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AUTOR/IN
Martin Maibücher, SWR3

Streaming, E-Mails, Massenspeicher – das alles produziert Unmengen an CO2. Wir zeigen, wie du durch deine Internetnutzung einen Beitrag fürs Klima leisten kannst.

Kennt ihr das? Es ist Sonntag. Die Couch lockt und die neueste Staffel der Lieblingsserie wartet nur darauf, geschaut zu werden. Also: Stream an und los geht's! Doch während wir mit unseren Helden auf dem Bildschirm mitfiebern, verbrauchen Server irgendwo auf der Welt durch unseren Stream Strom. Zudem müssen die Server gekühlt werden, wodurch ebenfalls Energie verbraucht und CO2 produziert wird. Und das in großen Mengen.

Forscher des französischen Think Tanks The Shift Project gehen davon aus, dass Digitaltechnologien mittlerweile für mehr als 3,5 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind. Zum Vergleich: Der zivile Luftverkehr – in der Öffentlichkeit häufig als der schlimmste CO2-Sünder betitelt – hat im Jahr 2018 zwei Prozent der Emissionen erzeugt.

1,6 Millionen Mal mit dem Auto um die Welt

Sind also alle Menschen, die das Internet nutzen, potentielle Klima-Killer? Diese Vermutung liegt nahe, zumindest mit Blick auf die Untersuchungen von The Shift Project. Drei Beispiele:

1. Zehn Minuten Video-Streaming in HD auf einem Smartphone verbrauchen genauso viel Energie wie ein Herd mit zwei Kilowatt Leistung, der fünf Minuten auf höchster Stufe läuft.

2. Auf Massenspeicher für digitale Daten entfallen knapp 20 Prozent des Energieverbrauchs im IT-Sektor. Jedes Like, jedes Speichern in einer Cloud, jedes hochgeladene Bild auf einem Social-Media-Kanal verursacht CO2-Emissionen. Die Forscher errechneten ein Szenario, in dem der Digital-Anteil an weltweiten Emissionen bis 2025 auf mehr als acht Prozent steigen könnte. Damit würde sogar der aktuelle Anteil von Autos und Motorrädern übertroffen.

3. Im Jahr 2008 – also schon vor mehr als zehn(!) Jahren – wurden weltweit 62 Billionen Spam-Mails verschickt. Jede einzelne davon produzierte 0,3 Gramm CO2. Die Gesamtmenge von jährlich 33 Milliarden Kilowattstunden entspricht dem Energieverbrauch eines Autos, das 1,6 Millionen Mal die Erde umkreist (Daten aus einer McAfee/ICF-Studie).

Gang mit Internet-Servern (Foto: imago/Panthermedia)
Auf riesigen Server-Farmen werden Milliarden Daten von Internet-Nutzern aus aller Welt gespeichert. imago/Panthermedia

Was kann ich fürs Klima tun?

Damit steht fest: Auch mit kleinen Änderungen im persönlichen Internet-Nutzungsverhalten können wir einen Einfluss auf die weltweiten CO2-Emissionen nehmen. Wer seinen Lieblingsfilm runterlädt, anstatt ihn mehrfach zu streamen, spart Energie. Wer seinen Spam-Filter im Mail-Programm aktiviert, spart Energie. Wer weniger On-Demand-Dienste nutzt und allgemein weniger im Internet surft, spart Energie. Wie in vielen anderen Bereichen des täglichen Lebens ist es die Menge an Konsum, die einen großen Unterschied machen kann.

Fun Fact: In Nordamerika entfallen in Spitzenzeiten mehr als 50 Prozent des Internetverkehrs alleine auf Netflix und Youtube. Die USA sind Spitzenreiter in Sachen Energieverbrauch für Datenspeicherung. Doch wir in Deutschland sollten uns hüten, mit dem erhobenen Finger auf die Amerikaner zu zeigen. Denn Deutschland gehört zu den Top-5-Nationen, die weltweit am meisten Energie für die Speicherung von Daten aufwenden. Dazu kommen noch Japan, Großbritannien und Frankreich.

Ich alleine kann doch eh nichts ausrichten, um den Klimawandel zu stoppen? Doch! Mit einer etwas bewussteren Nutzung unserer so geliebten Online-Dienste. Auch an einem gemütlichen Sonntag auf der Couch.

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Martin Maibücher, SWR3

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