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Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

In Stuttgart haben sich bis zu 5.000 Menschen auf einer Kundgebung gegen Corona-Maßnahmen versammelt. Die Bevölkerungsmehrheit vertreten sie offenbar nicht.

Überall ist von Lockerungen die Rede. Dennoch wollten wieder Tausende in Stuttgart, München und anderen Städten gegen die Corona-Politik der Bundes- und Landesregierungen demonstrieren – wie schon am vergangenen Wochenende.

Fast 75 Prozent haben kein Verständnis für Proteste

Viele Demonstranten finden die Corona-Maßnahmen schlicht übertrieben und wollen sich dagegen wehren. Andere sitzen auch den Erzählungen von Verschwörungstheoretikern auf.

Laut einer Civey-Umfrage des Spiegel haben fast dreiviertel der Deutschen aber kein Verständnis für die Proteste: Von 5128 Befragten sagten über 55 Prozent, sie hätten „auf keinen Fall“ Verständnis. 16,1 Prozent antworteten mit „eher Nein“.

Fast zwei Drittel finden Merkels Corona-Politik „souverän“

Nur knapp 25 Prozent antworteten mit „Ja, auf jeden Fall“ oder „eher ja“. Dabei haben 77 Prozent der AfD-Wähler Verständnis für die Demonstranten und 53 Prozent der FDP-Wähler.

84 Prozent der Unionsanhänger beurteilen demnach den Führungsstil von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als „souverän“. Diese Einschätzung teilen 77 Prozent der Grünen- und 71 Prozent der SPD-Wähler. Insgesamt sind es über 63 Prozent der Wähler.

Strobl sauer: Demos sind ein „Superspreader“

Um die geplanten Demonstrationen hatte es in Stuttgart zunächst Diskussionen gegeben: „Es war eine Abwägung von Infektionsschutz und der Versammlungsfreiheit", erklärte Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU) zur Entscheidung der Stadt, die Demo zuzulassen.

Das Gesundheitsamt mahnte an, dass Teilnehmer die Mindestabstände einhalten und bei der An- und Abreise im öffentlichen Nahverkehr Masken tragen müssten. Verstöße gegen die Maskenpflicht würden mit 300 Euro Bußgeld geahndet.

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