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Leo Eder
Leo Eder (Foto: SWR3)
Christian Spöcker
Christian Spöcker (Foto: SWR3, privat)
Christian Kreutzer
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)
Franziska Thees
Franziska Thees (Foto: SWR3)

Die Gefahr rund um das Feuer auf einem Sprengplatz im Berliner Grunewald ist noch längst nicht gebannt. Jetzt will die Feuerwehr aber näher an den Brandherd vorrücken.

Durch die Hitze und die Trockenheit sind in vielen Regionen Deutschlands Brände ausgebrochen.

Feuer und Explosionen im Berliner Grunewald

Die Feuerwehr will ihren Sperrkreis rund um den Brandherd auf dem Sprengplatz im Berliner Grunewald verkleinern. Wegen der großen Gefahr hatte sich die Feuerwehr zunächst auf einen Einsatz-Sperrkreis von rund 1.000 Metern um den Brandherd herum zurückgezogen. Dort begannen die Feuerwehrleute mit Eindämmungsarbeiten, indem sie die angrenzenden Waldgebiete bewässerten. Das soll ein Ausbreiten der Flammen erschweren und zeigte offensichtlich Wirkung: Der Brand hatte sich in der Nacht zum Freitag (5. August) nicht über den Sperrkreis hinaus ausgebreitet.

Lukas Kuite berichtet über die Lage vor Ort am Sonntag:

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten Lage im Grunewald am Sonntag

Dauer

Lukas Kuite berichtet.

Auf dem Sprengplatz im beliebten Ausflugsgebiet lagerten nach Polizeiangaben zuletzt rund 25 Tonnen unter anderem an Feuerwerkskörpern und Weltkriegsmunition. Experten machen diese dort normalerweise unschädlich.

Ein Feuerwehr-Sprecher sagte am Freitagmorgen: „Wir müssen damit rechnen, dass es weiter zu Detonationen und zum Trümmerflug kommt.“ Zwischenzeitlich ist weitere Spezialtechnik eingetroffen, die bei der Erkundung der Sperrzone und beim Löschen helfen kann.

Laut Feuerwehr wurde am Freitag der Sprengmeister mit einem Bergepanzer der Bundeswehr auf den Sprengplatz gefahren, um diesen zu begutachten. Zudem fuhren ferngesteuerte Roboter aus Brandenburg und Niedersachsen über das Gelände. Diese können den Ort sowohl erkunden als auch dort löschen. Auch Wasserwerfer aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern unterstützen.

Da eine Unterstützung durch die #Einsatzroboter noch mehrere Tage notwendig ist, verbleibt die Spezialtechnik der #FF_Vechta aus #Niedersachsen zunächst in Berlin. Kameraden der #FF_Suarez und der #FF_Blankenburg wurden durch anwesenden Spezialkräfte in die Technik eingewiesen. https://t.co/RHErQKe4Fk

Explosionsgefahr: Feuerwehr muss Abstand halten

Was zu der Detonation am Donnerstagmorgen (4. August) geführt hat, ist noch völlig unklar. Noch Stunden nach der Explosion, mit der alles begann, waren Knallgeräusche zu hören, berichtete der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) am Donnerstag.

Update: Nach einer #Explosion auf dem #Sprengplatz im #Grunewald ist ein #Waldbrand ausgebrochen. Ein Teil der Explosion wurde in der Nacht gefilmt. Die Lage ist derzeit unübersichtlich. >> https://t.co/MoEaQy2ETL https://t.co/BtivLwefcK

Löschhubschrauber stehen einem Feuerwehrsprecher zufolge nicht zur Verfügung, denn diese würden bei den Waldbränden in der Sächsischen Schweiz gebraucht.

Update: 15.000 qm Waldfläche brennen. Auch der Sprengplatz Grunewald ist betroffen. Es kommt zu Explosionen. Ein Sperrradius von 1000m wurde festgelegt, die BAB_A_115 ist komplett gesperrt, der angrenzende Bahnverkehr ist komplett eingestellt. ⚠️betreten Sie nicht das Waldgebiet https://t.co/sT1J7A5UuK

Eine Drohne mit Wärmebildkameras und ein Polizeihubschrauber liefern Bilder, mit denen die Lage eingeschätzt werden soll. Auch die ohnehin schon hohen Temperaturen von weit über 30 Grad belasten die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr.

Wegen des Feuers war auch der Regional- und S-Bahnverkehr in der Nähe des Einsatzgebiets unterbrochen. Die Trasse konnte am Samstag wieder freigegeben werden. Die Bahnstrecke verläuft zwischen den Hauptbahnhöfen in Berlin und Potsdam. Betroffen waren S-Bahnen ebenso wie Regionalzüge, IC und ICE. Ab Montag könne der Fahrplan wieder regulär eingehalten werden, schätzen die Verkehrsunternehmen. Die Autobahn Avus sowie umliegende Straßen sind nach wie vor gesperrt.

Brand erschwert Sicht auf A5 bei Karlsruhe

Bei einem Flächenbrand in der Nähe der A5 bei Ettlingen-Bruchhausen (Landkreis Karlsruhe) sind am Donnerstag (4. August) sechs Feuerwehrleute leicht verletzt worden. 20 Hektar eines Weide- und Ackerlands sind abgebrannt, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Auf der A5 war durch die dichte Rauchentwicklung die Sicht teilweise eingeschränkt.

Durch den Wind und die extreme Trockenheit breitete sich das Feuer sehr schnell aus, für die Löscharbeiten wurde die B3 zeitweise komplett gesperrt. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass die Flammen auf ein nahe gelegenes Waldstück übergreifen. Insgesamt waren rund 140 Feuerwehrleute aus umliegenden Städten und Gemeinden im Einsatz. Die Brandursache ist noch unklar.

Neustadt: Waldbrand unterhalb des Hambacher Schlosses gelöscht

Für Aufsehen in SWR3Land sorgte ein Waldbrand in Neustadt an der Weinstraße in der Nähe des Hambacher Schlosses. Er war am Mittwochnachmittag (3. August) ausgebrochen und hatte sich auf eine Fläche von etwa acht Hektar ausgebreitet – also mehr als elf Fußballfelder.

Die Feuerwehr bekämpft aktuell einen Brand in Hambach zwischen der Käsgasse und dem Hambacher Schloss. Wir berichten weiter… https://t.co/huW52qgAQ9

Rund 200 Einsatzkräfte konnten den Brand gegen 19 Uhr unter Kontrolle bringen und verhinderten so, dass die Flammen auf das Hambacher Schloss übergriffen. Es gilt als Wiege der deutschen Demokratie.

Nach Mitternacht waren auch die Nachlöscharbeiten beendet. Die Feuerwehr hielt in der Nacht Brandwache und bekämpfte am Donnerstagmorgen noch Glutnester. Nach Ende des Einsatzes sollte das Gelände als weitere Vorsichtsmaßnahme noch einmal vollständig gewässert werden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

Neustadt

Stand der Ermittlungen Nach Waldbrand am Hambacher Schloss - Weggeworfene Zigarette schuld?

Laut Polizei gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass jemand absichtlich das Feuer im Wald in der Nähe des Hambacher Schlosses bei Neustadt angezündet hat.  mehr...

Am Vormittag SWR4 Rheinland-Pfalz

Waldbrand in der Sächsischen Schweiz geht weiter

Sie ist eins der Top-Urlaubsziele der Deutschen im eigenen Land: die Sächsische Schweiz. Und sie brennt. Ausgebrochen war das Feuer im Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien vor über einer Woche und griff dann auf den Nationalpark Sächsische Schweiz über. Nach Einschätzung der tschechischen Behörden ist der Brand auf ihrer Seite inzwischen unter Kontrolle.

Man kann den Brand noch in Dresden riechen.

Sächsische Schweiz: Suche nach Glutfeuern im Boden

Schwerpunkt der Löscharbeiten auf deutscher Seite sind momentan die Grenze zu Tschechien und das Gebiet um die Bärenfangwände, wie ein Sprecher des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Dienstag (2. August) sagte. Es loderten weiterhin immer wieder offene Feuer auf, die direkt bekämpft würden. Vor allem aber würden von Glutfeuern betroffene Stellen im Boden gesucht, dort die Böden freigemacht und die Stellen dann mit Barrieren eingegrenzt.

Für eine Entspannung der Lage brauchen wir Regen.

Der Chef der Nationalparkverwaltung, Ulf Zimmermann, sagte MDR Sachsen, momentan seien zwei Prozent des Nationalparks Sächsische Schweiz verbrannt. „Wir arbeiten daran, dass es nicht mehr wird.

#Waldbrand Lage hat sich nur unwesentlich verändert. Rund 560 Einsatzkräfte vor Ort. Weitere Informationen unter https://t.co/0KNEUGfs6l https://t.co/YXXLl5JkBs

Tschechien und Deutschland arbeiten zusammen

Sachsen und Tschechien kämpften gemeinsam gegen die Waldbrände in der Sächsischen Schweiz und im Nachbarland, teilte Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) am Donnerstag (28. Juli) mit. Für einen länderübergreifenden Einsatz von Löschhubschraubern hätten sich beide Länder gegenseitig Überflugsrechte von bis zu 20 Kilometern über ihren Territorien eingeräumt.

So konnten deutsche Piloten Wasser auch aus der Elbe in Tschechien aufnehmen. Über ein von der Nato freigegebenes geschlossenes Funkfrequenzband ist eine Kommunikation zwischen den Piloten aus beiden Ländern möglich, womit sich die Einsätze besser aufeinander abstimmen ließen.

Seit 26. Juli leistet die #Bundeswehr bei Waldbränden in Brandenburg & Sachsen #Amtshilfe. In Brandenburg wurden die Löschflüge eingestellt; in Sachsen dauern sie weiterhin an. Es waren sowohl #Hubschrauber NH-90 des @Deutsches_Heer als auch CH-53 der @Team_Luftwaffe im Einsatz. https://t.co/TZCzAYAgtz

Die Einsatzkräfte werden auch von der Katastrophenschutz-Organisation @Fire unterstützt.

Unsere #Handcrew ist bereits wieder an der tscheschischen Grenze im Einsatz. Unser Auftrag: Eindämmung des Brandes, Sicherung der Brandfläche und Ablöschen von Glutnestern. #waldbrand #saechsischeschweiz #osterzgebirge #wildlandfirefighting https://t.co/sUX1lC0Mva

Großbrand im Süden Brandenburgs gelöscht

Die großen Löschmaßnahmen im Gebiet Kölsa-Rehfeld (Landkreis Elbe-Elster) an der Grenze zu Sachsen seien beendet, teilte der stellvertretende Feuerwehrchef der Verbandsgemeinde Liebenwerda am Dienstag (2. August) mit.

Zum Wochenende hin waren die Einsatzkräfte noch einmal aufgestockt worden. Mit der zusätzlichen Brandschutzeinheit stieg die Zahl der Helfer in dem Gebiet nahe der Landesgrenze zu Sachsen am Freitag von 300 auf 400. Bundeswehr, Polizei, THW und Feuerwehrleute aus zahlreichen Landkreisen Brandenburgs hatten gegen die Flammen gekämpft und wurden dabei von Kräften aus vier Bundesländern unterstützt.

Waldbrand bei Falkenberg 800 Hektar groß

Der große Waldbrand in Kölsa-Rehfeld war am Mittwochabend (27. Juli) wieder aufgeflammt. Das Feuer hatte sich schnell auf rund 800 Hektar ausgebreitet – eine Fläche etwa viermal so groß wie Monaco.

Waldbrand bei Falkenberg im Elbe-Elster-Kreis. Wir haben heute beim Löschen der Brände mit 3 unserer #CH53 Maschinen geholfen. Insgesamt haben wir 740.000 Ltr Wasser abgeworfen. 2 CHs fliegen auch weiter in der Nacht. 3 NH90 vom @Deutsches_Heer waren auch dabei. #StrongerTogether https://t.co/lmqhT8f2zR

Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) sagte am Dienstag (26. Juli), durch Detonationen im Boden seien neue Munitions-Verdachtsflächen entdeckt wurden, die noch gar nicht in Karten verzeichnet gewesen seien.

Wind trieb selbst Feuerwehrleute in die Flucht

Durch eine Unwetterfront, die in der Region keinen Regen brachte, sondern viel Wind, hatten selbst Feuerwehrleute in einer Nacht vor dem Feuer flüchten müssen. Ein regelrechter „Feuersturm“ sei da aus den Wäldern geschossen. Wie der Kreisbrandmeister des Landkreises Nordsachsen berichtete, blieb nur die Flucht.

Das Feuer breitete sich dann schnell auf die umliegenden Wiesen aus. Auch eine Schweinemastanlage brannte komplett nieder, viele Ferkel verendeten.

Feuerwehrleute stehen vor einem brennenden Waldstück. (Foto: IMAGO, IMAGO / Bernd März)
So loderte der Wald in Brandenburg. IMAGO / Bernd März

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