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Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt (Foto: SWR3)

In der Nacht auf Donnerstag ist eine Rakete des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX gestartet. Das Besondere: An der dreitägigen Weltraum-Mission nimmt kein Profi-Astronaut teil.

Um 2:00 Uhr hob die Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab. An Bord sind vier Weltraumtouristen – sie werden von keinem ausgebildeten Astronauten begleitet.

Ohne Astronaut ins All – wie geht das?

Die „Dragon“-Kapsel, in der die vier Teilnehmer der Mission „Inspiration4“ sitzen, fliegt weitgehend automatisch. Das scheint auch zu klappen: Der Start verlief ohne Probleme und auch der Eintritt in die Erdumlaufbahn funktionierte.

Liftoff of @Inspiration4X! Go Falcon 9! Go Dragon! https://t.co/NhRXkD4IWg

Die „Dragon“ soll nun rund drei Tage die Erde umkreisen. Mit etwa 580 Kilometern über der Erde soll die Kapsel sogar höher fliegen als die Internationale Raumstation (ISS) und die Erde mit circa 30.000 Kilometern pro Stunde alle 90 Minuten umrunden. Und: Die vier Weltraumtouristen sollen währenddessen sogar wissenschaftliche Experimente durchführen.

Vier Weltraumtourist*innen allein im AllVier Weltraumtourist*innen sind am frühen Donnerstagmorgen ins All gestartet und werden im Rahmen der Mission Inspiration4 drei Tage lang in 575 Kilometer Höhe um die Erde kreisen. Wir haben alle Infos rund um die teure Mission. Findet ihr solche touristischen Raumflüge in Ordnung?🤔Posted by SWR Wissen on Friday, September 17, 2021

Elon Musk vermietet SpaceX-Rakete

Hinter der Weltraum-Mission steckt Tesla-Erfinder und SpaceX-Chef Elon Musk. Er hat gegen Bezahlung ein Raumschiff zur Verfügung gestellt. Es ist das gleiche Fahrzeug, mit dem auch richtige Astronauten zur ISS gebracht werden.

Finanziert hat die Mission der US-Milliardär Jared Isaacman. Er ist auch selbst mit an Bord. Wie viel ihn der Weltraum-Ausflug kostet, ist nicht bekannt. Laut Gerüchten soll der Flug etwa 170 Millionen Euro gekostet haben.

Thank you for visiting our #Inspiration4 crew before their departure to Launch Complex 39A, @elonmusk! 👊 https://t.co/VaOXEH2tMb

Die Crew der „Inspiration4“-Mission

Für seinen Weltraum-Ausflug hat Isaacman sich drei weitere Menschen gesucht. Er habe vier Menschen zusammengebracht, die auf unterschiedliche Weise inspirieren, erklärte der Milliardär.

Wir haben eine Crew versprochen, die die besten menschlichen Qualitäten repräsentiert: Führungskraft, Hoffnung, Wohlstand und Großzügigkeit.

Isaacman übernimmt selbst die Aufgabe des Kommandanten. Die 29-jährige Arzthelferin Hayley Arceneaux ist medizinische Beauftragte der Mission. Sie arbeitet in einem Forschungskrankenhaus für krebskranke Kinder und hat selbst als Kind Krebs überlebt. Damit ist Arceneaux eng mit einem Ziel der Reise verbunden: Mit der Mission soll Geld für das Krankenhaus und die Krebsforschung gesammelt werden.

Mit an Bord sind außerdem Sian Proctor und Chris Sembroski. Proctor ist Geologin. Sie hatte sich auch bei der Nasa als Astronautin beworben, war aber bei der Auswahl durchgefallen. Weltraumfahrt habe sie in ihrer DNA, sagte Proctor vor dem Start. Ihr Vater sei schon Fluglotse für den Apollo-11-Flug zum Mond gewesen. Sembroski hat seinen Platz mit einem Spendenlos gewonnen. Der Ingenieur und frühere Luftwaffensoldat übernimmt unter anderem die Kommunikation mit der Erde.

Branson, Bezos und der Weltraumtourismus

Die vier haben sich seit einem halben Jahr auf den Flug vorbereitet. SpaceX spricht von der „ersten nur mit Laien besetzten Mission in die Erdumlaufbahn“. Im Juli waren bereits der britische Milliardär Richard Branson und Amazon-Gründer Jeff Bezos mit ihren privaten Weltraumunternehmen Virgin Galactic und Blue Origin ins All geflogen.

SpaceX hat im Auftrag der US-Weltraumbehörde Nasa bereits zehn Astronauten zur Weltraumstation ISS gebracht, aber noch keine Weltraumtouristen befördert. Die jetzige Mission „Inspiration4“ geht deutlich weiter als die Flüge von Virgin Galactic und Blue Origin, bei denen die Passagiere sich nur einige Minuten im All aufhielten.

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Radionachrichten 7. August, 21:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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