Stand:

Der Queen-Film „Bohemian Rhapsody“ hat überraschend den Golden Globe als „Bestes Drama“ gewonnen. Doch Hauptsieger des Abends in Los Angeles war eine Komödie. Unsere Korrespondentin hat den Abend verfolgt – und wir haben die Gewinner der Globes in Bildern.

In Los Angeles wurden die Golden Globes verliehen. Die renommierten Preise werden separat für Film- und Fernsehproduktionen verliehen. USA-Korrespondetin Nicole Markwald hat die Verleihung beobachtet.

Wer behauptete sich in den Filmkategorien?

Im Vorfeld hatte „Vice – Der zweite Mann“ die meisten Nominierungen. Da geht es um den ehemaligen Vizepräsident Dick Cheney. Und Hauptdarsteller Christian Bale gewann auch tatsächlich als bester Schauspieler. Aber es gab keine weiteren Preise für den Film. Und auch nur einen Golden Globe gab es für „A Star is Born“ mit Lady Gaga. Sie gewann mit Songschreiber Mark Ronson für den besten Song.

Einen überraschend erfolgreichen Abend dagegen hatte der Queen-Film „Bohemian Rhapsody“. Der wurde nämlich in der Sparte Drama als bester Film geehrt – also mit dem Top-Preis. Auch Hauptdarsteller Rami Malek setzte sich durch: Er schlug unter anderem Bradley Cooper.

Gleich drei Preise gewann „Green Box – eine ungewöhnliche Freundschaft“: für das beste Drehbuch, Mahershala Ali als bester Nebendarsteller und der Film wurde auch als bester Film in der Sparte Komödie ausgezeichnet. Die Golden Globes haben die Eigenart, die Film- und Fernsehproduktionen noch mal in jeweils Drama und Komödien zu unterteilen.

Golden Globes 2019 - Kategorie Film; Foto: dpa

Das Bio-Pic „Bohemian Rhapsoy“ über Queen und das Leben von Sänger Freddie Mercury wurde als bestes Drama ausgezeichnet.

dpa

Wer lag im Fernsehbereich vorn?

Hier konnte die Netflix-Produktion „The Kominsky Method“ mit Michael Douglas gleich zwei Golden Globes gewinnen, unter anderem als beste Serie. Auch Favorit war die Mini-Serie „The Assassination of Gianni Versace“. Da geht es um den Mord an dem Modeschöpfer. Diese Produktion wurde mit zwei Golden Globes geehrt.

Erneut wurde Rachel Brosnahan als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Sie spielt in „The Marvelous Mrs. Maisel“ eben jene Mrs. Maisel, die in den 50er Jahren vom Gatten verlassen sich in Stand-Up-Comedy versucht. Das ist eine Amazon-Produktion.

Golden Globes 2019 - Fernsehen; Foto: dpa

Als beste Drama-Serie wurde „The Americans“, hier mit Crew und Cast vertreten, mit dem Golden Globe ausgezeichnet.

dpa

Es gab auch zwei deutsche Hoffnungen auf einen Golden Globe – wie ist es denen ergangen?

Das hat leider nicht geklappt. Daniel Brühl war für seine Rolle in der Serie „The Alienist – die Einkreisung“ nominiert. Hier gewann Darren Criss, der den Mörder von Gianni Versace verkörperte.

Und auch der deutsche Beitrag „Werk ohne Autor“ ging leer aus. In der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ setzen sich nämlich der mexikanische Beitrag „Roma“ durch. Alfonso Cuarón gewann für „Roma“ auch in der Sparte „Beste Regie“. In dem Film geht es um das Leben von Haushälterinnen im Mexiko der 70er Jahre. Cuarón hat dafür auch sein eigenes Leben, sein eigenes Aufwachsen reflektiert. Nach den Golden Globes beginnt nun die Nominierungsfrist für die Oscars – und da hat „Roma“ natürlich nun sehr viel Rückenwind.

Im vergangenen Jahr trugen fast alle Schauspielerinnen schwarz, die Bewegung „Times Up“ hatte sich grad gegründet, die #metoo-Debatte war auf ihrem Höhepunkt – spielte das alles ein Jahr später noch eine Rolle?

Moderatoren-Duo Golden Globes; Foto: Paul Drinkwater/NBC/AP/dpa

Schauspielerin Sandra Oh moderierte zusammen mit Schauspieler Andy Samberg die Golden Globes 2019.

Paul Drinkwater/NBC/AP/dpa

Ja, das tat es – wenn es vielleicht auch nicht ganz so ins Auge stach wie noch vor einem Jahr. Auf dem roten Teppich waren wieder die allerschönsten Roben in vielen Farben und eben nicht nur schwarz zu sehen. Einige hatten einen „Times up“-Button an der Kleidung. Und das wurde auch immer mal wieder thematisiert. Schauspielerin Regina King beispielsweise versprach daran zu arbeiten, dass in ihren eigenen Produktionen in den kommenden zwei Jahren mindestens die Hälfte der Jobs von Frauen gemacht wird.

Moderatorin Sandra Oh, deren Eltern in den 60er Jahren aus Korea nach Kanada eingewandert waren, sorgte relativ am Anfang schon für einen sehr emotionalen Moment. Sie stand auf der Bühne, sah sich um und bestätigte, dass das Publikum diverser aussehe. Dass es wirklich einen Fortschritt gibt – auch wenn es möglicherweise im nächsten Jahr wieder anders aussehe.

Häufiger aufgegriffen, fand ich, wurde das Thema, dass Menschen doch mehr verbindet als sie trennt. Dass man keine Mauern, sondern Brücken bauen solle. Obwohl alle wussten, wer damit gemeint war, wurde der Name Trump tatsächlich kein einziges Mal an diesem Abend genannt