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Leo Eder
Leo Eder (Foto: SWR3)
Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

Extrem ungemütliche und kalte Weihnachten in den USA: Ein Tief aus der Arktis sorgt für eisige -45 Grad. Das wirbelt vieles durcheinander.

Heftige Schneefälle, Eiswind und extreme Kälte halten große Teile der USA in Atem. Die Behörden berichten, dass mindestens 58 Menschen gestorben sind. In den meisten Fällen seien die Menschen bei Eis-Unfällen ums Leben gekommen.

Vor allem die Region um die fünf Großen Seen im Nordosten der USA ist von der extremen Kälte betroffen. In Erie County, südlich der Großen Seen im Bundesstaat New York, waren die Rettungsdienste zeitweise überlastet.

One of the worst arctic blasts in modern US history visualized over the last 3 days. https://t.co/9SjpC9TsNx

USA: Notruf nur in den allerdringendsten Fällen

Marc Poloncarz, der Verantwortliche aus dem Bezirk, rief auf Twitter dazu auf, nur in den „kritischsten, lebensbedrohlichsten Fällen“ den Notruf zu wählen, um die Leitungen freizuhalten.

Please do not call 911 or 858-SNOW unless it is truly a life-threatening situation. These numbers have been overloaded and cannot field simple informational calls.

Er forderte die Einwohner dazu auf, trotz Strom- und Heizungsausfällen in ihren Häusern zu bleiben. Der Transport in Notunterkünfte sei derzeit nahezu unmöglich. Krankenwagen brauchten mehr als drei Stunden ins nächste Krankenhaus, schrieb er weiter. „Und das in Gebieten, in denen ein Krankenwagen noch durchkommt.

It is taking ambulances over 3 hours to do one trip to a hospital - and that is in areas where an ambulance can get through. Stay home/inside, shelter in place if you are without power. https://t.co/TOx0WGdOyr

US-Wetterdienst warnt vor Reisen

Wegen des starken Schneefalls hatten selbst die Rettungsdienste Schwierigkeiten, durchzukommen, schreibt die New York Times. Nicht einmal Schneepflüge hätten die Straßen noch räumen können. An Heiligabend hätten Rettungskräfte demnach per Telefon bei der Geburt eines Kindes geholfen. Bei Einbruch der Dunkelheit seien noch immer Menschen aus ihren Autos gerettet worden, hieß es weiter. Einige von ihnen seien bereits seit Freitag dort eingeschlossen gewesen.

Der US-Wetterdienst warnte Reisende von Whiteout-Bedingungen – also stark eingeschränkter Sicht und Orientierung durch den Schnee. Reisen unter diesen Bedingungen seien „extrem gefährlich und zeitweise unmöglich“, hieß es.

A major winter storm will continue to produce areas of heavy snow, strong winds, and dangerous wind chills into the weekend. Heavy snow amounts are especially likely near the Great Lakes. If traveling, please use extreme caution and refer to the latest forecasts and updates. https://t.co/K3VkBrEErC

So what does "zero mile" visibility look like? Well, here's a spectacular view of our parking lot near the airport. Yes, there are cars parked just a few feet away. We don't even want to be parked in it, you *definitely* don't want to be driving in it. Seriously. https://t.co/ikpMJTnoU7 https://t.co/px5jmVFLIe

Außerdem warnte der Wetterdienst vor den niedrigen Temperaturen. Bereits wenige Minuten in der Kälte könnten zu Erfrierungen führen, hieß es. Hier seht ihr die kältesten gemessenen Temperaturen (Achtung, in Fahrenheit, nicht Celsius!):

ICYMI: It was a very cold and very windy Christmas travel week with ground blizzard conditions across much of the region. Check out the final numbers! https://t.co/URauJQdmlp https://t.co/O6VOiSI7y8

USA: Unwetterwarnungen für 200 Millionen Menschen

Sturmtief Elliott hat dafür gesorgt, dass in den USA mehr als 200 Millionen Menschen Unwetterwarnungen bekommen haben. Vor allem die Menschen im Norden und im Mittleren Westen der USA – aber auch in Bundesstaaten im Süden des Landes bekamen Warnungen vor extremem Frost. Am Samstagmittag waren mehr als 1,6 Millionen Haushalte im Osten der USA ohne Strom, zeigte die Webseite PowerOutage. Am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertags waren es noch etwa 250.000 Haushalte.

Over 1.6 million electric customers are currently without power across the USA due to the major winter storm and load shedding in TVA, PJM, and Carolinas interconnects. https://t.co/kJ0OPcOSrS [2022-12-24 07:42:42 AM EST] #PowerOutage https://t.co/wkQOVmafG3

Extreme Kälte wirbelt Flugpläne durcheinander

Auch die Weihnachtsflugpläne vieler Fluggesellschaften sind durch die extreme Kälte durcheinander gekommen. Fast 6.000 Flüge wurden am Freitag gestrichen, am Samstag fielen mehr als 2.360 Inlands- und internationale Flüge laut der Webseite Flightaware. Am Sonntagmorgen waren es demnach bereits 1.346.

Vor allem Passagiere im Norden, rund um die Großen Seen, mussten Reisen absagen. Die Flughäfen in Chicago und Detroit gehören zu den wichtigsten Drehkreuzen des Landes.

Extrem gefährlicher Schneesturm: USA droht Bombenzyklon

Wetterexperten warnten davor, dass sich bei diesen extremen Wetterbedingungen ein besonders schwerer Sturm bilden könnte – ein Bombenzyklon. Dabei fällt der Luftdruck innerhalb kurzer Zeit extrem ab und dadurch verstärkt sich die Wucht des Sturms. Die Folge sind heftige Schneestürme – Blizzards – und Temperaturstürze um mehrere Dutzend Grad innerhalb einiger Stunden. Besonders betroffen war die Stadt Buffalo. Dort erreichte der Wind Hurrikanstärke, die Sicht inmitten der Schneewüste sank praktisch auf Null.

In den Bundesstaaten Montana, South Dakota und Wyoming waren am Vorweihnachtstag Temperaturen um -45 Grad Celsius gemessen worden. In Denver im US-Bundesstaat Colorado fielen die Temperaturen laut Meteorologen innerhalb von 24 Stunden um etwa 40 Grad. Im Eriesee türmten sich laut Meteorologin Kelsey McEwen bis zu acht Meter hohe Wellen auf:

HIGH WAVES: eastern Lake Erie waves between 6-8metres this afternoon, (19-26’ waves). This is Sherkston Beaches, in Port Colborne, on the northern shore of Lake Erie. BLIZZARD WARNING in effect. Winds gusting 108km/hr right now. Video: Justin Crown @YourMorning @CTVNews https://t.co/VJFVOo09Ct

Der Wintersturm Elliott hat auch Kanada getroffen. Auch dort gab es wegen des enormen Schneefalls und der eisigen Temperaturen Stromausfälle:

The storm system affecting much of the U.S. also wreaked havoc in Canada, bringing heavy snow and bone-chilling temperatures. Every province and territory in the country issued an emergency weather warning Saturday, as thousands were left without power. https://t.co/houvFVLrKJ https://t.co/WYABcOJ3bW

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Die dpa ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel Reuters, AFP, AP und SID.

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Auch andere Medien und Webseiten können für uns Quellen für News sein. Das sind zum Beispiel Seiten, die sich nur mit einem Themenbereich beschäftigen und deshalb Spezialisten in dem Bereich sind. Für Seiten wie hiphop.de oder raptastisch.net arbeiten zum Beispiel Musik-Journalisten, für Webseiten wie golem.de oder t3n.de Technik-Journalisten.

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