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Das Kinderhilfswerk Unicef warnt vor einer alarmierenden Zunahme von Masern-Fällen weltweit. 2018 habe es in fast hundert Ländern mehr Masernfälle gegeben als im Jahr davor.

Masern – sie sind ansteckender als Ebola. Und ohne Impfschutz gibt es keine spezielle Behandlungsmethode. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef schlägt jetzt Alarm: 2018 hätten 98 Länder der Welt einen Anstieg von Masernfällen gemeldet.

Es gibt einen sicheren Impfschutz, der Leben rettet

Zehn Länder – angeführt von der Ukraine – seien für fast drei Viertel des gesamten Anstiegs von Maserninfektionen verantwortlich. Und der Trend setzt sich offenbar dramatisch fort: Die Ukraine meldete beispielsweise in den ersten zwei Monaten dieses Jahres 24.000 neue Fälle. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2018 waren es in der Ukraine 35.000 Fälle gewesen.

Unicef spricht von einem dramatischen Weckruf. Es gebe eine sichere, kostengünstige und effektive Impfung gegen die Erkrankung. Das Impfmittel habe schon seit zwei Jahrzehnten eine Million Menschenleben gerettet.

Anstieg der Masernfälle wird dramatische Folgen haben

Der jetzige Anstieg werde verheerende Folgen haben. Neben der Ukraine meldeten auch Brasilien, die Philippinen, der Jemen, Venezuela, der Sudan, aber auch Frankreich massive Zunahmen von Masernfällen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte einst das Ziel ausgegeben, Masern weltweit bis 2020 ausgerottet zu haben. Die steigenden Fallzahlen machen das wohl unmöglich. Laut der WHO sehen viele Eltern in Masern keine Gefahr mehr und verzichten deswegen auf eine Impfung ihrer Kinder.

Eine Infektion geht mit Hautrötungen und Fieber einher. In einigen Fällen können Lungen- und Hirnhautentzündungen auftreten. Besonders gefährdet sind ungeimpfte Kinder unter zwei Jahren. 2017 waren laut Schätzungen der WHO zufolge 110.000 Menschen an Masern gestorben. 6,7 Millionen Menschen waren erkrankt.

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