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Laura Bisch (Foto: SWR3)

Der Beginn des neuen Jahres ist in normalen Zeiten für viele die Gelegenheit, schon mal in Ruhe Pläne für den Sommer-Urlaub zu machen und Frühbucher-Angebote zu durchsuchen. Nun ist in diesem Jahr alles anders – das sollten Frühbucher beachten.

Die Corona-Pandemie sorgt für Rekordzahlen bei den gemeldeten Neuinfektionen. Zwar sind die Impfungen mittlerweile losgegangen, viele Politiker und Experten sprechen trotzdem von einem „schwierigen ersten halben Jahr“. SWR-Tourismus-Expertin Tamara Land hat uns erklärt, was wir 2021 in Sachen Urlaub und Buchen in Corona-Zeiten beachten sollten.

Was sollte man beim Buchen beachten?

Tamara Land: „Frühbucher sollten auf jeden Fall auf die Stornobedingungen achten. Besonders wichtig ist auch, dass man das Kleingedruckte liest. Denn viele Veranstalter haben ihre Stornobedingungen der aktuellen Situation angepasst, sodass man als Reisender kostenlos stornieren oder umbuchen kann. Aber teilweise sind diese Regelung ziemlich irreführend: Da gibt es zum Beispiel einen Veranstalter, bei dem man nur bis Mitte März stornieren kann. Das bringt aber nichts, wenn man erst im August wegfahren will.

Es ist auch oft so, dass die geänderten Stornobedingungen nur für bestimmte Angebote gelten und nicht für Reisepakete, die erst im Buchungsprozess zusammengestellt werden. Das ist in der Regel mit einem X gekennzeichnet. Für den normalen Kunden ist das leider fast nicht zu durchschauen. Deswegen ist es umso wichtiger, dass man nicht voreilig bucht, sondern vorher genau die Stornobedingungen liest und am besten auch ausdruckt.“

Ist eine spezielle Versicherung für den Sommerurlaub 2021 empfehlenswert?

Tamara Land: „Ganz unabhängig von Corona ist eine Auslandskrankenversicherung zu empfehlen. Die übernimmt etwaige Behandlungskosten im Ausland und gegebenenfalls auch den Rücktransport nach Hause. Dabei ist es aber wichtig, darauf zu achten, dass es keinen Pandemie-Ausschluss in dem Tarif gibt – also dass die Versicherung auch bei einer Covid-19-Erkrankung einspringt.

Bei Reisen, die man weit im Voraus bucht, ist außerdem eine Reiserücktrittsversicherung empfehlenswert. Auch da sollte man darauf achten, dass Pandemien nicht in den Vertragsbedingungen ausgeschlossen sind. Außerdem noch wichtig zu wissen: Die Reiserücktrittsversicherungen zahlen nur, wenn man aus bestimmten Gründen nicht reisen kann – also wenn man zum Beispiel seinen Job verloren hat, wenn ein naher Angehöriger gestorben ist oder wenn man selbst krank wird. Aber sie zahlt eben nicht aus Vorsicht. Wer also aus Angst vor Corona nicht reisen will, bekommt nichts von der Versicherung. Und sie zahlt übrigens auch nicht, wenn man in Quarantäne muss, obwohl man gar nicht krank ist. Dafür gibt es aber neuerdings spezielle Corona-Versicherungspakete. Das verteuert zwar die Reise ein bisschen, aber in der derzeitigen Lage würde ich schon dazu raten, so ein Corona-Schutz abzuschließen.“

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Wie riskant ist es denn tatsächlich, wenn man sich jetzt schon für den Sommer festlegt?

Tamara Land: „Es ist schon ein bisschen heikel, weil rechtlich nicht ganz klar ist, ob man eine Reise in ein Risikogebiet noch kostenlos stornieren kann, wenn es bei der Buchung schon ein Risikogebiet war. Ganz grundsätzlich kann man ja wegen unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umständen kostenlos von einer Pauschalreise zurücktreten. Aber wenn die Umstände eben zum Zeitpunkt der Buchung schon außergewöhnlich waren und sogar schon eine Reisewarnung vorgelegen hat, dann könnte der Reiseveranstalter unter Umständen sagen, der Kunde habe das Risiko gekannt und in Kauf genommen – und das Riskiko habe sich nicht verändert seit der Buchung. Deshalb könnte es sein, dass Kunden in solchen Fällen auch nicht kostenlos aus einem Vertrag rauskommen.

Und es gibt da auch noch ein zweites Problem: Manche Reiseversicherungen zahlen nicht, wenn man in ein Land reist, für das eine Reisewarnung vorliegt. Also wer jetzt bucht, der geht schon gewisse Risiken ein. Darüber sollte man sich auf jeden Fall im Klaren sein.“

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