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Diesmal war es im indischen Bundesstaat Assam: Mehr als 130 Menschen sind an gepanschtem Alkohol gestorben. Aber auch in Ländern Europas besteht die Gefahr, an Spirituosen zu geraten, die mit Methanol versetzt sind.

Die Opfer sind arm: Fast alle arbeiten als Tagelöhner auf Teeplantagen. Auch viele Frauen sind unter den Toten, die seit Donnerstagabend ums Leben gekommen sind. Dutzende liegen noch in Krankenhäusern des nordostindischen Assam. Sie leiden unter starkem Brechreiz, Brustschmerzen und Atemnot.

Nicht immer sind skrupellose Geschäftemacher schuld

Erst vor zwei Wochen starben noch mehr Menschen im Bundesstaat Uttar Pradesh, der ebenfalls in Nordindien liegt. Die Polizei nahm Dutzende von illegalen Alkoholhändlern fest.

Die Ermittler vermuten, dass dem gepanschten Fusel hochgiftiges Methanol beigemischt wurde – statt dem trinkbaren Ethanol. Methanol, das auch als Frostschutzmittel zum Einsatz kommt, soll die gepanschten alkoholischen Getränke stärker machen. Große Mengen davon können zu Blindheit, Leberschäden und zum Tod führen.

Methanol in selbstgebrannten Spirituosen kommt immer wieder vor – auch in Europa. Einerseits mischen skrupellose Händler den billigen Ersatzstoff in den Fusel, um so ihren Gewinnmargen zu steigern.

Andererseits kann man Methanol in Spirituosen nicht immer auf pure Rücksichtslosigkeit zurückführen: Kennen sich die illegalen Schnapsbrenner nämlich nicht gut aus oder wird beim Destillieren geschlampt, entsteht Methanol statt Ethanol. Und das kann überall passieren: So starben im März 2009 drei deutsche Schüler bei einer Klassenfahrt in der Türkei, nachdem sie gepanschten Wodka getrunken hatten.

„Normaler“ Alkohol hilft gegen die Vergiftung

Als gefährlich gelten in Europa nicht nur die Türkei, sondern auch Moldawien, die Ukraine, Russland oder sogar Tschechien. Aber auch aus Griechenland, Italien und den skandinavischen Ländern, wo der Alkohol besonders teuer ist, werden immer wieder Fälle gemeldet.

Egal ob Kriminelle oder einfach ahnungslose Privatbrenner dahinterstecken: Viele Menschen, die Methanol getrunken haben, sterben daran, wenn die Vergiftung nicht behandelt wird.

Daran ist besonders tragisch, dass man eine Methanol-Vergiftung noch etliche Stunden nach dem Trinken gut behandeln könnte – mit Ethanol-haltigem, also „echtem“ Alkohol. Der verhindert, dass das Methanol im Körper zu giftiger Ameisensäure wird. Die „Medizin“ muss aber mehrere Tage eingenommen werden. Sprich: Der Patient muss ein paar Tage betrunken bleiben.

Doch oft merken die Opfer nicht, was sie sich da antun: Am Geschmack ist der Unterschied nicht festzustellen. Die ersten Symptome ähneln einem „normalen“ Rausch. Erst nach vielen Stunden treten die ersten Vergiftungserscheinungen auf: Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwäche und Blindheit, die nicht reversibel ist.

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