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Erst hatten alle gelacht: Ein Fuchs hatte vorm US-Kapitol einen US-Abgeordneten angegriffen. Das Tier wurde eingefangen und untersucht. Jetzt lacht niemand mehr.

Der Fuchs – genauer gesagt, die Füchsin – vom Kapitol in Washington ist tot. Und fast noch schlimmer: Sie hatte Tollwut. Das Tier hatte am Montagabend den demokratischen Kongressabgeordneten Ami Bera angesprungen und gekratzt – wohl in einem Anfall krankheitsbedingter Aggression.

Von der Füchsin gekratzt: Abgeordneter ließ sich gleich impfen

Der Mann, der selbst Arzt ist, hatte Glück: Er hörte auf den Kapitolarzt und ließ sich gleich die erste von vier Tollwut-Impfungen verpassen. Zurecht, wie sich jetzt herausgestellt hat. Hätte er es nicht getan, wäre er womöglich bald nicht mehr am Leben.

Einen Tag nach der Attacke hatten Beamtinnen der Kapitolpolizei die Füchsin eingefangen:

The fox that bit several people near the U.S. Capitol on Monday was “humanely euthanized” for rabies testing. Officials say they are still working out the next steps for the fox kits. https://t.co/L8JRFwfcyi https://t.co/MZeBo7UW7G

Füchsin positiv auf Tollwut getestet

Da war das Schicksal des Tiers bereits besiegelt, denn schon da bestand der Verdacht auf Tollwut. Die eingefangene Füchsin sei auf „humane“ Weise eingeschläfert worden, um sie auf Tollwut testen zu können, erklärte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde Washingtons am Mittwoch.

Das war wohl nötig, da man die Krankheit nur durch eine Probe aus dem Gehirn nachweisen kann. Die Behörde bestätigte später, dass der Test auf das sogenannte Rabiesvirus positiv ausfiel. Unklar war zunächst, was mit dem eingefangenen Nachwuchs der Füchsin geschehen soll.

Gegen Tollwut gibt es keine Medizin

Gegen Tollwut gibt es bis heute keine Medizin. Infizierte sterben in der Regel nach rund zwei Wochen an der schrecklichen Krankheit. Sie kann schlimmste Krämpfe, Schluckunfähigkeit, Angstzustände, Halluzinationen und eine mit Aggressionen verbundene Furcht vor Wasser und Luftzug auslösen.

Impfen lassen kann man sich dagegen auch noch nach einem Biss – allerdings nur, solange das Virus noch nicht von der Wunde in den Blutkreislauf eingedrungen ist.

#BREAKING: Captured. https://t.co/LJAn2ZjH9J

Gesundheitsbehörde sucht nach weiteren Opfern der Füchsin

Jetzt heißt es außerdem, dass die Füchsin noch acht weitere Menschen gebissen habe. „Die Gesundheitsbehörde von Washington DC kontaktiert alle menschlichen Opfer, die von dem Fuchs gebissen wurden“, erklärte eine Sprecherin in der Folge. Man kann nur hoffen, dass sie es noch rechtzeitig zur Impfung schaffen.

In Memoriam 🦊 https://t.co/XMaZThkaEs

Rund um das US-Kapitol sollen außerdem Flyer aufgehängt werden, die über den Tollwut-Fall unterrichten, denn um das Kapitol gibt es wohl noch einige Füchse. Die Behörden riefen alle, die mit der Füchsin oder ihrem Nachwuchs in Kontakt gekommen sein könnten, auf, sich zu melden.

Füchsin war Internet-Star für einen Tag


Witzig fanden zunächst viele das Wortspiel in den Zeitungsheadlines, dass nämlich eine Füchsin – auf englisch „Fox“, wie der berüchtigte rechtsnationale TV-Sender – einen demokratischen Abgeordneten angefallen habe.

Die Füchsin war zudem gleich nach Bekanntwerden der Geschichte zum Internet-Star geworden: mit einem eigenen Twitter-Konto und Tausenden von Followern. Kurz nach ihrer Verhaftung hat sie ein „Statement“ veröffentlicht. Darin hieß es:

Als Fuchs kann ich nicht sprechen. Und viel zu oft gibt es auch niemanden, der für mich spricht. Stattdessen macht man sich in Liedern über mich lustig, näht Kleider aus mir und jagt mich wie einen Kriminellen in meinem eigenen Bau. Und wofür, frage ich Euch? Was hat ein Fuchs Euch jemals getan? Heute haben mich sehr gruselige und gemeine Individuen zwangsweise aus meinem Bau geholt. Ich bin unschuldig an dem, was man mir vorwirft. Die Sache ist noch nicht vorbei. Ich bleibe dran.

PLEASE SEE MY OFFICIAL STATEMENT BELOW! https://t.co/n2nKZ2kGao

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 22. Mai, 0:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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