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Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
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In Chemnitz feierte das Kosmos-Festival Premiere. Es ist der Nachfolger des „Wir sind mehr“-Konzerts aus dem Jahr 2018. Auf der Bühne standen in diesem Jahr unter anderem Herbert Grönemeyer, Alligatoah, Joris und Dr. Motte. Tausende Besucher waren vor Ort und feierten friedlich.

Über 50.000 Menschen sollen beim Festival dabei gewesen sein, twitterte die Stadt Chemnitz nach der Veranstaltung.

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Auch Bundesaußenminister Heiko Maas äußerte nach dem Event:

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#wirbleibenmehr mit Herbert Grönemeyer und Joris

Die Botschaft des Festivals war klar: Die Veranstalter wollen für mehr Toleranz und weniger Fremdenhass demonstrieren. Das möchte auch Herbert Grönemeyer unterstützen: „Eine Gesellschaft muss sich immer wieder versichern, was sie will und was nicht“, sagte er im ZDF.

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Der Musiker Joris war auch in Chemnitz. Er erwarte einen „Rundumschlag an Toleranz, Menschlichkeit und Demokratie“. Das sagte er vor seinem Auftritt dem MDR: „Wir wollen friedlich zusammenkommen, um zu zeigen, dass wir auch mehr bleiben.“

Die Veranstalter sehen das Kosmos-Festival auch als Plattform. Chemnitzer sollen dort diskutieren können, wie sie in Zukunft zusammen leben wollen. Dazu gehöre auch die Aufarbeitung der Ereignisse, die sich im August 2018 in der Stadt abgespielt haben, sagte Organisator Sören Uhle in der Leipziger Volkszeitung.

Hintergrund #wirsindmehr: Rechte Gewalt in Chemnitz

Im vergangenen Jahr kam es in Chemnitz zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen. Auslöser war der gewaltsame Tod eines Deutsch-Kubaners Ende August am Rande des Stadtfestes. Ein weiterer Mann wurde dabei verletzt. Als tatverdächtig gelten ein junger Syrer, der sich mittlerweile vor Gericht verantworten muss, und ein junger Iraker, der auf der Flucht ist.

Luftaufnahme des „Wir sind mehr“-Konzert. Zehntausende Menschen sind auf einem Parkplatz vor der Musikbühne zu sehen.; Foto: picture alliance/Sebastian Willnow/dpa

Auf einem großen Parkplatz feierten Zehntausende im vergangen Jahr das „Wir sind mehr“-Konzert.

picture alliance/Sebastian Willnow/dpa

Rechte Gruppen instrumentalisierten die Tat und erklärten Chemnitz zum Beweis für eine gescheiterte Flüchtlingspolitik. Ihre Demos und Gewaltausschreitungen sorgten für bundesweite Schlagzeilen.

Die sächsische Stadt wurde als Symbol für Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass wahrgenommen. Um dem etwas entgegenzusetzen, organisierte die Chemnitzer Band Kraftklub ein Konzert gegen Rechtsextremismus.

Innerhalb kurzer Zeit sagten auch die Toten Hosen, Marteria & Casper, K.I.Z, Feine Sahne Fischfilet sowie andere Bands und Musiker zu. 65.000 Menschen kamen damals nach Angaben der Stadtverwaltung zu dem Konzert.

Kosmos: 100 Veranstaltungen in der Stadt

Beim Nachfolger, dem Kosmos-Festival, gab es an 40 Orten in der Chemnitzer Innenstadt über 100 Veranstaltungen wie kostenlose Konzerte, Sportevents, Lesungen und Diskussionsrunden. Viele regionale Gruppen, Vereine und auch Firmen beteiligen sich daran.

Als Veranstaltungsorte wurden sämtliche öffentliche Plätze in der Stadt genutzt – aber auch außergewöhnliche Orte wie ein leerstehendes Kaufhaus, ein Waschsalon oder der größte Dönerladen der Innenstadt.

Alle Angebote waren für die Besucher gratis. Die Kosten für die Veranstalter sollen sich auf 400.000 Euro belaufen – die Hälfte davon soll über Sponsoren finanziert werden.