Das Landgericht Gießen hat den Täter zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Im Juli 2022 hatte er die 14-jährige Ayleen aus Gottenheim getötet.

Verurteilt wurde der Täter unter anderem wegen Mordes und versuchter Vergewaltigung. Es gebe laut der vorsitzenden Richterin keine Zweifel daran, dass die Tat sexuell motiviert war.

Das Gericht stellte außerdem die besondere Schwere der Schuld fest, weshalb für den 30-jährigen Angeklagten die Höchststrafe mit Sicherungsverwahrung verordnet wurde. So ist es fast unmöglich, dass er nach 15 Jahren vorzeitig entlassen wird.

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Mörder von Ayleen: Persönlichkeitsstörung und psychopathische Züge

Der 30-Jährige hat laut Gutachter eine Persönlichkeitsstörung mit psychopatischen Zügen. Die Gefahr, dass er wieder töten könnte, sei groß. Der Mann war von 2007 bis 2017 in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Als 14-Jähriger hatte er damals eine 11-Jährige von hinten angegriffen und wurde deshalb wegen versuchten sexuellen Missbrauchs, gefährlicher Körperverletzung und versuchter Vergewaltigung verurteilt.

Nachdem er aus dem Maßregelvollzug entlassen worden war, stand er noch fünf Jahre unter Führungsaufsicht. Diese wurde auf richterliche Anordnung hin am 25. Januar 2022 beendet.

„Kein Mitgefühl, kein Gewissen und keine Schuldgefühle“: SWR3-Reporter Marc Klug berichtet darüber, wie seelisch kaputt der Mörder von Ayleen ist:

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Nachrichten Urteil im Mordprozess Ayleen am Landgericht Gießen

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Höchststrafe für den Möder der 14-jährigen Ayleen aus Gottenheim bei Freiburg. Das Landgericht Gießen hat entschieden, dass der 30-jährige Angeklagte lebenslang ins Gefängnis kommt und anschließend in die Sicherungsverwahrung muss. Vergangenes Jahr im Sommer war ja Ayleen verschwunden. Die Polizei fand die Leiche der Schülerin ein paar Tage später, rund 300 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt, in einem See in Hessen. SWR3 Reporter Marc Klug.

Was ist mit Ayleen passiert?

Das Mädchen aus Gottenheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) war am 21. Juli 2022 verschwunden. Sie hatte gegen 18 Uhr das Haus ihrer Eltern verlassen. Seitdem fehlte jede Spur von ihr.

Der Täter brachte Ayleen in einem Fahrzeug von Gottenheim nach Hessen. Die Fahrt führte zum Teufelsee in der Nähe von Bad Nauheim. Dort gab es einen längeren Aufenthalt in der Nacht zum 22. Juli.

Beamte der Bereitschaftspolizei suchen das Ufer des Teufelsees im hessischen Wetteraukreis ab, in dem die Leiche der 14-jährigen Ayleen gefunden wurde.
Beamte der Bereitschaftspolizei suchen das Ufer des Teufelsees im hessischen Wetteraukreis ab, in dem die Leiche der 14-jährigen Ayleen gefunden wurde.

Getötete Ayleen: Leiche im Teufelsee gefunden

Am 29. Juli wurde durch einen Polizeihubschrauber eine weibliche Leiche im See treibend gefunden, die bereits mehrere Tage darin gewesen sein muss. Laut Thomas Hauburger von der Staatsanwaltschaft Gießen handelt es sich um einen kleinen See, der nicht zum Baden geeignet und von außen kaum einsehbar und anfahrbar ist.

Per Zahn- und DNA-Abgleich konnte am Abend des 30. Juli festgestellt werden: Der Leichnam gehört zur vermissten Ayleen aus Gottenheim. Ihr Fundort am Teufelsee ist etwa 300 Kilometer von ihrem Elternhaus entfernt.

Fall Ayleen: Täter legt Geständnis ab

Rund fünf Wochen nach seiner Festnahme legte der Täter ein Geständnis ab – nach einer mehrstündigen Vernehmung, wie Polizei und Staatsanwaltschaft damals in Gießen mitteilten. Er führte die Ermittler außerdem zu Kleidungsstücken des Opfers, die er an einem Feldweg im Landkreis Gießen abgelegt hatte.

Der Mann gestand, dass er Ayleen in der Nacht vom 21. auf den 22. Juli 2022 umgebracht und ihre Leiche dann im Teufelsee bei Echzell versenkt hatte.

Ayleen lernte ihren Mörder online kennen

Ayleen und der Mann hatten sich über das Internet kennengelernt. Konkret nannte Arno Englen, leitender Kriminaldirektor bei der Kriminalpolizeidirektion Freiburg „große soziale Netzwerke“ und das Online-Spiel Fortnite. Hunderte Nachrichten hatte der Mörder teilweise an einem Tag an die Schülerin geschickt.

Die Chats der beiden waren stark sexualisiert, der 30-Jährige hatte Ayleen immer wieder zu Nacktfotos gedrängt. Das gezielte und sexualisierte Ansprechen von Minderjährigen auf Online-Plattformen nennt sich Cybergrooming. Ein Problem, das seit der Corona-Pandemie stark zugenommen hat. In Dänemark sind Polizisten deshalb selbst in Online-Games aktiv, um die Kinder vor Sexualstraftätern zu schützen.

Unsere Quellen

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Die Polizei und Staatsanwaltschaft geben zu manchen Fällen Pressekonferenzen. Sie erläutern den Stand der Ermittlungen und geben weitere Informationen. Journalisten können dabei Fragen stellen.

Die Presseabteilung der Polizei verfasst zu vielen Einsätzen einen kurzen Bericht. Der wird den Medien zur Verfügung gestellt. Sie liefern Informationen zum Beispiel zu Unfällen, Ermittlungen und Festnahmen. Außerdem veröffentlicht die Polizei auch Zeugenaufrufe oder Bilder von vermissten Personen und bittet die Medien darum, die Informationen zu verbreiten.

Die dpa ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel Reuters, AFP, AP und SID.

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