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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

Schnee in ganz Deutschland, doch an nur wenigen Orten war die Schneedecke so hoch wie in Teilen Baden-Württembergs. Jetzt wird es wärmer – aber auch nasser.

Die baden-württembergische Kleinstadt Niederstetten (Main-Tauber-Kreis) hatte am Sonntag die höchste Schneedecke in Deutschland in den tieferen Lagen. „Der Schnee lag in Niederstetten 27 Zentimeter hoch“, sagte ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst.

Niederstetten liegt auf rund 300 Metern Höhe. Abgesehen von Gipfeln wie der Zugspitze sei die Schneehöhe in der fränkischen Stadt also am höchsten.

Einen schönen, aber frostig kalten guten Morgen zum Start in den Sonntag! In der Mitte über Schneeresten Tiefstwerte letzte Nacht teilweise um -10 Grad. Ähnlich kommende Nacht in der Südhälfte, im Norden milder. /V https://t.co/Fj79AG2o7Z

DWD: Ungewöhnliche Schneemengen für Anfang April

In der Nacht auf Samstag waren in dem Ort bereits 20 Zentimeter Schnee gefallen. Am Sonntag kamen weitere sieben Zentimeter hinzu. In der Nacht auf Montag soll es nicht mehr schneien, so der Sprecher.

Ungewöhnlich sei vor allem die örtlich große Schneemenge, sagte der DWD-Experte. Weniger Schnee habe es öfters auch schon Ende April oder sogar Anfang Mai gegeben. Am Dienstag erwarten die Meteorologen Regen und Höchstwerte von fünf Grad im Bergland sowie zwölf Grad am Rhein.

Ein Paar läuft durch den frischen Schnee im Kreis Ravensburg, während im Hintergrund die Waldburg liegt.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Felix Kästle)
Ein Paar läuft durch den frischen Schnee im Kreis Ravensburg, während im Hintergrund die Waldburg liegt. picture alliance/dpa | Felix Kästle

Auf Baden-Württembergs Straßen haben Frost und Glätte für schwierige Verhältnisse gesorgt. Unfälle gab es in der Nacht zum Sonntag immer wieder.

Schnee und Glätte lösen mehrere schwere Unfälle aus

Im Zollernalbkreis wurden bei einem Autounfall am Samstagabend acht junge Menschen teils schwer verletzt. Eine 24-Jährige war auf glatter Straße ins Schleudern geraten.

Auf der Landstraße bei Heidenheim kam ein 44-Jähriger ebenfalls ins Schleudern. Er prallte mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen. Der 44-Jährige sowie die Beifahrerin des anderen Autos wurden schwer verletzt.

Auch in Holzmaden (Kreis Esslingen) verlor eine 25-Jährige am Samstagabend auf der A8 die Kontrolle über ihr Auto und prallte in ein weiteres Fahrzeug. Laut Polizei war sie bereits mit Sommerreifen unterwegs.

Im Bergland sollen auch am Sonntag hier da noch ein paar Flocken fallen. Im Norden des Landes können sich die Menschen auf etwas mehr Sonne freuen. In der Rhein-Neckar-Region steigen die Temperaturen bis auf sieben Grad. Die Wetterexperten rechnen in der Nacht auf Montag mit Tiefstwerten von minus fünf bis minus elf Grad.

Winterliche Verhältnisse auch in Teilen von Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz mussten sich Autofahrer vor allem in Eifel und Hunsrück auf winterliche Straßenverhältnisse einstellen. Wie die Polizei mitteilte, sollten die Hauptstraßen aber freigeräumt werden und die Streudienste und Straßenmeistereien im Einsatz sein.

Der Deutsche Wetterdienst warnt für die gesamte Region Trier vor Gefahr durch Straßenglätte. Die Temperaturen stiegen am Sonntag auf bis zu acht Grad. Wegen der Wetterlage wurde die Veranstaltung „Anlassen auf dem Nürburgring“ am Sonntag abgesagt.

Kalt bleiben auch in Rheinland-Pfalz die Nächte: Die Temperaturen fallen im ganzen Land unter null Grad. Im Bergland seien bis zu minus sieben Grad möglich, so der DWD.

Richtig kalt war es in der Nacht weiter nördlich: Die niedrigste Temperatur mit minus 10,5 Grad wurde in Wernigerode in Sachsen-Anhalt gemessen. In Eslohe im Sauerland und rund um den Harz waren die Minusgrade ebenfalls zweistellig: bei minus 10 Grad.

Schnee sogar auf dem Vesuv

Auch in Italien ist am Wochenende mancherorts der Winter zurückgekehrt. Auf dem Vesuv etwa fiel am Samstag Schnee, der rund 1280 Meter hohe Vulkan bei Neapel im Süden des Landes war danach von einer weißen Schicht bedeckt.

Vesuv with snow https://t.co/hjmjlXX14u

Wie es mit dem Wetter weitergeht: Jetzt kommt der „Herbst“

Auf das winterliche Intermezzo mitten im Frühling folgt nun herbstliches Wetter in Deutschland: Ab Montag gehen die Temperaturen zwar wieder aufwärts – bis in den zweistelligen Bereich. Gleichzeitig sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) aber Wolken, kräftigen Wind und viel Regen voraus.

Der breitet sich am Montag und Dienstag von der Nordsee her kommend quer über ganz Deutschland aus. Begleitet wird der Regen von auffrischendem Westwind. An der Küste und in den Bergen ist dem DWD zufolge bis zur Wochenmitte mit teilweise schweren Sturmböen mit bis zu 100 Kilometer pro Stunde zu rechnen. In Mittelgebirgen wie dem Harz seien Orkanböen möglich.

Viel Regen voraus – Hochwasserrisiko in BW!

Der Regen soll verbreitet als Landregen fallen. Das dürfte Hobbygärtner und Landwirte freuen, deren Pflanzen das Nass von oben dringend brauchen. Allerdings steigt mit dem Niederschlag vor allem im Westen und Südwesten das Hochwasserrisiko. Weil im Laufe der Woche neue Tiefs für nassen Nachschub sorgen, „könnte sich die Lage an kleineren Flüssen rasch verschärfen“, wie DWD-Meteorologe Robert Hausen sagt.

Die Temperaturen steigen langsam an. Am Montag sollen tagsüber maximal 10 Grad erreicht werden, am Dienstag und Mittwoch bis zu milden 15 Grad am Oberrhein, im Norden bis zu 7 Grad. Nachts pendeln die Werte um den Gefrierpunkt.  

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Radionachrichten 16. August, 15:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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