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Wieder ist das US-Kapitol Ziel eines Angriffs geworden. Ein Mann hat mit seinem Auto einen Polizisten überfahren und ist mit einem Messer auf weitere Beamte losgestürmt. Die Polizei hat den Angreifer erschossen. Was wir bisher über die Hintergründe wissen.

Ein Autofahrer rammt Polizisten. Der Angreifer will mit einem Messer weiteres Unheil anrichten. Er wird mit Schüssen gestoppt und ist wenig später tot. Die Szenen, die sich am Freitag vor dem US-Kapitol in Washington zugetragen haben, geschahen nur drei Monate, nachdem ein wütender Mob den Sitz des Kongresses gestürmt hatte. Seitdem wurden die dortigen Sicherheitsmaßnahmen verschärft.

Angreifer war mit Messer bewaffnet

Der Autofahrer durchbrach den Angaben zufolge eine Sicherheitsabsperrung und rammte eine Barriere. Dabei verletzte er zwei Polizisten, von denen einer später im Krankenhaus verstarb. Laut der Chefin der Kapitol-Polizei, Yogananda Pittman, war der Mann dann mit einem Messer bewaffnet ausgestiegen – und von der Polizei erschossen worden.

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Was über den Tatverdächtigen bekannt ist

Inzwischen ist bekannt, dass es sich bei dem Angreifer um einen 25-jährigen US-Amerikaner aus Indiana handeln soll. Ermittler sehen bislang keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund. Der Mann soll vielmehr alleine gehandelt haben und auch bisher nicht polizeilich in Erscheinung getreten sein.

Es sieht nicht so aus, als stehe es in Zusammenhang mit Terrorismus, aber wir müssen die Sache natürlich erst noch genau untersuchen.

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet und sich dabei auf US-Medien bezieht, deuten die jüngsten Beiträge des Mannes in den Onlinenetzwerken auf psychische und körperliche Probleme hin. Er habe „unvorstellbare Tests“ hinter sich und sei nun auf der Suche nach einer „spirituellen Reise“, soll der Mann im März geschrieben haben. Er sei von der Bundespolizei FBI und dem Geheimdienst CIA schikaniert und in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Die US-Regierung bezeichnete er als den „größten Feind der Schwarzen“. Außerdem habe der 25-Jährige auf seiner Facebook-Seite auch Sympathien für den Chef der muslimischen Schwarzen-Bewegung „Nation of Islam“ geäußert, berichtet AFP weiter.

Biden zeigt sich erschüttert

US-Präsident Joe Biden erklärte, er und seine Frau Jill seien wegen des Angriffs „untröstlich“. Er werde laufend über den Stand der Ermittlungen informiert. Der Präsident sprach der Familie des getöteten Beamten sein Beileid aus. Bis Dienstag sollen die Flaggen des Weißen Hauses, aller öffentlichen US-Gebäude und -Militäreinrichtungen sowie US-Botschaften und konsularischer Vertretungen weltweit auf Halbmast gesetzt werden. Dies sei ein Zeichen des Respekts für den Einsatz und die Opfer der Kapitol-Polizei, erklärte Biden am Freitag.

Weitere Beileidsbekundungen aus der Politik

Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, bezeichnete den getöteten Beamten als „Märtyrer für unsere Demokratie“. Auch der Minderheitsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, drückte der Familie des getöteten Polizisten sein Beileid aus.

America’s heart has been broken by the tragic & heroic death of one of our U.S. Capitol Police heroes: Officer William Evans. He is a martyr for our democracy. May it be a comfort to his family that so many mourn with them & pray for them at this sad time. https://t.co/CVKmYpgDvv

Kapitol war komplett abgeriegelt

Das Kapitol wurde nach dem Angriff auf die Polizisten umgehend komplett abgeriegelt. Alle Kongressmitglieder und -mitarbeitenden, von denen die meisten bereits in den Osterferien waren, erhielten kurz nach 13 Uhr Ortszeit eine Alarm-Nachricht. Darin wurde erklärt, dass das Gebäude vorerst weder betreten noch verlassen werden könne. Menschen im Gebäude sollten nicht ans Fenster gehen. Später wurde der Alarm wieder aufgehoben.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 17. September, 00:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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