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Der eine war in Dänemark begraben, der andere lag in einem Massengrab in England. Ihm war bei einem Massaker der Schädel eingeschlagen worden. Forscher fanden jetzt heraus: Beide sind eng miteinander verwandt.

Der Jüngere war bei seinem Tod umgeben von Leichen und Blut. Er kniete vermutlich, als ihm mit einem Schwert oder einer Axt brutal der Schädel eingeschlagen wurde. Er war einer von Tausenden Dänen in England, die in diesen Tagen des Jahres 1002 abgeschlachtet wurden. Anschließend landete er in einem Massengrab in Oxford, wo er 2008 gefunden wurde.

Die Überreste der beiden verwandten Wikinger im Nationalmuseum von Dänemark. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Dänische Nationalmuseum | Troels Donnerborg)
Die Überreste der beiden verwandten Wikinger im Nationalmuseum von Dänemark. picture alliance/dpa/Dänische Nationalmuseum | Troels Donnerborg

Wegen der Wikinger-Überfälle: riesiges Massaker an Dänen

Täter waren englische Soldaten. Sie zogen auf Geheiß des Königs Æthelred II. durch die Siedlungsgebiete der Dänen in England und töteten, wen sie kriegen konnten.

Der Grund: Ab dem Jahr 850 hatten sich viele Dänen in England als Bauern angesiedelt. Andere dänische Wikinger setzten zur selben Zeit ihre ewigen, mörderischen Beutezüge entlang der englischen Küsten fort.

1002 machte Æthelred kurzen Prozess: Er befahl, alle dänischen Bauern abzuschlachten, um ein Exempel zu statuieren. Dabei traf es auch den jungen Mann im Massengrab.

Erst Wikinger, dann Bauer

Der andere der beiden Wikinger war in Otterup in Dänemark begraben und wurde 2005 gefunden. Auch er hatte Kopfverletzungen. Sie waren allerdings verheilt. Seine Tage als Krieger und Schlächter waren lange vorüber. Als er starb, lebte er als Bauer.

Jetzt die verrückte Neuigkeit: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die beiden weit voneinander entfernt begrabenen Männer eng miteinander verwandt waren: Sie waren entweder Großvater und Enkel, Onkel und Neffe oder sogar Halbrüder – genauer kann man es nicht sagen.

Æthelred II. sollte für die von ihm angeordneten Morde an den Dänen später teuer bezahlen: Er starb 1015 während der Belagerung Londons – durch die Wikinger. Seine Witwe Emma heiratete anschließend den Wikinger-König Knut den Großen, der ihn besiegt hatte.

Wer will, kann die Skelette selbst anschauen: Das Dänische Nationalmuseum eröffnet am 26. Juni eine Wikinger-Sonderausstellung, die auch die sterblichen Überreste der beiden eng verwandten Männer zeigt.

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