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In Israel werden Fälle von Herzmuskelentzündungen nach Corona-Impfungen mit Biontech untersucht. Von der US-Gesundheitsbehörde kommt Entwarnung. Biontech selbst will die Berichte prüfen.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC sieht keinen Zusammenhang zwischen Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer und Herzmuskelentzündungen, teilte die US-Behörde mit.

Wir haben in mehr als 200 Millionen verabreichten Dosen gezielt nach einem Zeichen gesucht und haben nichts gefunden”, sagte die Direktorin des CDC.

Biontech will Berichte über Herzmuskelentzündung nach Impfung in Israel prüfen

Biontech-Chef Ugur Sahin reagierte ebenfalls auf die Berichte. Sein Unternehmen habe diese Informationen aus Israel gesehen und um weitere Details dazu gebeten, erklärte Sahin. „Wir haben bis jetzt keinen Hinweis auf gehäufte Fälle dieser Herzmuskelentzündungen.“ Daten aus den USA oder Deutschland hätten bisher kein ungewöhnliches Auftreten gezeigt.

62 Fälle von Herzmuskelentzündung (Myokarditis) in Israel

Am Wochenende hatte die Meldung für Aufregung gesorgt, dass das israelische Gesundheitsministerium Fälle von Herzmuskelentzündung (Myokarditis) bei jüngeren Geimpften in Verbindung mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer untersucht.

Israelische Medien hatten über eine Analyse berichtet, derzufolge 62 Fälle von Myokarditis aufgetreten seien, vor allem bei jungen Männern im Alter von 18 bis 30 Jahren. Davon seien zwei Patienten – ein Mann und eine Frau – gestorben.

Deutscher Experte findet die Daten aus Israel erstmal nicht beunruhigend

Nach Angaben des Kardiologen Dirk Westermann von der Uniklinik Hamburg wird das Auftreten von Herzmuskelentzündungen auf etwa zehn bis 20 Fälle pro 100.000 Einwohner pro Jahr geschätzt. Die Erkrankung trete normalerweise eher bei jüngeren Patienten auf. Auslöser seien unter anderem Virusinfektionen. Über die Fälle in Israel sei bisher nur wenig bekannt, sagt der Mediziner gegenüber der dpa.

Insgesamt ist bisher keine Häufung mit klarer Kausalität von Myokarditis nach mRNA-Impfungen belegt. Die bisher berichteten Daten sind damit aus kardiologischer Sicht zu diesem Zeitpunkt nicht beunruhigend“, so der Experte.

mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer

Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer entwickelten einen von bislang vier in der EU zugelassenen Impfstoffen gegen Corona. Er basiert auf der mRNA-Technologie, gilt als sehr wirksam und sicher und wird in vielen Ländern eingesetzt. In der deutschen Impfkampagne spielt er eine zentrale Rolle.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 24. September, 05:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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