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Louis Leßmann
Louis Leßmann (Foto: DASDING)

Wie schon beim Coronavirus im Jahr 2020: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bei Affenpocken die höchste Alarmstufe ausgerufen. Was bedeutet das?

Zuvor konnte sich ein Ausschuss von unabhängigen Fachleuten nicht einig werden, ob die WHO den Notstand ausrufen soll. Am Samstag erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf den Affenpocken-Ausbruch dennoch zu einer „Notlage von internationaler Tragweite“. Praktisch bedeutet diese höchste Alarmstufe allerdings nichts – die Einstufung soll die Regierungen der Mitgliedsländer aber dazu bewegen, Maßnahmen zu ergreifen, um den Ausbruch einzudämmen.

With the tools we have right now, we can stop #monkeypox transmission and bring this outbreak under control. It’s essential that all countries work closely with affected communities to adopt measures that protect their health, human rights and dignity. https://t.co/DqyvRtB8w2

Affenpocken – andere Verbreitung als bei Corona

Auch wenn sich die WHO bei den Affenpocken besorgt zeigt, bedeutet das nicht, dass bald ähnliche Maßnahmen wie bei der Corona-Pandemie ergriffen werden müssen. Die Affenpocken verbreiten sich schwerer als das Coronavirus.

Während sich das Coronavirus durch Aerosole mit Virenpartikeln verbreitet, die Infizierte beim Atmen, Sprechen oder Husten ausstoßen, erfolgen Infektionen mit Affenpocken nach derzeitigem Wissensstand gewöhnlich durch engen Körperkontakt.

Freiburger Virologe: Affenpocken werden unterschätzt

Bislang gibt es mehr als 16.000 bestätigte Fälle in 75 Ländern. Fünf Menschen sind durch die Affenpocken gestorben. Trotz der vergleichsweise geringen Zahlen warnt der Freiburger Virologe Hartmut Hengel davor, das Virus zu unterschätzen. Die Affenpocken könnten uns noch länger beschäftigen. Der Badischen Zeitung sagte Hengel: „Es hat in einigen Ländern Formen dauerhafter Zirkulation angenommen, auch in Europa.

Zunächst 3.000 Impfdosen in BW WHO: "Internationale Notlage" durch Affenpocken - Freiburger Virologe warnt

Der Chef-Virologe der Uniklinik Freiburg warnt davor, das Affenpocken-Virus für harmlos zu halten. Er empfiehlt internationale Impfkampagnen, um Ausbrüche zu kontrollieren.

SWR1 Baden-Württemberg SWR1 Baden-Württemberg

Affenpocken-Ausbruch: Gibt es Impfstoffe?

Laut WHO scheinen sich mindestens drei Impfstoffe als Schutz gegen die Affenpocken zu eignen. Viele Millionen Impfdosen stünden zur Verfügung – knapp die Hälfte der betroffenen Länder habe aktuell bereits Zugang. Tedros sagte aber auch, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe noch nicht vollständig geklärt sei.

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