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Christian Kreutzer (Foto: SWR3)
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Seit Jahrhunderten versuchen Astronomen, das Geheimnis des „Sterns“ zu lüften, der die Heiligen Drei Könige geführt haben soll. Jetzt haben sich Jupiter und Saturn wieder zur „großen Konjunktion“ getroffen.

2020 hat es bekanntlich in sich. Auch astronomisch ist es ein besonderes Jahr: Im Juli hat uns Komet Neowise besucht, jetzt – kurz vor Weihnachten – durften wir wieder ein besonderes Himmelsphänomen beobachten. Manche glauben, es sei dasselbe, das vor über 2.000 Jahren als „Stern von Bethlehem“ am Himmel erschien und den sogenannten Heiligen Drei Königen den direkten Weg zur Krippe wies.

Saturn und Jupiter als „große Konjunktion“ zum Weihnachtsstern

Hier ein paar Bilder von der „großen Konjunktion“, der Begegnung der beiden größten Planeten unseres Sonnensystems. Tatsächlich sind Jupiter und Saturn in dem Moment noch mehr als 730 Millionen Kilometer voneinander entfernt. Doch von der Erde aus betrachtet, wirkte es so, als seien sie sich ganz nahe gekommen – und zum „Stern von Bethlehem“, zum Weihnachtsstern verschmolzen.

In Indien verfolgten Hobby-Astronomen die „große Konjunktion“ am Himmel. (Foto: Imago, imago images / Hindustan Times)
In Indien verfolgten hunderte Hobby-Astronomen die „große Konjunktion“ am Himmel. Imago imago images / Hindustan Times Bild in Detailansicht öffnen
Die „große Konjunktion“ von Jupiter und Saturn – fotografiert über dem Mojave Nationalpark in Kalifornien Imago imago images / ZUMA Wire Bild in Detailansicht öffnen
Über der Freiheitsstatue in New York treffen sich Saturn und Jupiter und werden quasi zum Weihnachtsstern. Imago imago images / Thomas Hengge Bild in Detailansicht öffnen
Die „Große Konjunktion“: Die beiden größten Planeten unseres Sonnensystems begegnen sich. Tatsächlich sind Jupiter und Saturn noch mehr als 730 Millionen Kilometer voneinander entfernt. Imago imago images / ZUMA Wire Bild in Detailansicht öffnen

Gab es den „Stern von Bethlehem“ überhaupt?

Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her, bis zu dem Ort, wo das Kindlein war. Dort aber blieb er stehen.

Matthäus 2,1.

„Was war das für ein Stern?“, fragen sich Astronomen seit Jahrhunderten. Komet oder Supernova fallen aus: Man weiß heute, dass um die Geburt von Jesus herum nichts dergleichen am israelischen Himmel zu sehen war.

Der Verdacht fällt derzeit stark auf eine Erscheinung, die im Dezember des Jahres 7 v. Chr. über dem Nahen Osten stand. Wem das Jahr komisch vorkommt: Religionshistoriker sind sich heute einig, dass Jesus nicht im Jahr 0, sondern einige Jahre früher geboren ist.

Die heilige Familie, die Heiligen Drei Könige und darüber der Stern – eine unserer vermutlich wichtigsten Weihnachtsgeschichten. (Foto: Imago, imago images / Panthermedia)
Die heilige Familie, die Heiligen Drei Könige und darüber der Stern – eine unserer vermutlich wichtigsten Weihnachtsgeschichten. Aber was steckt dahinter? Imago imago images / Panthermedia

Nächster Termin der „großen Konjunktion“: 2080

SWR-Wissenschaftsredakteur Uwe Gradwohl erläutert, was da am Himmel geschieht – und warum er nicht glaubt, dass das die Bibelgeschichte vom Stern von Bethlehem erklärt:

Jupiter und Saturn (Foto: Imago, imago images / Kyodo News)

Nachrichten „Jupiter und Saturn spielen Stern von Bethlehem“

Dauer

Sicher ist: Der augenscheinliche Überholvorgang des Jupiter kommt zwar rund alle 20 Jahre vor. Ein ähnlich enges Aufeinandertreffen wird es aber erst 2080 wieder geben.

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