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Cornelia Stenull
Cornelia Stenull (Foto: SWR3)

Ein 19-jähriger verurteilter Sexualmörder, der zwischenzeitlich freigelassen werden musste, sitzt wieder in U-Haft. Er hat wohl in einem Chat über seine Gewaltfantasien geschrieben.

Im Oktober 2022 meldete die Staatsanwaltschaft im rheinland-pfälzischen Frankenthal, dass ein 19-jähriger verurteilter Mörder und Vergewaltiger aus der Untersuchungshaft in Freiheit entlassen worden war. Der Grund: Das Urteil war noch nicht rechtskräftig und das Revisionsverfahren, das sich über zwei Jahre hinzog, dauerte zu lange.

Neuer Haftbefehl: Täter chattet über sexuelle Gewaltfantasien

Jetzt sitzt der Mann wieder in Untersuchungshaft in einer Jugendstrafanstalt. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal stellte beim Landgericht einen neuen Haftbefehl gegen den Mann – wegen „konkreter neuer Tatsachen“ und Wiederholungsgefahr.

Laut Staatsanwaltschaft hatten Ermittler einen Chat entdeckt, in dem der 19-Jährige mit einer etwa 20 Jahre alten Frau über seine sexuellen Gewaltfantasien geschrieben hat. Der Ton des Mannes sei „sehr manipulativ“ gewesen, sagte der Justizsprecher. Die Befürchtung sei, dass der Mann der Frau etwas antun könnte.

Freilassung des Täters habe „verstörende Wirkung“

Die Freilassung des verurteilten Mannes hatte im Oktober für große Aufregung verursacht. Auch der Rechtsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags hatte sich mit dem Fall beschäftigt. Landesjustizminister Herbert Mertin (FDP) sagte, er verstehe, dass die Entscheidung, den noch nicht rechtskräftig verurteilten Mörder auf freien Fuß zu setzen, in der Öffentlichkeit eine „verstörende Wirkung“ habe.

Mord und Vergewaltigung: 19-Jähriger in Frankental verurteilt

Der inzwischen 19-Jährige war im August in Frankenthal wegen Mordes und Vergewaltigung zu zehn Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Dem Urteil zufolge hatte er als 17-Jähriger im März 2020 ein 18-jähriges Mädchen in Ludwigshafen vergewaltigt und erwürgt. Außerdem missbrauchte er laut Richterspruch zwei weitere Kinder in drei Fällen sexuell.

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