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Franziska Thees
Franziska Thees (Foto: SWR3)
Leo Eder
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Der im Mordfall Ayleen aus Gottenheim bei Freiburg festgenommene Verdächtige hat gestanden, dass er die 14 -Jährige getötet hat.

Sein Geständnis habe er in einer mehrstündigen Vernehmung am vergangenen Freitag gemacht, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag in Gießen mit. Der Beschuldigte aus Hessen habe die Ermittler außerdem zu Kleidungsstücken des Opfers geführt, die er an einem Feldweg im Landkreis Gießen abgelegt habe.

Der Mann gestand, dass er Ayleen in der Nacht vom 21. auf den 22. Juli 2022 umgebracht und ihre Leiche dann im Teufelsee bei Echzell versenkt hat.

ℹ️ "Fall Ayleen" - Beschuldigter räumt Tötung ein Zur gemeinsame Pressemeldung der Staatsanwaltschaft #Gießen und des Polizeipräsidiums #Mittelhessen vom 06.09.2022 geht es hier: ⤵️ https://t.co/RWviaAdCS8 #Polizei #Wetterau #LDK

Ayleen war am 21. Juli in Gottenheim verschwunden. Gut eine Woche später war ihre Leiche rund 300 Kilometer entfernt in dem See gefunden worden.

Was hat der Täter der Polizei gestanden?

Weitere Details zum Geständnis hat SWR3-Reporter Arne Bartram:

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Nachrichten Wie kam es jetzt zu dem Geständnis des Tatverdächtigen?

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Nachrichten Wie umfangreich war denn das Geständnis? Hat der Tatverdächtige weitere Details genannt?

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Nachrichten Gibt es auch neue Erkenntnisse zum Tatmotiv?

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Wohnung bei Wetzlar durchsucht

Kurz nach der Tat hatte die Polizei sich auf eine Person in Hessen konkretisiert. In einer Wohnung in der Nähe des hessischen Wetzlar seien dann persönliche Gegenstände von Ayleen gefunden worden. Welche genau das waren, will die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekanntgeben.

Der Verdächtige habe gegenüber Beamten zuerst bestritten, etwas mit der Tat zu tun zu haben, sagte die leitende Oberstaatsanwältin Franziska Scheuble. Vor dem Richter habe er dann Gebrauch von seinem Schweigerecht gemacht.

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Nachrichten Ermittelnde Staatsanwältin Franziska Scheuble zu Tatvorwürfen

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Ermittelnde Staatsanwältin Franziska Scheuble zu Tatvorwürfen

Spurensuche im Internet

Ayleen und der Verdächtige hätten sich über das Internet gekannt. Konkret nannte Arno Englen, leitender Kriminaldirektor bei der Kriminalpolizeidirektion Freiburg „große soziale Netzwerke“ und das Online-Spiel Fortnite. Man habe über zehn Millionen Spurenfragmente aus der digitalen Welt.

Die vielen sozialen Netzwerke und Messenger sowie die „irreführenden Personalien der User“ beschäftigten die Polizei. Nach jetzigem Stand hätten Ayleen und der mutmaßliche Täter mehrere Wochen Kontakt gehabt.

Wie können Eltern einen vertrauensvollen Blick auf die Tätigkeiten ihrer Kinder im Netz haben? Antworten von Expertin Nora Imlau in den Topthemen am Mittag mit Anno Wilhelm:

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Highlights anhören Wie Eltern ihre Kinder vertrauensvoll kontrollieren können

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Der Fall Ayleen erschüttert viele Menschen. Die 14-Jährige aus der Nähe von Freiburg ist gewaltsam getötet worden, ein 29-jähriger Verdächtiger sitzt in Untersuchungshaft.
Über das Netzspiel Fortnite hatten sich die beiden offenbar kennengelernt. Wie können Eltern einen vertrauensvollen Blick haben auf die Tätigkeiten ihrer Kinder im Netz?
Antworten von Expertin Nora Imlau.

Was ist mit Ayleen passiert?

Das Mädchen aus Gottenheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) war am 21. Juli verschwunden. Sie hatte gegen 18 Uhr das Haus ihrer Eltern verlassen. Seitdem fehlte jede Spur von ihr. Berichte von Zeugen, nach denen Ayleen am Freiburger Hauptbahnhof gesehen wurde, erwiesen sich laut Polizei als Irrtum.

Ayleen sei in einem Fahrzeug von Gottenheim nach Hessen gebracht worden, sagte Dieter Inhofer von der Staatsanwaltschaft Freiburg. Die Fahrt habe zum Teufelsee in der Nähe von Bad Nauheim geführt. Dort habe es einen längeren Aufenthalt in der Nacht zum 22. Juli gegeben.

Blick über den Teufelsee im hessischen Wetteraukreis.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst)
Blick über den Teufelsee bei Bad Nauheim picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst

Leiche im Teufelsee gefunden

Am 29. Juli wurde durch einen Polizeihubschrauber eine weibliche Leiche im See treibend gefunden, die bereits mehrere Tage darin gewesen sein muss. Laut Thomas Hauburger von der Staatsanwaltschaft Gießen handelt es sich um einen kleinen See, der nicht zum Baden geeignet und von außen kaum einsehbar und anfahrbar ist.

Per Zahn- und DNA-Abgleich konnte am Abend des 30. Juli festgestellt werden: Der Leichnam gehört zur vermissten Ayleen aus Gottenheim. Ihr Fundort am Teufelsee ist etwa 300 Kilometer von ihrem Elternhaus entfernt.

❗ Fünfte Nachtragsmeldung zu "#Gottenheim - 14-jähriges #Mädchen vermisst - Öffentlichkeitsfahndung" Hier: Ergebnis der gerichtsmedizinischen Untersuchung: https://t.co/tj2LaDoyjx Unser aller Mitgefühl gilt den Angehörigen. #Polizei #Freiburg https://t.co/Aml11tHoLk

Obduktion bislang ohne Ergebnis

Wegen der langen Liegedauer der Leiche konnte die Todesursache trotz sechs- bis siebenstündiger Obduktion bislang nicht ermittelt werden. Momentan laufen laut Hauburger weitere Analysen, wie eine toxikologische und eine feingewebliche Untersuchung. Eine sogenannte Diatomeen-Untersuchung soll außerdem klären, ob Ayleen ertrunken ist.

Wegen Sexualdelikts: Tatverdächtiger war in psychiatrischer Behandlung

Der Beschuldigte war von 2007 bis 2017 in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Er hatte damals eine 11-Jährige von hinten angegriffen und wurde deshalb wegen versuchten sexuellen Missbrauchs, gefährlicher Körperverletzung und versuchter Vergewaltigung verurteilt. Nachdem er aus dem Maßregelvollzug entlassen worden war, stand er noch fünf Jahre unter Führungsaufsicht. Diese wurde auf richterliche Anordnung hin am 25. Januar 2022 beendet.

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Nachrichten Hessischer LKA-Präsident Röhrig zur Vorgeschichte des Verdächtigen

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Hessischer LKA-Präsident Andreas Röhrig zur Vorgeschichte des Verdächtigen

Zwar konnte die Obduktion noch keine Hinweise darauf ergeben, es bestehe wegen der Umstände aber ein dringender Tatverdacht eines Sexualdelikts, sagte Scheuble.

Stuttgart

Innenministerium will Prävention weiter verbessern Fall Ayleen: Auch in BW Hunderte rückfallgefährdete Sexualstraftäter in speziellem Programm

Der mutmaßliche Mörder der 14-Jährigen aus Gottenheim stand bis Januar in Hessen unter Führungsaufsicht. Auch in Baden-Württemberg werden viele Sexualstraftäter betreut.  mehr...

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir dir, woher wir unsere Infos haben!

Die Polizei und Staatsanwaltschaft geben zu manchen Fällen Pressekonferenzen. Sie erläutern den Stand der Ermittlungen und geben weitere Informationen. Journalisten können dabei Fragen stellen.

Die Presseabteilung der Polizei verfasst zu vielen Einsätzen einen kurzen Bericht. Der wird den Medien zur Verfügung gestellt. Sie liefern Informationen zum Beispiel zu Unfällen, Ermittlungen und Festnahmen. Außerdem veröffentlicht die Polizei auch Zeugenaufrufe oder Bilder von vermissten Personen und bittet die Medien darum, die Informationen zu verbreiten.

Die dpa ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel Reuters, AFP, AP und SID.

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