantschuk lud Scholz erneut nach Kiew ein. Ob der Kanzler der Einladung nachkommen möchte, ist unklar.

Scholz nimmt Einladung nach Kiew „freundlich zur Kenntnis“

Bundeskanzler Olaf Scholz hat eine Einladung des ukrainischen Parlamentspräsidenten Ruslan Stefantschuk, in der Rada in Kiew zu sprechen, „freundlich zur Kenntnis“ genommen, wie ein Regierungssprecher in Berlin sagt. Über die Reisepläne des Kanzlers werde die Öffentlichkeit informiert, wenn diese feststünden, fügt er hinzu. Scholz empfing Stefantschuk am Morgen im Kanzleramt.

Seit 100 Tagen leisten die Ukrainerinnen und Ukrainer Widerstand gegen den russischen Aggressor. 100 Tage Krieg in Europa. Danke dem ukrainischen Parlamentspräsidenten @r_stefanchuk für das Gespräch an diesem traurigen 100. Kriegstag. https://t.co/4HTmoTMevi

Ukrainischer Verteidungsminister schlägt Nato enge Partnerschaft vor

Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow hat eine Art inoffizelle Nato-Mitgliedschaft seines Landes vorgeschlagen. Die Ukraine sei schließlich jetzt schon Teil der Ostflanke Europas, sagte er. Die Nato sollte in Erwägung ziehen, der Ukraine eine „de facto“- und nicht eine „de jure“-Mitgliedschaft in dem westlichen Militärbündnis zu gewähren, wenn sie auf einem Gipfel im Juni ihre Strategie für die nächsten zehn Jahre erörtere, sagte Resnikow.

Stephan Laack berichtet für das ARD-Studio Moskau:

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Nachrichten Ukrainischer Verteidigungsminister schlägt inoffizielle Nato-Mitgliedschaft vor

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