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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

„Unwiderrufliche Vermüllung der Weltmeere“: Die Umweltschutzorganisation WWF warnt vor einer weltweiten Plastikkrise in den Ozeanen.

Die Plastikverschmutzung der Weltmeere ist laut einer Studie der Umweltorganisation WWF und des Alfred-Wegener-Instituts mittlerweile allgegenwärtig: Plastikpartikel seien heute in allen Teilen der Ozeane zu finden, vom „kleinsten Plankton bis hin zum größten Wal“, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung.

Diese erwachsene Kegelrobbe hat ein schwarzes Plastikband um den Hals, das den Speck der Robbe bis zum Fleisch durchschnitten hat.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/WWF | )
Diese erwachsene Kegelrobbe hat ein schwarzes Plastikband um den Hals, das den Speck der Robbe bis zum Fleisch durchschnitten hat. picture alliance/dpa/WWF |

Vervierfachung der Müllmengen: WWF warnt vor „Plastifizierung“ der Weltmeere

Das Plastikmüll-Problem in den Weltmeeren ist nicht neu. Jetzt aber warnt eine Studie des World Wide Fund For Nature (WWF) vor einer Vervierfachung der Plastikmüllkonzentration in den Weltmeeren bis 2050 und spricht von einer „Plastifizierung“.

Bis zum Ende dieses Jahrhunderts könnten demnach Meeresgebiete von der zweieinhalbfachen Fläche Grönlands ökologisch riskante Schwellenwerte der Mikroplastikkonzentration überschreiten, da die Menge des Mikroplastiks im Meer bis dahin um das 50-Fache zuzunehmen drohe.

Der WWF fordere daher ein verbindliches weltweites Abkommen, „um die unwiderrufliche Vermüllung der Weltmeere zu stoppen“, so Heike Vesper, Leiterin des Fachbereiches Meeresschutz beim WWF Deutschland:

🥤Given up straws? 🛍 Bring your own bags? 🤔So why is the plastic crisis still getting worse? RT & support a legally binding #PlasticsTreaty to #StopPlasticPollution for good! There's #NoTimeToWaste ➡️https://t.co/IPFYcUfz3L #AllEyesOnUNEA @UN @circulareconomy https://t.co/Aq0I8ukacT

Mikroplastik: Für einige Meere ist es bereits fast zu spät

Die Prognose beruht den Angaben zufolge auf einer Kettenreaktion: Die Kunststoffproduktion werde sich bis 2040 voraussichtlich mehr als verdoppeln. In der Folge vervierfache sich das größere Makroplastik im Ozean in den kommenden 30 Jahren. Dieses zersetze sich mit der Zeit in immer kleinere Teile bis hin zum Mikro- und Nanoplastik.

In einigen besonders stark betroffenen Regionen wie dem Mittelmeer, dem Gelben Meer im Südosten Chinas, dem Ostchinesischen Meer und dem Meereis der Arktis hat die Mikroplastikkonzentration der Studie zufolge den ökologisch kritischen Schwellenwert bereits heute überschritten.

World must work together to tackle plastic ocean threat: WWF https://t.co/6Ij6Z508jO https://t.co/uZb7aZ0ZvZ

„Einmal im Meer, lässt sich Kunststoffmüll kaum zurückholen“

Die Durchdringung des Ozeans mit Plastik ist unumkehrbar“, warnt der WWF. „Einmal im Meer verteilt, lässt sich Kunststoffmüll kaum zurückholen. Er zerfällt stetig, sodass die Konzentration von Mikro- und Nanoplastik noch jahrzehntelang ansteigen wird.“ Die Ursachen der Plastikverschmutzung im Keim zu bekämpfen, sei daher viel wirkungsvoller, als die Folgen im Nachhinein zu beseitigen.

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