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Franziska Thees
Franziska Thees (Foto: SWR3)
Leo Eder
Leo Eder (Foto: SWR3)
Amelie Heß
Amelie Heß (Foto: SWR)
Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

In der Emilia-Romagna steigt die Zahl der Todesopfer der schweren Überschwemmungen – und nach nur einer kurzen Regenpause auch wieder das Wasser. Es herrscht weiter oberste Alarmstufe. Aber in all der Not zeigen diese Videos und Fotos auch, wie die Menschen sich gegenseitig helfen!

Die neuen Regenfälle machen den Menschen Angst: Die Niederschläge dürften zwar „nicht vergleichbar“ sein mit denen Anfang der Woche, sagte Irene Priolo, Vizepräsidentin der Region Emilia-Romagna, im italienischen Fernsehen. Der Regen könne aber vor allem zu weiteren Erdrutschen führen. Von einem „epochalen Unglück“ spricht Massimo Isola, Bürgermeister der Stadt Faenza. Kurz zuvor war in seiner Gemeinde der Leichnam eines älteren Mannes gefunden worden, Medienberichten zufolge im Schlamm vor seinem Haus. Der Mann ist der 14. Tote nach den schweren Unwettern in Norditalien.

Viele Hundert Einsatzkräfte von Feuerwehr, Zivilschutz, Militär und anderen Organisationen sowie unzählige freiwillige Helfer aus allen Teilen Italiens sind in der Emilia-Romagna seit Tagen im Einsatz.

Überschwmmungen in Italien: Diese drei Freiwilligen stehen in verschlammter Kleidung in einer Strasse in der Stadt Cesena.  (Foto: IMAGO, IMAGO / Independent Photo Agency Int.)
Diese drei Freiwilligen helfen in der Stadt Cesena, die es hart getroffen hat.

Was die Menschen zusammenhält, ist die enorme Solidarität – Fotos wie diese findet man viele im Netz:

Non possono fare tutto loro: denunciare la crisi climatica e spalare il fango da essa prodotto.#UltimaGenerazione pic.twitter.com/ckhgcdf9Fd

La gratuità degli angeli del fango e dei ragazzi la cosa più bella di questi giorni difficili...Emilia RomagnaRavenna pic.twitter.com/gMKO6udr8m

Mittlerweile sind fast 100 Gemeinden betroffen. „Das Gebiet ist bombardiert“, sagte Priolo am Samstag vor Journalisten. Die Schäden durch das Unwetter und Erdrutsche beliefen sich auf einige Milliarden Euro. An manchen Orten müsse man das „Straßennetz komplett neu aufbauen“.

Videos wie diese gehen unter die Haut und machen einem klar: Die vielen Helfer in Italien sind Helden:

Das Hochwasser in #Italien ist etwas an mir vorbei gegangen... Dieses Video ist wirklich sehr berührend und wir sollten ALLE Anfangen besser auf unsere Natur zu achten...#Klimawandel pic.twitter.com/iXyRoxzjpu

Helfer in Ravenna: Dieses Video der Evakuierungen geht ans Herz

Vor allem rund um die Stadt Ravenna spitzte sich die Lage am Freitag wieder zu. Nachdem es wieder angefangen hatte zu regnen, traten erneut Flüsse über die Ufer. Wasser strömte über eine Schnellstraße hinweg direkt in Richtung Stadtzentrum. Viele Einwohner der Stadt nahe der Adria wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, Polizisten gingen von Tür zu Tür. Mehr als 20.000 Leuten wurden laut Medien allein in Ravenna evakuiert. Bei all den schlimmen Details der Katastrophe gibt es aber eben auch immer wieder Bilder und Videos, die einen zum lächeln bringen und berühren:

A Lugo (Ravenna) ❤️Che tenerezza! pic.twitter.com/PjJgX5v5Za

Mindestens 14 Tote nach Überschwemmungen rund um Imola, Forli, Cesena und Ravenna

Seit Dienstag retten die Einsatzkräfte Menschen, die in ihren Wohnungen vom Wasser eingeschlossen waren oder holten gestrandete Autofahrer aus ihren Fahrzeugen. In der Stadt Cesena konnten die Einsatzkräfte dutzende Menschen von den Dächern ihrer Häuser retten.

#Maltempo #EmiliaRomagna, in atto dalle prime ore del mattino l’evacuazione di quattro condomini, da quaranta appartamenti l’uno, nel quartiere Romiti a #ForlìCesena. Soccorritori acquatici dei #vigilidelfuoco all’opera con l’anfibio [#18maggio 13:00] pic.twitter.com/B6tF9m5YXQ

Das Ausmaß der Verwüstung gleiche dem eines Erdbebens, sagte der Präsident der Region Emilia-Romagna, Stefano Bonaccini. Das Unwetter hat zwischen Forlì und Rimini auch Ackerflächen schwer getroffen. Laut der italienischen Agrarvereinigung Coldiretti hätten die Überschwemmungen „wertvolle landwirtschaftliche Flächen verwüstet“ mit „unkalkulierbaren Schäden für die Landwirtschaft“. Das Überleben von Betrieben und den von ihnen abhängigen Arbeitnehmern sei in Gefahr.

Adriaküste kommt „glimpflich davon“ 

Während die Gegenden rund um Imola, Forli, Cesena und Ravenna schwer getroffen werden, kamen die vor allem bei Touristen beliebten Orte an der Adriaküste wie etwa Rimini verhältnismäßig glimpflich davon. Das berichtete Tourismus-Ministerin Daniela Santanchè am Freitag:

Die einzig positive Nachricht, wenn man bei dieser Tragödie überhaupt von positiv sprechen kann, ist, dass Hotels und die Küstenstreifen weniger stark beschädigt wurden als die Gegenden im Landesinneren.

Unsere Quellen

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Die dpa ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel Reuters, AFP, AP und SID.

X ist ein soziales Netzwerk aus den USA und wird häufig von Politikern oder Journalisten genutzt. Bis zu seiner Umbenennung hieß das Netzwerk Twitter. Auch Unternehmen und Vereine sind auf X aktiv. Sie schreiben Beiträge (früher: Tweets) mit wichtigen Infos über sich selbst. Ein solcher Beitrag kann dadurch zu einer Nachrichtenquelle für uns werden. Wir prüfen natürlich, ob das Profil und der Beitrag echt sind. Seit Elon Musk das soziale Netzwerk gekauft hat, ist das allerdings schwieriger geworden. Deshalb sind wir sehr vorsichtig mit Informationen, die ausschließlich über X verbreitet werden.

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