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Amelie Heß
Amelie Heß (Foto: SWR)
Christian Kreutzer
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

Eine Ausstellung geht zu Ende – und plötzlich hängt ein Bild zu viel da. So geschehen Anfang Oktober in der Bundeskunsthalle in Bonn. Heute wurde das Bild versteigert.

Das eingeschmuggelte Bild der Künstlerin Danai Emmanouilidis ist heute im Kölner Auktionshaus Van Ham versteigert worden: für 2.800 Euro.

Laut dem Auktionator hatte es ein riesiges Interesse an dem Bild gegeben: es habe mehr Aufmerksamkeit erregt als ein Picasso, den sie kürzlich versteigert hätten. Das Startgebot lag bei 100 Euro, im Sekundentakt ging es dann nach oben, bis hoch auf 2.800 Euro.

Dieses etwa 20 Zentimeter große Frauenbildnis hat eine Frau in eine Ausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn geschmuggelt. Es wurde erst beim Abbau einer Ausstellung über deutsche Migrationsgeschichte entdeckt. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Bundeskunsthalle Bonn | -)
Dieses etwa 20 Zentimeter große Frauenbildnis hat eine Frau in eine Ausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn geschmuggelt. Es wurde erst beim Abbau einer Ausstellung über deutsche Migrationsgeschichte entdeckt.

Erlös geht an Verein für Geflüchtete

Das Geld der Auktion soll dem Verein „ArtAsyl“ zugutekommen. Der Verein fördert Menschen mit Migrationshintergrund und möchte ihnen in der Kunst mehr Gehör verschaffen. „Ich finde, die Zwecke, die der Verein vertritt, sind gut“, sagte Emmanouilidis gegenüber dem WDR.

Die Künstlerin hatte das Porträt, das eine Frau mit schwarzem, langen Haar und nacktem Oberkörper zeigt, Anfang September in die Ausstellung „Wer wir sind“ (Thema: Migration) in der Bundeskunsthalle in Bonn geschmuggelt. Aufgefallen ist das allerdings erst, als die Ausstellung abgebaut wurde.

UPDATE: Inzwischen hat sich eine Kölner Künstlerin gemeldet!

Wer von euch war das? 😉 Die Bundeskunsthalle in Bonn sucht...Posted by SWR3 on Thursday, October 12, 2023

Bundeskunsthalle zu unbekanntem Bild: „Wir finden das lustig“

Auf X schrieb die Bundeskunsthalle anschließend sehr nett: „Erst beim Abbau von #WerWirSind ist aufgefallen, dass wir ein Werk mehr in unserer #Ausstellung hatten! Jemand hat uns ein Bild in die Ausstellung gehängt. Wir finden das lustig & möchten den/die Künstler*in kennenlernen. Also melde dich! Es gibt keinen Ärger. Ehrenwort.“

Ausstellungskuratorin Johanna Adam sagte, sie könne nur mutmaßen, wie das Bild in die Ausstellung gelangt sei. „Das Bild ist nicht besonders groß, insofern könnte es jemand unter seinem Pulli versteckt haben.“

Grundsätzlich sei ein Bild mehr natürlich besser als ein Bild weniger. Auf jeden Fall könne es erst in den letzten Tagen der Ausstellung passiert sein, andernfalls wäre es früher aufgefallen.

Künstlerin: Habe Bild unter dem Hoodie ins Museum geschmuggelt

Am gleichen Abend jedoch war das Rätsel gelöst: Wie der WDR berichtete, hatte sich eine Künstlerin mit Namen Danai Emmanouilidis in seiner Redaktion gemeldet. Sie habe das Frauenbildnis in die Ausstellung geschmuggelt – „mit einem Riesenhoodie über meinen Leggins“. Und von wegen „erst in den letzten Tagen“: Schon seit 1. September hänge das Gemälde dort.

Die Ausstellung habe sie nicht zufällig gewählt, zitiert sie der WDR: „In „Wer wir sind“ geht es ja auch um das Thema Migration, das spielt auch in meiner Kunst eine große Rolle.

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